Osnabrück  Trauer und Dankbarkeit: Angelaschule Osnabrück nimmt Abschied von den letzten Ursulinen

Raphael Steffen
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Von Raphael Steffen
| 28.01.2026 18:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Gemeinsam mit vielen Gästen und dem früheren Bischof Franz-Josef Bode haben sich (v. l.) Schwester Uta, Schwester Ulrike und Schwester Ignatia von der Angelaschule verabschiedet. Foto: Denise Matthey
Gemeinsam mit vielen Gästen und dem früheren Bischof Franz-Josef Bode haben sich (v. l.) Schwester Uta, Schwester Ulrike und Schwester Ignatia von der Angelaschule verabschiedet. Foto: Denise Matthey
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Nach 123 Jahren ist das Kloster St. Angela im Osnabrücker Stadtteil Haste nun Geschichte. Die Schule hat sich von den letzten hochbetagten Ordensfrauen verabschiedet. Der frühere Bischof Franz-Josef Bode erinnerte sich an ein besonderes Erlebnis.

Mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde hat die Osnabrücker Angelaschule die Auflösung des über einhundertjährigen Ursulinenklosters begangen. Die letzten noch lebenden Schwestern ziehen aus Altersgründen in ein Pflegeheim um. Damit endet eine lange Tradition: Der Orden war seit 1865 in der Hasestadt präsent, seit 1903 in Haste. Auf sein Wirken geht ebenso die Ursulaschule (in der Nähe des Doms) zurück.

Zahlreiche ehemalige Schüler, Lehrer, Weggefährten und Kirchenvertreter nahmen an der Verabschiedung teil. Der emeritierte Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode erinnerte sich, wie er vor gut 30 Jahren in sein Amt eingeführt wurde: „Am Abend vorher ging ich in den Dom, und ich staunte nicht schlecht: Es gab eine von den Schülerinnen und Schülern der Ursulaschule gestaltete Betstunde für den neuen Bischof.“ Das habe ihn angerührt. Die so entstandene besondere Beziehung zu den ursulinischen Schulen sei geblieben.

Die Tradition des Ordens habe ganze Generationen von Frauen und später auch Männern und Familien geprägt. Freilich sei der Schmerz darüber, dass das Kloster St. Angela nun aufgelöst werde, sehr groß. Dennoch überwiege die Dankbarkeit „für die nachhaltige Saat, die zu den beiden kräftigen Bäumen der Ursula- und der Angelaschule geworden ist“.

Generalvikar Ulrich Beckwermert überbrachte ein Grußwort des amtierenden Bischofs Dominicus Meier. Er sprach genauso von Trauer, Schmerz und Dankbarkeit – und einem „segensreichen Dienst“ der Ordensfrauen in Osnabrück. Tobias Stich, Leiter der Angelaschule, versprach: „Wir als Schule nehmen dieses Erbe dankbar an.“

Während Schwester Ignatia Landwehr und Schwester Ulrike Scheiter im Franziskus-Altenheim in der Dodesheide ihren Lebensabend verbringen werden, kehrt die bisherige Oberin Schwester Uta Brockschmidt ins Mutterhaus ihres Ordens nach Thuine zurück. Dass zuletzt eine Franziskanerin die Niederlassung der Ursulinen leitete, war Konflikten im damaligen Konvent geschuldet.

Bode hatte es seinerseits nicht immer leicht mit den selbstbewussten Schwestern – etwa 2005, als es zu Protesten gegen Überlegungen des Bistums kam, die Angela- mit der Thomas-Morus-Schule zusammenzulegen.

Es habe in der Geschichte der Ursulinen „Irritierendes, Dunkles“ gegeben, wie in der gesamten Geschichte der Kirche, sagte er. Doch ohne den Orden würde man in der Stadt etwas vermissen. Als Kern der ursulinischen Erziehung nannte er „die Annahme des Kindes, des jungen Menschen als vollwertige und ganzheitliche Person“.

Franz-Josef Bode selbst wird Osnabrück ebenfalls verlassen und demnächst in seine Paderborner Heimat umziehen. Auch für ihn sei es daher ein kleiner Abschied. Den Ursulinen Lebewohl zu sagen, wollte sich der ehemalige Bischof jedenfalls nicht nehmen lassen.

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