Saarbrücken  VfL Osnabrück: Nicht alle Fans sehen Tor, dürfen aber 1:0-Sieg in Saarbrücken feiern

Susanne Fetter, Moritz Büscher
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Von Susanne Fetter, Moritz Büscher
| 31.01.2026 16:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Jubel in Saarbrücken: Niklas Wiemann (rechts) trifft nach einer Ecke von Lars Kehl. Foto: www.imago-images.de
Jubel in Saarbrücken: Niklas Wiemann (rechts) trifft nach einer Ecke von Lars Kehl. Foto: www.imago-images.de
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Der VfL Osnabrück hat in der 3. Fußball-Liga keinen glanzvollen, aber einen wichtigen 1:0-Sieg beim 1. FC Saarbrücken gefeiert. Die Partie begann wegen der Verspätung des Sonderzuges aus Osnabrück eine halbe Stunde später. Viele Fans verpassten dennoch das Tor von Niklas Wiemann, sangen am Ende aber die Vereinshymne.

Nicht alle Fans des VfL Osnabrück sahen das Tor des Tages beim 1:0-Sieg der Lila-Weißen in Saarbrücken, am Ende durften sie aber gemeinsam feiern. Denn auch wenn es kein glanzvoller Auftritt war, bejubelte die Mannschaft von Trainer Timo Schultz den dritten Auswärtssieg in Folge vor dem nach Schlusspfiff gut gefüllten Auswärtsblock. 1200 Osnabrücker sangen dort die Vereinshymne.

Kurz vor dem Anstoß waren die Spieler des VfL noch einmal zum bis dahin nur spärlich gefüllten Fanblock gegangen. Knapp 200 Leute standen dort, ein Großteil der 1200 Osnabrücker, die ihre Mannschaft begleiteten, saß da noch im Sonderzug fest. Um 5.03 Uhr sollte er starten, um kurz nach sechs fuhr er in Osnabrück los - immer wieder wurde die Fahrt unterbrochen. So begann die Partie mit einer halben Stunde Verspätung. So lange hatte man in Saarbrücken auf den Gästeanhang gewartet. Es reichte nicht.

Die Fans verpassten eine rasante Anfangsphase. Die Mannschaft des 1. FC Saarbrücken kam durch Tim Civeja, der volley von der linken Seite abzog, schon nach wenigen Sekunden zur ersten Chance. Im Gegenzug steckte Kevin Wiethaup den Ball in den Strafraum zu Lars Kehl durch, der aber nicht zum Abschluss kam.

Der junge Mittelfeldspieler rückte für Bryan Henning in die Startelf. Trainer Timo Schultz wollte seine Mannschaft gerne noch etwas mutiger sehen. Auf der linken Seite begann Frederik Christensen für Tony Lesueur. Im Sturm bildeten Robin Meißner und Julian Kania eine Doppelspitze. Das erste Tor aber erzielte ein Innenverteidiger.

Nach einer schönen Ecke von Kehl lief Niklas Wiemann gut aus dem Rückraum ein und nahm den Ball mit dem Oberschenkel im Sprung mit. Christensen hatte zuvor seinen Gegenspieler nach außen gezogen, sodass der Platz für den 26-Jährigen frei war. Für Wiemann war es das zweite Saisontor, für Kehl die achte Vorlage – und für den VfL das zweite Standardtor in Folge. Beim 1:1 gegen 1860 München in der Woche zuvor hatte Bjarke Jacobsen nach einer Ecke von Kehl per Kopf getroffen.

Ein Großteil der Fans war noch immer nicht im Stadion, doch die, die da waren, durften jubeln. Der VfL übernahm nur kurz die Spielkontrolle, Saarbrücken suchte immer wieder den Weg in den Osnabrücker Strafraum. Bei einem Schuss von Dominic Baumann warf sich Osnabrücks Torhüter Lukas Jonsson dazwischen, kurz darauf kamen Baumann und Florian Pick zu Möglichkeiten. Richtig gefährlich wurden diese aber nicht.

Der VfL, der nach dem Tor immer passiver agierte, sparte sich seine nächste gute Offensivszene auf, bis zumindest ein Teil des Anhangs im Stadion angekommen war. Gegen 14.40 Uhr war der Sonderzug gelandet. 20 Minuten später kamen die Osnabrücker im Stadion an. Kurz darauf flankte Christensen von der linken Seite vor das Tor, wo Kania allerdings nicht richtig an den Ball kam. Die Strafraumszenen wollte Schultz erhöhen, um den Winterneuzugang aus Bielefeld öfter und besser in Szene zu setzen. Es gelang nur in wenigen Momenten in der ersten Halbzeit in Saarbrücken.

Den Gastgebern gelang dies dagegen immer besser. Nach einer Ecke verlängerte Lasse Wilhelm mit dem Kopf zu Robin Bormuth, der relativ frei drei Meter vor dem Tor zum Abschluss kam, den Ball aber vorbei setzte.

Auch nach der Pause hielt Saarbrücken den Druck hoch. Nach einem Freistoß kam Pick vor dem Osnabrücker Tor in der 51. Minute relativ freistehend zum Kopfball, setzte diesen allerdings knapp daneben. In der 57. Minute verhinderten Jannik Müller, Christensen und am Ende Kehl nur mit vereinten Kräften das Gegentor, nachdem Pick zuvor Karademir ins Leere grätschen ließ und plötzlich im Strafraum stand.

Der VfL kam wenn, dann nur durch Standards zu Offensivaktionen. Ein Freistoß von Kehl ging allerdings links am Pfosten vorbei. Saarbrücken kam erst durch den eingewechselten Patrick Schmidt und kurz darauf durch Baumann zu zwei weiteren guten Chancen. Über einen Ausgleichstreffer hätte sich der VfL zu diesem Zeitpunkt nicht beschweren dürfen.

Kurz darauf versuchte der VfL, das Spiel wieder mehr in die gegnerische Hälfte zu verlegen. Wiethaup leitete ein, zwei Angriffe ein, der eingewechselte Ismail Badjie sollte mit seiner Schnelligkeit für Gefahr sorgen. Ein Schuss von Robin Meißner von der rechten Seite ging knapp vorbei. Saarbrücken blieb gefährlich, kam immer wieder in Strafraumnähe und kam kurz vor dem Ende noch einmal zu zwei ganz gefährlichen Aktionen. Für den VfL hätte der eingewechselte Fridolin Wagner in der 89. Minute alles klar machen können, doch der Mittelfeldspieler zog rechts im Strafraum stehend aus etwa acht Metern am linken Pfosten vorbei.

Am Ende reichte es für den VfL gegen den Lieblingsgegner in der 3. Liga (noch nie unterlagen die Osnabrücker hier gegen den FCS) erneut zu einem Sieg, den alle mitgereisten Fans feierten. Es war kein glanzvoller Sieg, aber ein wichtiger, mit dem die Osnabrücker zumindest über Nacht am SC Verl und Rot-Weiss Essen (spielen beide morgen) sowie Hansa Rostock (0:3 gegen Ingolstadt) auf den dritten Tabellenplatz der 3. Liga kletterten.

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