Los Angeles  „Er hat nie begriffen, was los ist“: Bruce Willis’ Ehefrau gibt Einblick in Demenzerkrankung

Finn Determeyer
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Von Finn Determeyer
| 30.01.2026 12:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Solche Bilder gehören der Vergangenheit an: Der US-Schauspieler Bruce Willis und seine Ehefrau Emma Heming Willis im Jahr 2017. Foto: dpa/Nancy Kaszerman
Solche Bilder gehören der Vergangenheit an: Der US-Schauspieler Bruce Willis und seine Ehefrau Emma Heming Willis im Jahr 2017. Foto: dpa/Nancy Kaszerman
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Schauspieler Bruce Willis leidet an frontotemporaler Demenz, doch seine Familie verspürt trotz der Schwere eine gewisse Erleichterung. Laut seiner Ehefrau bleibt dem 70-Jährigen ein schmerzhaftes Wissen wohl erspart.

Seit seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit im Jahr 2022 beschäftigt der Gesundheitszustand des „Stirb langsam“-Stars Bruce Willis seine Fans weltweit. In einer neuen Ausgabe des Podcasts „The Unexpected Journey“ hat seine Ehefrau, Emma Heming-Willis, nun detaillierte Einblicke in das Leben des 70-Jährigen gegeben, bei dem im Februar 2023 eine frontotemporale Demenz (FTD) diagnostiziert wurde.

Laut Heming-Willis sei sich der ehemalige Schauspieler seiner schweren Erkrankung offenbar selbst gar nicht bewusst: „Ich glaube, Betroffene denken, das sei ihre Normalität“, sagt sie im Gespräch. „Bruce hat nie wirklich begriffen, was los ist. Er hat die Punkte nie zu einem Krankheitsbild verbunden. Darüber bin ich wirklich froh.“

Diese fehlende Krankheitseinsicht führt die 47-Jährige nach Rücksprache mit den Ärzten auf eine neurologische Begleiterscheinung namens Anosognosie zurück. Dabei ist das Gehirn aufgrund der Erkrankung nicht mehr fähig, die eigenen Defizite wahrzunehmen.

Obwohl die Krankheit die Sprache von Bruce Willis zunehmend beeinträchtige, betont seine Ehefrau, dass er körperlich weiterhin in einer guten Verfassung sei. Im Gegensatz zu anderen Demenzformen äußere sich die FTD bei ihm primär sprachlich und nicht durch den Verlust motorischer Fähigkeiten oder extreme Verhaltensänderungen. Auf die häufige Frage, ob er seine Familie noch erkenne, antwortete Heming-Willis mit einem klaren: Ja.

Da es sich nicht um Alzheimer handle, seien die Verbindungen zu ihr und den gemeinsamen Kindern weiterhin vorhanden. Die Kommunikation habe sich zwar verändert und finde nun oft jenseits des gesprochenen Wortes statt, sei aber nach wie vor bedeutungsvoll.

Rückblickend beschrieb Emma Heming-Willis die ersten Anzeichen der Erkrankung als beängstigend für die Familie. Bevor die medizinische Ursache feststand, sei der normalerweise gesellige und redselige Schauspieler in sozialen Situationen plötzlich „still“ und „kühl“ geworden. Dieses untypische Verhalten führte die Ärzte zunächst zur Diagnose einer Aphasie, bevor im Jahr 2023 die Gewissheit über die frontotemporale Demenz folgte. Heute habe die Familie gelernt, sich an die veränderten Lebensumstände anzupassen und neue Wege im Umgang mit der Krankheit zu finden.

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