Champions League Trotz Elfer-Fehlschuss: Kane führt Bayern ins Achtelfinale

Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa
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Von Klaus Bergmann und Christian Kunz, dpa
| 21.01.2026 22:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Führungstreffer von Harry Kane ebnete den Weg für den FC Bayern. Foto: Sven Hoppe
Der Führungstreffer von Harry Kane ebnete den Weg für den FC Bayern. Foto: Sven Hoppe
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Ungewohnte Bilder in der Münchner Arena. In der Südkurve stehen keine Bayern-Fans. Und Kane verschießt einen Elfmeter. Trotzdem ist der Engländer der Matchwinner beim 2:0 gegen Saint-Gilloise.

Doppeltorschütze Harry Kane diskutierte erst noch mit dem Schiedsrichter und schrieb dann ein Autogramm für den Gegner, die restlichen Münchner Profis klatschten sich routiniert ab. Vor allem dank des englischen Torjägers hat der FC Bayern das erste Etappenziel in der Champions League vorzeitig erreicht. „Vergangenes Jahr haben wir das nicht geschafft. Das war ein wichtiger Sieg“, sagte Kane dem Streamingdienst DAZN. 

Der Torjäger führte den deutschen Fußball-Rekordmeister mit einem Doppelschlag in der 52. und 55. Minute zum 2:0 (0:0) gegen Belgiens Champion Royale Union Saint-Gilloise. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt getroffen“, sagte Kane und sprach von einer etwas schlaffen ersten Halbzeit. „Wir kamen nicht so ins Spiel“, befand Kapitän Manuel Neuer: „Trotzdem sind wir sehr zufrieden, wie wir es umgedreht haben.“

 Einen weiteren Strafstoß schoss der bis Mittwochabend in der Königsklasse im Bayern-Trikot unfehlbare Kane an die Latte (81.). „Auch er ist menschlich und bleibt menschlich“, sagte Ex-Nationalspieler Michael Ballack als DAZN-Experte.

34 Kane-Tore in 29 Pflichtspielen

Nach dem sechsten Sieg im siebten Vorrundenspiel stehen die Bayern schon vor der letzten Partie am kommenden Mittwoch in den Niederlanden gegen PSV Eindhoven im Achtelfinale. Das Team von Trainer Vincent Kompany erspart sich in dieser Saison damit zwei zusätzliche kraftraubende K.o.-Spiele im Februar. 

Kane traf erst nach einem Eckball von Michael Olise mit dem Kopf. Und dann holte er selbst den Strafstoß raus, den er gewohnt sicher in die rechte Ecke versenkte. In 29 Saison-Pflichtspielen kommt Kane nun auf 34 Tore.

Sicher vom Punkt beim ersten Elfmeter: Harry Kane. Foto: Tom Weller
Sicher vom Punkt beim ersten Elfmeter: Harry Kane. Foto: Tom Weller

Platzverweis für Kim

Nur acht Minuten nach dem Doppelschlag zum 2:0 sah Verteidiger Minjae Kim wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot, sodass die Bayern den Heimsieg in Unterzahl über die Zeit bringen mussten. Das gelang ihnen aber routiniert. Neben Kane hatte auch Olise noch die Chance aufs 3:0. 

Es lag eher nicht an der ungewohnten Atmosphäre in der Allianz Arena, dass die Münchner Tormaschine lange nicht auf Touren kam. Der komplette Unterrang der Südkurve, wo normalerweise die treuesten Bayern-Fans ihre Gesänge anstimmen, war wegen einer Pyro-Strafe der UEFA leer.

Ungewohntes Bild in der Allianz Arena: Wegen einer UEFA-Straf gab es leere Blöcke. Foto: Tom Weller
Ungewohntes Bild in der Allianz Arena: Wegen einer UEFA-Straf gab es leere Blöcke. Foto: Tom Weller

Die Unterstützung war damit geringer und weniger lautstark. „Ich hoffe, dass das nicht oft passiert, die Fans sind wichtig für uns“, sagte Kompany zum Ausschluss von über 9.000 Anhängern auf den Stehplätzen.

Die diesmal nur 66.000 Zuschauer im Stadion sahen eine Bayern-Elf, die gegen den eng gestaffelten und gut organisiert verteidigenden belgischen Meister erstaunlich viel Mühe hatte. Kaum eine Lücke tat sich für die Münchner Offensive auf. Der herausragende Torvorbereiter Olise wurde auf dem Flügel meist vom Gegner gedoppelt. 

Nach der Pause jubelt Kane

Die größte Chance vor der Pause hatte Raphaël Guerreiro bei einem Kopfball nach einer scharfen Ecke von Joshua Kimmich. Der Ball flog aber am Tor vorbei. Hinter Guerreiro hatte Kane gelauert, der sich ärgerte, dass er nicht zum Kopfball gekommen war. Nach der Pause führte dieselbe Eckballvariante zum 1:0.

Royale Union Saint-Gilloise hatte Bayern-Coach Kompany schon mehrmals geärgert, als dieser noch in seinem Heimatland Trainer des Rekordmeisters RSC Anderlecht gewesen war. Der Außenseiter aus der Region Brüssen erfüllte das, was Trainer David Hubert angekündigt hatte: „Wir haben eine riesige Lust, die Bayern herauszufordern.“ 

Das machte seine Elf mit hohem Aufwand - und dem nötigen Mut. Und es tat sich sogar die große Chance zum 1:0 für Belgiens Champion auf. Doch Bayern-Kapitän Manuel Neuer parierte einen Kopfball des baumlangen Mittelstürmers Promise David mit einem Reflex (29.). Nach dem Seitenwechsel war es dann aber Kane, der zum Mann des Abends avancierte, auch wenn er den zweiten Elfmeter nicht verwandeln konnte. 

Jamal Musiala freut sich über seine Rückkehr in der Champions League - auch wenn es bei einem Bankplatz blieb. Foto: Sven Hoppe
Jamal Musiala freut sich über seine Rückkehr in der Champions League - auch wenn es bei einem Bankplatz blieb. Foto: Sven Hoppe

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