Osnabrück Entkoppelung vom Hort: Wie Osnabrück künftig die Ferienbetreuung für Schulkinder regeln will
Mit dem Schuljahreswechsel im Sommer 2026 wird sich einiges bei der Ferienbetreuung an Osnabrücks Grundschulen ändern, denn sie wird schrittweise vom Hort entkoppelt. Was müssen Eltern fortan beachten? Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Mittlerweile ist absehbar: Das Schuljahr 2026/27 wird in Osnabrück ein Übergangsjahr, was die Ferienbetreuung für Grundschulkinder angeht. Bislang hatten Familien den Ferienhort automatisch sicher, wenn sie während des Schuljahres auch den Nachmittagshort in Anspruch nahmen. Dafür reichte es auch aus, nur den Freitagshort zu buchen. Er gilt für viele Familien als Eintrittskarte für den Ferienhort.
Das ändert sich mit dem Schuljahreswechsel, denn ab August 2026 ist der Hort in Osnabrück nur noch in den Ferien kostenpflichtig und ansonsten kostenfrei. Zudem rutscht in Niedersachsen schrittweise auch der Freitag in den schulischen Ganztag, denn parallel tritt das Ganztagsförderungsgesetz des Bundes in Kraft. Die Stadt Osnabrück passt deshalb ihr Hortsystem an und entkoppelt den Ferienhort schrittweise vom Nachmittagshort.
Wie kommen Eltern nun an einen Platz im Ferienhort? Einige haben die Sorge, dass es ab den Sommerferien 2026 an Osnabrücker Schulen zu Losverfahren oder Ähnlichem kommen werde, weil sich dann auch die Familien auf Ferienhortplätze bewerben können, die den Hort unter der Woche nicht in Anspruch nehmen.
Im jüngsten Schulausschuss stellte Kerstin Schlüter, Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugendliche und Familien, klar: Die Hortkinder haben für die Ferien im Schuljahr 2026/27 weiterhin Vorrang bei der Buchung des Ferienhortes. Und wenn Ferienhorte dann noch nicht ausgebucht seien, könnten diese Plätze voraussichtlich an weitere Kinder vergeben werden. Das Ziel sei, bei den Restplätzen zunächst vorrangig die Erstklässler zu bedienen, da sie bereits den Rechtsanspruch auf Betreuung haben, so Schlüter.
Die Stadt werde sich das Anmeldeverhalten anschauen. „Und dann schauen wir, wie wir diese Bedarfe bedienen können mit dem Personal und den Ressourcen, die wir haben“, so Schlüter.
Mehrfach betonte Schlüter, dass es über den Ferienhort hinaus in Osnabrück noch diverse Ferienangebote freier Träger gibt, etwa von Sportvereinen, Museen oder der Lega S Jugendhilfe mit ihrem Lernstandort Nackte Mühle in Haste.
Für das Schuljahr 2027/28 werden sich Eltern dann schon im Januar 2027 auf ihre Urlaubszeiten für die nächsten anderthalb Jahre festlegen müssen. Der 15. Januar wird der Stichtag für die Anmeldungen sowohl im Ferienhort für das gesamte kommende Schuljahr als auch im Ganztag.
Im Schulausschuss gaben Mitglieder zu bedenken, dass viele berufstätige Eltern sich gar nicht so lange im Voraus festlegen könnten. Zudem seien die Ferienangebote der freien Träger meist erst kurz vor den Ferien buchbar, sodass die Familien gar nicht wüssten, ob sie da überhaupt einen Platz bekommen würden, wie Loreto Bieritz (Grüne) anmerkte.
„Für die meisten Eltern ist relativ klar, wann sie sich ferienmäßig um eine Betreuung kümmern müssen“, erwiderte Kerstin Schlüter. Der Ablauf werde künftig so sein, sowohl für den Ferienhort als auch den Ganztag: „Wir machen die Anmeldung, danach sehen wir, wie ist der Bedarf, und dann schauen wir: Wie können wir diese Bedarfe bedienen mit dem Personal und den Ressourcen, die wir haben.“
Wenn Eltern künftig auf Nummer sicher gehen wollen und einen Ferienhortplatz buchen, müssen sie dafür auch bezahlen, stellte Schlüter klar. „Die Buchung ist natürlich verbindlich“, so Schlüter. „Wir müssen ja auch planen und schauen, wie viel Personal wir brauchen.“ Der Ferienhort soll künftig wochenweise buchbar sein.
Pro Schulstandort garantiere die Stadt mindestens eine Hortgruppe, unabhängig von der Zahl der angemeldeten Kinder, schreibt Schlüter in einer Mitteilungsvorlage für den Schulausschuss. Ferner soll es mindestens fünf Kinder für eine neue Gruppe bedürfen.
Ab dem 1. August wird es für die Eltern von Osnabrücker Grundschulkindern unterm Strich deutlich günstiger. Der Nachmittagshort nach dem schulischen Ganztag, also je nach Schule ab 15 Uhr, 15.30 oder 15.45 Uhr, wird kostenfrei – nur der Ferienhort kostet dann noch etwas, und zwar 1,25 Euro pro Stunde. Das hatte der Osnabrücker Rat zusammen mit der Abschaffung der Krippenbeiträge im Dezember 2025 beschlossen.
Transparenzhinweis: In einer ersten Version dieses Textes hatten wir geschrieben, dass die Hortkinder für die Sommerferien Vorrang bei der Buchung hätten. Diesen Vorrang haben sie aber für alle Ferien im Schuljahr 2026/27.