Osnabrück Kundgebung am Ameos Klinikum Osnabrück erinnert an Abschiebung vor einem Jahr
Vor einem Jahr wurde ein Mann aus Gambia aus dem Ameos Klinikum in Osnabrück abgeschoben. Unterstützer kritisieren, er sei akut suizidgefährdet gewesen. Für Mittwoch, 28. Januar, rufen die Gruppen „No Lager Osnabrück“ und „Gambia Solidarität“ zu einer Kundgebung vor dem Klinikum auf.
Am Mittwoch, 28. Januar, findet um 17.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Ameos Klinikum in der Knollstraße statt. Die Gruppen „No Lager Osnabrück“ und „Gambia Solidarität“ des Vereins Avanti! e.V. wollen damit an den ersten Jahrestag der Abschiebung eines Mannes aus Gambia erinnern, der damals aus einer stationären Behandlung des Ameos-Klinikums nach Gambia ausgeflogen wurde.
Hintergrund der Aktion sind Vorwürfe gegen die Ausländerbehörde Osnabrück und das Klinikum: Kritisiert wird die Abschiebung eines nach Angaben von Unterstützern akut suizidgefährdeten Patienten sowie die Zusammenarbeit zwischen Klinik und Behörden. Die Bilder des Polizeieinsatzes im Zusammenhang mit der Abschiebung hatten 2025 überregional Aufmerksamkeit erregt. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen verurteilte die Abschiebung.
Ein Mitglied von „No Lager Osnabrück“ erklärt: „Die Abschiebung zeigt, wie leichtfertig die Ausländerbehörde Osnabrück bereit ist, Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Kliniken sollten Schutzräume für alle sein.“ Mit der Kundgebung soll auf die Gewalt aufmerksam gemacht werden, die mit jeder Abschiebung verbunden ist. Zudem wird auf die Situation des Betroffenen nach der Rückkehr nach Gambia hingewiesen: Dort verfüge er über keine familiären oder sozialen Netzwerke und sei auf Hilfe aus Deutschland angewiesen.
Die psychiatrische Fachklinik Ameos wies die Vorwürfe im Februar 2025 zurück. Eine Sprecherin erklärte, das Haus werde über behördliche Maßnahmen nicht im Voraus informiert. Die Mitarbeitenden hätten den Betroffenen lediglich zur psychosozialen Unterstützung begleitet. Zudem hätten sich Demonstranten dem Gebäude genähert und die Mitarbeitenden lautstark beschimpft und gefilmt, was diese belastet habe.
Der Betroffene war 2017 nach Deutschland gekommen und 2018 ausreisepflichtig geworden. Laut Stadt Osnabrück hat er sich über Jahre mehrfach Abschiebeversuchen entzogen. Psychische Erkrankungen seien von ihm nicht geltend gemacht worden.