Osnabrück VfL Osnabrück: Warum der Sonderzug mit 1000 Fans so spät in Saarbrücken ankam
Eine halbe Stunde später wurde das Auswärtsspiel des VfL Osnabrück beim 1. FC Saarbrücken am Samstag angepfiffen. Grund dafür war der deutlich verspätete Sonderzug mit rund 1000 Osnabrücker Fans. Warum aber kamen sie so spät im Saarland an?
In regelmäßigen Abständen organisiert die Osnabrücker Fanszene Sonderzüge zu den Auswärtsspielen des VfL. Am Samstag sorgte eben jener Sonderzug für die Geschichte rund um den 1:0-Sieg der Lila-Weißen gegen den 1. FC Saarbrücken - denn das Spiel wurde eine halbe Stunde später angepfiffen. Grund dafür war die verspätete Ankunft des Sonderzuges mit rund 1000 Osnabrücker Fans, die dann wiederum aber auch erst zur 30. Minute das Stadion betraten. Nun ist klar, wo die Probleme lagen.
Die Abfahrt war für 5.03 Uhr am frühen Samstagmorgen geplant. Vom Osnabrücker Hauptbahnhof sollte der Sonderzug die VfL-Fans über sieben Stunden bis nach Saarbrücken transportieren. Doch von Beginn an verlief die Fahrt nicht reibungslos. Die Organisatoren aus der Fanszene hatten bei der Münsteraner Firma Euro-Express, die auf Sonderzüge spezialisiert ist, gebucht. Der Zug kam schon mit deutlicher Verspätung in Osnabrück an. Erst gegen 6.20 Uhr setzte er sich in Bewegung Richtung Saarland. Grund dafür: Auf dem Weg von Münster nach Osnabrück befanden sich Personen im Gleisbett. Erst als die Strecke frei war, konnte der Zug in Osnabrück einfahren und die Fans ihn betreten.
Planmäßig sollte der Sonderzug um 12 Uhr am Saarbrücker Hauptbahnhof einrollen - am Ende wurde es ca. 14.40 Uhr. Aus den rund 80 Minuten Verspätung bei der Abfahrt in Osnabrück wurden also auf der Strecke ins Saarland etwa 160. Das hatte mehrere Gründe.
Nach Auskunft der Bundespolizei konnten durch die verspätete Abfahrt die für den Sonderzug eingeplanten Durchfahrtszeiten an den weiteren Bahnhöfen nicht genutzt werden. Außerdem werden Sonderzüge im Bahnnetz nachrangig behandelt, heißt: Auf den mehreren Hundert Kilometer langen Strecke musste der Zug mehrfach warten oder anhalten, um Züge der Deutschen Bahn nicht den Weg zu versperren. Zudem gab es Streckensperrungen, Baustellen und andere Umwege, die der Sonderzug befahren musste. Außerdem soll es auch ein technisches Problem am Zug selbst gegeben haben. Euro-Express wollte sich zur Thematik auf Nachfrage generell aber nicht äußern, versprach aber, die Osnabrücker Sonderzugfahrt intern aufzuarbeiten.
Schon weit vor dem für 14 Uhr geplanten Anpfiff war klar, dass es weite Teile des Osnabrücker Anhangs nicht pünktlich ins Ludwigsparkstadion schaffen werden. „Als wir im Hotel waren, wurde uns schon gesagt, dass das Spiel wahrscheinlich später anfängt“, erklärte etwa VfL-Kapitän Jannik Müller nach der Partie. Zuvor hatte die örtliche Polizei den verspäteten Anstoß empfohlen. Die Entscheidung zur Verschiebung auf 14.30 Uhr traf allerdings Schiedsrichter Lars Erbst in Absprache mit der Polizei und den beiden Vereinen, die beide zugestimmt hatten.
Nach Ankunft in Saarbrücken ging es für die VfL-Fans übrigens schnell: Innerhalb von knapp 20 Minuten erreichten sie, begleitet von einem verhältnismäßig großen Polizeiaufgebot, das vom Hauptbahnhof anderthalb Kilometer entfernte Stadion und gelangten ohne große Verzögerung in den Gästeblock. Am Ende reichte auch die halbstündige Verzögerung nicht aus: Die Sonderzugfahrer verpassten die erste halbe Stunde des Spiels inklusive des Tores von Niklas Wiemann.
Der VfL-Mannschaftstross erreichte den Ludwigspark pünktlich, sodass auch um 14 Uhr hätte angepfiffen werden können. Durch die Verzögerung wurde der gewohnte Ablaufplan nach hinten geschoben und die Spieler hatten etwas mehr Zeit zur Vorbereitung, auch wenn diese gar nicht zwingend gewollt war. „Die Zeit vorher in der Kabine war etwas langweilig, weil wir auch kein WLAN hatten“, sagte etwa Siegtorschütze Wiemann, dessen Treffer dann auch nur von den pünktlichen rund 200 Gästefans bejubelt wurde.
Für alle Osnabrücker zählte am Ende ohnehin aber nur das Ergebnis. „Für die Fans freut es mich, weil sie mit dem Sonderzug einen weiten Weg auf sich genommen haben - das wird jetzt eine schöne Rückfahrt“, prophezeite Wiemann und dürfte damit Recht behalten haben. Jedenfalls fuhr der Sonderzug ohne größere Verspätung am frühen Sonntagmorgen in Osnabrück ein.