Aurich Seit 30 Jahren an der Seite ostfriesischer Landwirte
Der Auricher Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau hat die angeschlossenen Betriebe im Blick. Die Berater trugen maßgeblich zu einer besseren Haltung der Tiere bei.
Aurich - Der Auricher Spezialberatungsring für Rinderhaltung und Futterbau (SRF) hat auf seiner Jahreshauptversammlung in Sandhorst das 30-jährige Bestehen gefeiert.
Von fünf Landwirten als selbstständiger Verein gegründet, nahm der SRF am 1. Februar 1996 seine Arbeit auf. Seitdem hat er seinen Sitz im Haus der Landwirtschaft in Aurich. Ziel des Beratungsrings war und ist es, seinen Mitgliedern in allen Fragen der Rinderhaltung und des Futterbaus eine unabhängige und qualifizierte Beratung zu bieten. Angeschlossen sind Milchviehbetriebe aus ganz Ostfriesland und darüber hinaus.
Eigenes Programm zur Auswertung der Betriebe
Von Anfang an dabei ist Uwe Herzog. Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung im Landkreis Aurich absolvierte er ein Studium der Agrarwissenschaften und bildete sich zum Rinderspezialberater fort. Der damalige SRF-Vorstand stellte ihn als Ringleiter ein. Aus rund 50 Mitgliedsbetrieben wurden im Laufe der Jahre nahezu 200. Weitere Mitarbeiter wurden eingestellt. Heute besteht das Team aus vier Spezialberatern und vier Bürokräften.
Im Kontakt mit Landwirtschaftskammer, Landvolk, Banken, Tierärzten und Handel bieten sie Landwirten praktische Lösungen an: von der Fütterung über produktionstechnische Fragen in der Grünlandbewirtschaftung und im Maisanbau bis hin zu innovativen Produktionsprozessen und Haltungsverbesserungen. Außerdem beraten sie über betriebswirtschaftliche Angelegenheiten, Management im Betrieb, Gesellschaftsgründungen und Hofübergaben. Auch bei Streitigkeiten steht der SRF seinen Mitgliedern zur Seite.
Ein Mann der ersten Stunde ist Mitgründer und Vereinsvorsitzender Dirk Schimmelpfeng aus Middels. Sein selbstentwickeltes Computerprogramm dient dem Beratungsring zur Auswertung der angeschlossenen Betriebe und zur Schwachstellenanalyse.
Automatisierung schafft Freiräume
In vielen Betrieben übernehmen Roboter das Melken, Füttern und Misten. Das schaffe den Landwirten Freiraum, der an anderer Stelle genutzt werden kann, teilt der Beratungsring mit. Derzeit lassen 34 Mitgliedsbetriebe ihre Kühe von automatischen Anlagen melken. Zehn Betriebe haben auf die Produktion von Biomilch umgestellt und neun betreiben als zweites Standbein einen Hofladen mit Selbstvermarktung.
Bei Gründung des Vereins standen durchschnittlich 60 Kühe im Stall eines Landwirtes, heute sind es rund 170. Auch die Milchleistung pro Tier ist deutlich angestiegen: Von jährlich 6664 Kilogramm auf nun 10.072 Kilogramm – bei einer deutlich besseren Haltung, mehr Tierwohl und besserem Management, wie der SRF mitteilt. Das sei nicht zuletzt der großen Beratungsleistung der Spezialisten geschuldet.