Hannover Sorge vor Mathe-Defiziten bei Grundschülern: So reagiert Kultusministerin Hamburg
Das schriftliche Dividieren soll an niedersächsischen Grundschulen demnächst ersetzt werden. Nun spricht die Kultusministerin darüber, wie sich das auf die mathematischen Kompetenzen bei Schülern auswirkt und was sie davon hält, dass andere Länder den Weg nicht mitgehen.
Dass Grundschüler in Niedersachsen bald kein schriftliches Dividieren mehr lernen sollen, hat für eine Debatte gesorgt. Das Rechenverfahren sei zu kompliziert und würde von Kindern nur auswendig gelernt, aber nicht verstanden werden, heißt es vom Kultusministerium. Doch bei Eltern wächst damit die Sorge: Verlieren Kinder nun eine wichtige Grundfähigkeit im Mathematikunterricht und erfahren so ein nachhaltiges Defizit?
Die Kultusministerin widerspricht diesem Eindruck. „Nein, überhaupt nicht. Alle Kinder lernen ja alle Grundrechenarten“, erklärt Julia Willie Hamburg (Grüne) im NDR-Interview auf die Frage, ob sie die Sorge für berechtigt hält.
Wie schon zuvor mitgeteilt, würde im Mathematikunterricht an Grundschulen künftig das halbschriftliche Verfahren gelehrt werden – das sei auch in vielen Kommunen schon jetzt gängige Praxis. Dieses sei „lediglich ein anderes Divisionsverfahren, das aber auch schriftlich erfolgt. Aber eben, wie schon beschrieben, mehr auf Verstehen setzt.“ Hamburg verspricht: Kein Kind lerne weniger und es würden keine Standards abgesenkt.
Die Entscheidung, das schriftliche Dividieren aus dem Lehrplan für Grundschüler zu streichen, geht allerdings nicht jedes Bundesland mit. So hält man beispielsweise in Bayern, Sachsen und in Hamburg am alten Konzept fest. „Ich kann das insofern nicht verstehen, als dass wir [die Minister auf der Kultusministerkonferenz, Anm. d. Red.] ja einstimmig solche Beschlüsse miteinander fassen, damit es eine Vergleichbarkeit gibt“, erklärt die Kultusministerin.
Zeitgleich sei der Unterschied in den Lehrplänen gar nicht so groß, wie Hamburg am Beispiel Sachsen verdeutlichen will: Dort will man in Grundschulen „Einblicke in die schriftliche Division gewinnen“, was laut der 39-Jährigen auch geschieht, wenn man halbschriftliches Dividieren lernt.