Osnabrück  Imbiss, Blumen, Brot: Das sind die neuen Händler auf den Osnabrücker Wochenmärkten

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 11.02.2026 05:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Vor der Kleinen Kirche neben dem Osnabrücker Dom steht auf dem Samstags-Wochenmarkt nun der Imbiss von Bernd Stammermann. Er ist Nachfolger von Claudia Geist. Foto: Thomas Wübker
Vor der Kleinen Kirche neben dem Osnabrücker Dom steht auf dem Samstags-Wochenmarkt nun der Imbiss von Bernd Stammermann. Er ist Nachfolger von Claudia Geist. Foto: Thomas Wübker
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Die Wochenmärkte in Osnabrück sind beliebt. Doch zum Jahreswechsel haben einige Händler Abschied genommen. Das sind ihre Nachfolger – und das bieten die neuen Marktbeschicker an.

Die Imbissbude von Claudia Geist war eine Institution auf dem Wochenmarkt – und das seit 77 Jahren: Ihre Großeltern waren 1948 quasi Mitgründer des Osnabrücker Wochenmarkts, damals noch auf dem Neumarkt. Die Nachfolge von Geists Imbiss auf den Wochenmärkten am Ledenhof (donnerstags) und Riedenbach (freitags) wird Madu Hasekamp antreten. Sie ist den Besuchern des Samstags-Wochenmarkts am Dom bestens bekannt: Sie hat Anfang 2025 Lindes Café auf dem Domvorplatz übernommen, eine Institution der Osnabrücker Märkte.

Madu Hasekamp bringt eine südamerikanische Geschmacksnote auf die Wochenmärkte: Die gebürtige Peruanerin lebt seit 2005 in Osnabrück, in ihrer Heimat hatte sie als Lehrerin gearbeitet. Weil ihr Studium in Deutschland aber nicht anerkannt wurde, studierte sie hier Kindheitspädagogik. Als solche ist sie in der Nachmittagsbetreuung im Graf-Stauffenberg-Gymnasium tätig, zudem ist sie Spanisch-Dozentin an der Universität. Diese Aufgaben wird sie auch weiterhin verfolgen.

In Peru, sagt die 44-Jährige, kaufen die meisten Menschen Dinge des täglichen Bedarfs auf dem Markt ein. Aber nicht nur: Märkte haben auch eine wichtige soziale Funktion als Treffpunkt. Und genau das bietet auch ihr Osnabrücker Marktstand – wie auch regionale und Bio-Produkte, Kaffee, Kuchen, peruanische Teigtaschen Empanadas, Quiche und Eintöpfe.

Madus Café wird weiterhin samstags auf dem Wochenmarkt am Dom vertreten sein. Die Lücke, die Claudia Geists Weggang dort reißt, wird Bernd Stammermann schließen. Dass er den Platz vor der Kleinen Kirche einnimmt, sei einem Zufall zu verdanken, erzählt der Mann aus Friesoythe: Im August 2025 besuchte er den Domvorplatz, ausgerechnet an diesem Tag hatte Claudia Geist ihren Imbiss nicht aufgebaut. Bernd Stammermann dachte sich: Da fehlt doch ein Imbiss-Stand – bewarb sich bei der Stadt.

Nun gibt es bei Stammermann jeden Samstag von 6 bis 14 Uhr Kaffee, belegte Brötchen, Pommes, Brat- und Currywurst sowie frischen Erbseneintopf. Das Geschäft sei gut angelaufen, sagt Stammermann, eine Einschätzung seiner Gäste kann der Betreiber aber noch nicht abgeben: „Das muss sich alles erst einspielen.“ Immerhin gab es für den Eintopf Lob aus berufenem Munde: Die ehemalige Kulturamtsleiterin Dagmar von Kathen hat ihn für gut befunden.

Veganes Bio-Brot ohne Zuckerzusatz ist die Spezialität der Bäckerei Knuf aus Voltlage. Sie ist in Osnabrück seit April 2024 auf den Märkten in der Dodesheide (dienstags) und am Riedenbach (freitags) sowie seit Anfang 2026 als Nachfolgerin der Bäckerei Volkmann aus Bad Rothenfelde auf dem Ledenhof vertreten. „Wir hatten schon lange vor, auf den Ledenhof zu gehen“, sagt Prokuristin und Verkäuferin Julia Scheidle. Vor dem Jahreswechsel hat die Stadt grünes Licht dafür gegeben.

Die Bäckerei Knuf „exportiert“ ihr Brot auch nach Bielefeld, Vechta und Melle. Zu ihren Kunden zählen Menschen, die sich bewusst ernähren, auch für Veganer und Allergiker gibt es Produkte, erklärt Julia Scheidle: „Am wichtigsten ist den Leuten aber, dass das Brot per Hand gebacken wird. Das schmeckt besser, hält länger und macht satter.“

Nicht satter, aber würziger machen die Produkte von Dario Danehl das Essen. Er hat den Gewürz- und Kräuterstand „Rosmarin der Kräuterkudder“ übernommen. In seinem Sortiment gibt es von A wie Aglio Peperoncino bis Z wie Zwiebelgranulat jede Menge Gewürze und Kräuter sowie verschiedene Teesorten. Bislang ist Danehl nur samstags auf dem Wochenmarkt am Dom in Sichtweite zur Kneipe „Schmales Handtuch“ zu finden. Er möchte aber auch am Abendmarkt teilnehmen, sagt er.

Dario Danehl feierte am 7. Februar Premiere auf dem Wochenmarkt. Viele langjährige Kunden waren froh, dass sie wie gewohnt bei dem Gewürz- und Kräuterstand einkaufen konnten. Und Danehl verspricht: „Es bleibt alles beim Alten.“

Neu ist der Blumen-Stand von Matthias Witte auf der Markt-Seite am Dom. Er ist Nachfolger von Kai-Uwe Jenz, der seinen Stand zum Jahresende 2025 aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat. So ganz neu ist Blumen Witte nicht: Schon vor Corona habe er dort gestanden, aber irgendwann aufgegeben, sagt Witte – weil sein Stand x-mal umgestellt wurde.

Noch biete er auf den Wochenmärkten nur einen Bruchteil seines Sortiments an, sagt Witte, der mittwochs auch auf dem Markt in Melle seine Waren verkauft. Doch er bietet ein breiteres Angebot als sein Vorgänger: Ab dem Frühjahr gibt es neben Schnittblumen auch Zimmerpflanzen, Stauden und mehr.

Neuzugänge auf dem Samstags-Markt sind auch diese beiden Anbieter: Das Angebot von Wurst Tiesmeyer verrät der Name, bei Rajabova gibt es Fast Food aus der tadschikischen Küche.

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