Hamburg  Schlaf, Bewegung oder Ernährung? Was den größten Einfluss auf ein langes Leben hat

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 21.01.2026 09:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schon kleine Veränderungen am Lebensstil können große Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensdauer haben, so die Studienautoren. Foto: IMAGO/Pond5 Images
Schon kleine Veränderungen am Lebensstil können große Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensdauer haben, so die Studienautoren. Foto: IMAGO/Pond5 Images
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Wie lebt man länger – und vor allem gesund? Eine aktuelle Studie zeigt, welche Lebensgewohnheiten dafür besonders entscheidend sind und welcher Faktor am stärksten dazu beiträgt.

Für ein langes, gesundes Leben sind genügend Schlaf, viel Bewegung und eine ausgewogene Ernährung essenziell. Doch wie Forscher aus Sydney, London und São Paulo nun herausgefunden haben, haben diese drei Faktoren im Vergleich unterschiedlich viel Einfluss auf die Gesundheitsspanne – also die Dauer, in der Menschen frei von schweren chronischen Leiden wie Krebs, Demenz oder Typ-2-Diabetes bleiben – sowie auf die Lebensspanne.

Die Auswertung der Daten von rund 59.000 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren ergab, dass körperliche Aktivität am bedeutendsten ist, dicht gefolgt von einem gesunden Schlaf. Die Ernährung spielt mit Blick auf die Lebensdauer dagegen eine vergleichsweise kleine Rolle. Personen, die sich in allen drei Bereichen im optimalen Bereich bewegten, wiesen eine im Schnitt 9,35 Jahre längere Lebenserwartung und eine 9,45 Jahre längere Gesundheitsspanne auf als jene mit den ungünstigsten Werten.

Den Forschern zufolge beinhaltet ein idealer Lebensstil täglich sieben bis acht Stunden Schlaf sowie mehr als 42 Minuten mäßige bis intensive körperliche Aktivität pro Tag. Dazu kommt eine hohe Ernährungsqualität, die sich durch einen verstärkten Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch bei gleichzeitigem Verzicht auf zuckerhaltige Getränke auszeichnet.

Was in der Studie allerdings auffallend ist: Auch wer etwas weniger Bewegung und Schlaf im Alltag integriert, kann noch positive Effekte für die eigene Gesundheit und Lebensdauer erzielen.

Besonders bei der körperlichen Aktivität haben der Auswertung nach kleine Veränderungen bereits große Auswirkungen. Während die Probanden bei zehn Minuten täglicher Bewegung eine um ein Jahr höhere Lebenserwartung hatten, waren es bei 25 Minuten schon fünf Jahre, ab 40 Minuten schließlich etwa acht Jahre. Bei mehr als 50 Minuten waren keine Verbesserungen mehr festzustellen.

Bei der Schlafdauer verhielt es sich ähnlich, jedoch mit geringeren Auswirkungen auf die erwartete Lebensdauer. Für eine Verbesserung sahen die Forscher 5,5 Stunden als absolutes Minimum an. Ab sechs Stunden stieg die Lebenserwartung um etwa ein Jahr, bei 7,5 Stunden wurde mit rund 3,5 zusätzlichen Jahren das Maximum erreicht.

Bei der Ernährung dagegen machten sich ab einem halbwegs gesunden Lebensstil keine großen Veränderungen bemerkbar. Hier lag das Maximum des Lebenszeitgewinns bei unter einem Jahr.

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