Osnabrück Leistungsstark und meinungsstark: Diese Figuren des Sports kamen 2025 bei der NOZ zu Wort
Athleten, Funktionäre und Experten: Viele ließen im vergangenen Jahr mit ihren sportlichen Leistungen Taten sprechen, ein paar andere äußerten sich auch abseits davon zu regionalen und überregionalen Themen. All diese Wortmeldungen fanden auf unseren Plattformen statt. Die wichtigsten Aussagen im Überblick.
Sportlich sorgten viele Personen des regionalen und überregionalen Sports im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Verbal, aber auch – und das auf den Plattformen von noz. Quer durch die Sportarten, von allen Vereins- und Leistungsebenen, gab es wichtige Wortmeldungen. Die prägnantesten Aussagen der Athleten, Funktionäre und Experten im Überblick.
Für die regional größten Schlagzeilen sorgte einmal mehr Fußball-Drittligist VfL Osnabrück – und das mitunter live auf der Bühne. In der 300. Ausgabe des Brückengeflüster-Podcasts waren im November der neue VfL-Trainer Timo Schultz und seine Spieler Lars Kehl und Patrick Kammerbauer zu Gast. Thematisiert wurden sportliche Entwicklungen, aber auch regionale Eigenheiten zwischen Südbaden und Ostfriesland und: was, abseits vom Sport, den Charme der Hasestadt Osnabrück ausmacht. Fazit: „Herr Schultz, welcher Platz soll es denn am Ende werden?“, fragte einer der 200 Zuhörer. Die Antwort kam prompt: „Eins natürlich.“
Michael Welling stellte sich unbequemen, aber berechtigten Fragen nach sportlich turbulenten Zeiten, die beinahe im Abstieg endeten. Auch neben dem Spielfeld schrieb der VfL-Geschäftsführer Schlagzeilen, denn auch zum (geplanten) Bau eines neuen Trainingszentrums und der Sanierung des Stadions gab es eine Menge zu sagen. Und, wenn auch im negativen Sinne, das Fehlverhalten einiger weniger VfL-Fans vor dem Auswärtsspiel in Havelse musste ebenfalls eingeordnet werden.
Doch zurück zur Sanierung des Stadions an der Bremer Brücke. Diese beschäftigte rund um den VfL natürlich noch andere Personenkreise. Marius Keite für die CDU, Robert Alferink für die SPD, Jens Meier von den Grünen und Oliver Hasskamp von der FDP bezogen vor der entscheidenden Sitzung des Osnabrücker Stadtrats Stellung für ihre Fraktionen dazu, wie deren Positionen zum Umbau des Stadions aussähen. Diese Position hing mitunter auch von konkreten Planungen des Umbaus ab – und diese wiederum stellten Nils Dethlefs, Jens Wätke und Leon Schröder (als Architekten) gemeinsam mit Jan Jansen als Chefkoordinator der Stadt im Brückengeflüster vor.
Nicht nur, aber auch den VfL Osnabrück betraf das, was Niedersachsens Innenministerin Daniel Behrens exklusiv im NOZ-Interview zu sagen hatte. Inmitten der bundesweiten Debatte um Fankultur. Dass es laut Behrens rund um den Fußball „immer wieder zu Ausschreitungen und Gewalt“ komme, „das können und werden wir nicht akzeptieren. Gewalt kann nie Teil der Fankultur sein.“ Sorgen der Fans um das Fortbestehen der Fankultur durch mögliche Maßnahmen aus der Landes- und Bundespolitik seien, so Behrens, jedoch „in vielen Aspekten übertrieben“.
Daniela Behrens war nicht die einzige Ministerin, die bei einem Thema mit lila-weißer Beteiligung zu Wort kam. Das galt auch für die niedersächsische Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD), die sich zu einem erfreulicheren Thema äußern durfte: Das Resozialisierungsprojekt „Anstoß in ein neues Leben“, bei dem der VfL Osnabrück und die JVA Vechta seit mehreren Jahren verschiedene Aktionen auf die Beine gestellt haben, wurde beim Sepp-Herberger-Award des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einem Preisgeld von 12.000 Euro ausgezeichnet. Gemeinsam mit Vertretern des VfL Osnabrück weihte Wahlmann in der JVA Vechta zwei Eisentore auf dem Sportplatz der Inhaftierten ein und zeigte ihr fußballerisches Können.
