Osnabrück  Zu wenig Torgefahr nach der Pause: VfL Osnabrück mit 1:1 gegen 1860 München

Malte Artmeier, Benjamin Kraus
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Von Malte Artmeier, Benjamin Kraus
| 25.01.2026 18:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Hier sah es noch richtig gut aus: Bjarke Jacobsen (links) köpft zur 1:0-Führung des VfL Osnabrück gegen 1860 München ein. Foto: Helmut Kemme
Hier sah es noch richtig gut aus: Bjarke Jacobsen (links) köpft zur 1:0-Führung des VfL Osnabrück gegen 1860 München ein. Foto: Helmut Kemme
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1:1-Unentschieden zum Heimauftakt ins Jahr 2026: Der VfL Osnabrück teilt in der 3. Fußball-Liga mit 1860 München die Punkte. Bjarke Jacobsen brachte den VfL in Führung, dann traf ein Ex-Nationalspieler zum Ausgleich. Der Spielbericht.

Um ganz fest oben dranzubleiben hätte es zum Heimauftakt ins Jahr 2026 einen Sieg gebraucht für den VfL Osnabrück. Gegen defensiv stabile Gäste von 1860 München reichte es aber nur zu einem leistungsgerechten 1:1. Die Lila-Weißen mussten nach der frühen Führung den Ausgleich schlucken und entfachten dann zu wenig Gefahr in der Offensive.

VfL-Trainer Timo Schultz änderte seine Startelf im Vergleich zum 3:0-Sieg zum Rückrundenauftakt in Aachen auf einer Position: Tony Lesueur begann auf der linken Seite anstelle von Frederik Christensen. Auch der bislang einzige Winterneuzugang Julian Kania durfte also wieder im Angriff starten - vor Robin Meißner und Lars Kehl. Die „Löwen“ reisten stark ersatzgeschwächt an, boten aber dennoch eine namhafte Startelf auf: Etwa mit dem bundesliga-erfahrenen Torwart Thomas Dähne und dem Ex-Nationalspieler Kevin Volland in der Spitze sowie Kapitän Thore Jacobsen im Zentrum.

Eine lange Anlaufzeit benötigte die Partie nicht: Die Osnabrücker kamen schnell zum ersten Freistoß infolgedessen Niklas Wiemann zum Abschluss kam (1.), aber doch deutlich verzog. Die Gäste konterten über Volland, der Stürmer Patrick Hobsch aber nicht fand, weil Torwart Lukas Jonsson dazwischen war. Nach diesem temporeichen Start hielt das Spiel erstmal nicht das, was es zunächst versprach: Beide Abwehrreihen standen in der Folge sicher, die Offensiven blieben ohne Durchschlagskraft.

Erst nach einer Viertelstunde gab es den nächsten VfL-Abschluss: Dähne faustete den abgefälschten Schuss von Kehl weg. Die Lila-Weißen erarbeiteten sich dann zwei Ecken in Folge - und trafen mit der zweiten. Kehl servierte perfekt auf den Kopf von Bjarke Jacobsen, der ziemlich frei zu seinem vierten Saisontreffer einnickte (17.). Nachdem der Däne in der Saisonanfangsphase nach ähnlichem Muster dreimal traf, war dies sein erstes Tor seit dem 7. Spieltag gegen Aue (3:1).

Kurz darauf hätte dann der Vorlagengeber fast selbst getroffen: Nach einer guten Umschaltaktion über Kania zog Kehl an und versuchte es aus 20 Metern, schoss aber knapp daneben (19.). Der VfL konnte den Druck allerdings nicht aufrechterhalten. Nach 25 Minuten schlugen die Gäste dann zurück: Im Zentrum gingen Kapitän Jannik Müller und Wiemann nicht entschlossen genug ins Duell, Philipp Maier bediente den freien Volland, der gegen Jonssons Laufrichtung ins rechte untere Eck traf. Der VfL-Torwart war noch am Ball, konnte den Ausgleich aber nicht verhindern. Es war der erste Abschluss der „Löwen“.

Lila-Weiß hätte aber im direkten Gegenzug fast zurückgeschlagen: Nach einem Querschläger von Sechzig-Verteidiger Schifferl erarbeitete sich Meißner den Ball, schoss aufs lange Eck, wo Schifferl kurz vor der Linie rettete (27). Echte Kontrolle bekam der VfL allerdings nicht in die Partie, weil er sich das Leben im Spielaufbau durch mangelndes Tempo und unnötige Fehlpässe auf holprigem Geläuf häufig zu schwer machte. Rund zehn Minuten vor der Pause erarbeitete sich der VfL dann einige Ecken am Stück, Torgefahr blieb aber aus. So blieb es auch zur Pause: Klare Chancen gab es auf beiden Seiten keine mehr.

Nach der Pause wurden die Osnabrücker sicherer im Ballbesitzspiel, ohne dabei aber zunächst Druck nach vorne zu entfachen. Den ersten Abschluss gab es trotzdem: Bei Lesueurs Distanzschuss hatte Dähne durchaus Probleme, wehrte ihn aber noch zur Seite ab (54.). Schultz wechselte nach einer knappen Stunde, nahm Kania nach einem recht unauffälligen Heimdebüt runter, genauso wie den gelb-verwarnten Henning - Fridolin Wagner und Ismail Badjie kamen.

An den Verhältnissen auf dem Feld änderte das zunächst relativ wenig. Die zweite Hälfte wurde ebenso verbissen geführt wie die erste, beide Abwehrreihen verteidigten aber gleichermaßen solide, sodass Torraumszenen quasi komplett ausblieben - bis zur 68. Minute, als Münchens Maximilian Philipp sich um den starken Yigit Karademir herumdrehte, dann aber aus 16 Metern zu unplatziert abschloss. Ein sonderlich ansehnliches Spiel war es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unter dem Brücken-Flutlicht nicht, aber spannend blieb es bis in die Schlussphase.

Den Auftakt dazu gab Meißner, der es nach einer Kopfball-Vorlage von Wiemann im Strafraum volley probierte und nur hauchzart danebenzielte (72.). Auf der Gegenseite hatte der VfL Glück: Der eingewechselte Justin Steinkötter überlupfte Jonsson, verzog aber ebenso knapp (74.). Danach blieb es bei Halbchancen: Ein Kehl-Freistoß war letztlich ebenso ungefährlich wie ein Meißner-Versuch aus der Distanz.

Für die letzten Minuten brachte Schultz Luc Ihorst und Kai Pröger für Patrick Kammerbauer und Kehl - mehr Druck sollte auch das aber nicht mehr bringen. Nur ein Meißner-Freistoß in der Nachspielzeit brachte noch so etwas wie Torgefahr. Es blieb beim gerechten Unentschieden, mit dem der VfL zwar den vierten Punkt im zweiten Rückrundenspiel einfährt, mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz im obersten Tabellendrittel aber zwei Zähler verliert. Immerhin bleibt 1860 auf Distanz, bevor für Lila-Weiß am kommenden Wochenende das Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken (Samstag, 14 Uhr) ansteht.

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