Osnabrück  Die nächste Kirche in Osnabrück schließt – große Veränderungen bei den Katholiken

Raphael Steffen
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Von Raphael Steffen
| 04.02.2026 11:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Kirche St. Wiho in Hellern wird aufgegeben – nicht das einzige katholische Gotteshaus im Bistum Osnabrück, das keine Zukunft mehr hat. Foto: André Havergo
Die Kirche St. Wiho in Hellern wird aufgegeben – nicht das einzige katholische Gotteshaus im Bistum Osnabrück, das keine Zukunft mehr hat. Foto: André Havergo
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Die katholische Kirche schrumpft. In Osnabrück wird darum auf absehbare Zeit ein weiteres Gotteshaus dichtgemacht: Für St. Wiho in Hellern gibt es keine Zukunft mehr. Wie es vor Ort weitergehen soll.

Die katholische Kirche St. Wiho in Osnabrück-Hellern wird im Februar 2029 aufgegeben. Die Gemeinde, die zur Pfarrei St. Elisabeth gehört, wurde am Wochenende über die bevorstehende Schließung informiert. Hintergrund sind die zurückgehenden Mitgliederzahlen und Finanzmittel im Bistum Osnabrück.

Was genau mit Kirche und Pfarrheim geschehen soll, ist bisher unklar. Es gebe noch keine konkrete Idee, sagt Pfarrer Coffi Akakpo im Gespräch mit unserer Redaktion. In den kommenden drei Jahren wolle man überlegen, wie eine Nachnutzung aussehen und katholisches Leben vor Ort erhalten bleiben könne. Die Gemeindeversammlung sei insgesamt gut verlaufen: Viele Gläubige hätten Verständnis gezeigt, auch wenn es für einige schon emotional wurde.

Auf die anderen Standorte der Pfarrei kommen ebenfalls Veränderungen zu:

Als Grund dafür, dass die Wihokirche aufgegeben werde, führt Akakpo in einem Schreiben an die Gemeindemitglieder an, dass das Pfarrheim erheblich sanierungsbedürftig sei. „An der Kirche müsste umfangreich in die Heizungsanlage investiert werden. Für beide Maßnahmen erhalten wir vom Bistum Osnabrück so gut wie keine Zuschüsse.“ Die Kita St. Wiho soll dagegen bestehen bleiben.

Die Entscheidung sei Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat schwergefallen, sagt der Pfarrer. Andere Lösungen hätten sich aber als nicht umsetzbar erwiesen. „Nach langen Beratungen sind wir deshalb zur Einsicht gekommen, dass wir diesen Schritt gehen müssen, wenn wir den Realitäten ins Gesicht schauen wollen.“ Um zu bleiben, müsse sich die kleiner werdende Kirche verändern.

Das bedeute jedoch nicht, dass es ab 2029 kein Gemeindeleben mehr im Stadtteil geben werde. Coffi Akakpo verweist auf den guten Kontakt zur evangelischen Emmaus-Gemeinde, die an der Großen Schulstraße die Martinskirche unterhält. Akakpo könnte sich ein „ökumenisches Leuchtturmprojekt“ in Hellern vorstellen.

So kennt er es bereits aus seiner vorherigen Wirkungsstätte in Bissendorf. Dort wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche profaniert; die Messen finden künftig bei den „evangelischen Geschwistern“ statt. Allerdings stehen die Protestanten vor ähnlichen Problemen wie das Bistum Osnabrück: weniger Gläubige, weniger Geld, weniger Personal – und ein Überschuss an älteren Gebäuden.

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