Nicht auf dem Platz, sondern beim Livestream des Addi-Vetter-Cups am Mikro saßen Ende Dezember 2025 zwei Ex-VfLer: Daniel Thioune und Omar Traoré. Der Aufstiegstrainer des VfL Osnabrück, der zuletzt Coach bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf gewesen ist, gab Einblicke über seinen Abschied beim Zweitligisten und seine Zeit ohne Profifußball. Jedoch verriet er auch, dass er sich in Zukunft wieder an der Seitenlinie sieht: „Es darf gerne bald wieder losgehen.“ Sein Wunsch sei das Premiumprodukt Bundesliga.
Eine Liga, in der Traoré schon länger zu Hause ist und in der aktuellen Saison mit dem 1. FC Heidenheim um Punkte für den Klassenerhalt kämpft. Der gebürtige Osnabrücker hatte sich vor dem Jahreswechsel dennoch Zeit genommen für einen Trip in die Heimat – und einen Besuch beim Finaltag des Addi-Vetter-Cup. „Es ist immer schön für mich hier zu sein, alte Bekannte zu sehen und ein paar Spieler, mit denen ich früher zusammen gespielt habe“, erklärte Traoré. In der Schlosswallhalle beobachtete der Bundesliga-Profi nicht nur alte Teamkollegen, sondern erzählte am Mikro auch, wie er das aktuelle VfL-Team in der 3. Liga und den Abstiegskampf in der 1. Liga wahrnimmt.
Während beide Ex-VfLer national eine steile Karriere hinlegten, sorgten drei Athleten, die in der Region aufgewachsen sind, im vergangenen Jahr international für Aufsehen – für das Trio bleibt 2025 besonders in Erinnerung: Isaiah Hartenstein, der die ersten Profischritte bei den Quakenbrücker Basketballern der Artland Dragons gegangen ist. Er schilderte im NOZ-Interview seine Glücksgefühle beim Gewinn des NBA-Titels und wo er sich in fünf Jahren sieht.
Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Tokio war Langsprinter Florian Kroll, der durch starke Leistungen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen in den deutschen Bundeskader berufen wurde. Der Sportler der LG Osnabrück kam auf der Bahn für die deutsche 4×400-Meter-Mixed-Staffel zwar nicht zum Einsatz, blickte aber trotzdem „mit einem guten Gefühl auf die Zeit in Japan“.
Bei einer Weltmeisterschaft starten, durfte hingegen Pia Greiten: Die Bissendorfer Ruderin, die zur neuen Präsidentin des Verbandes Athleten Deutschland und Vorsitzenden der Athleten-Kommission im DOSB gewählt worden ist, fuhr als Schlagfrau mit dem deutschen Frauen-Doppelvierer um die Bramscherin Frauke Hundeling bei der WM in Shanghai auf Platz drei. Im Gespräch mit unserer Redaktion verriet sie, wie sie die beiden Ämter mit ihrem Sport vereinen möchte.
Nicht nur die Osnabrückerin Greiten bekleidete eine neue Position, auch ARD-Sportkommentator Tom Bartels und Olufemi Smith übernahmen ein neues Amt: Während Erstgenannter als gebürtiger Meller zum neuen NFV-Grünkohlkönig gewählt wurde, übernahm Smith die Rolle als neuer Sportlicher Leiter des SV Meppen. Letztgenannter formulierte wenige Tage nach seinem Einstieg, welche ambitionierten Ziele er beim Fußball-Regionalligisten verfolgt und welche Botschaft er bei der ersten Begegnung an die Spieler sendete. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Kader noch Köpfe benötigt, die Verantwortung übernehmen und die Richtung vorgeben. Denn das Ziel sei die Rückkehr in die 3. Liga.