Gegen Hähnchenstall  Prominente Unterstützung für Wrissmer Bürgerinitiative

Christin Wetzel
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Von Christin Wetzel
| 11.02.2026 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Masthähnchen stehen in einem Stall. Foto: DPA
Masthähnchen stehen in einem Stall. Foto: DPA
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In dem kleinen Großefehntjer Dorf ist die Unruhe groß, seit der Bau eines Masthähnchenstalls geplant ist. Die Bürgerinitiative will nun das Thema über die Fehntjer Grenzen hinweg tragen.

Großefehn - Im Kampf gegen einen Hähnchenstall in der unmittelbaren Nachbarschaft holen sich die Menschen in Wrisse jetzt prominente Unterstützung ins Dorf. Gleich mehrere Vertreter von überregionalen Verbänden und auch aus der Landespolitik werden sich im März vor Ort über das geplante Bauvorhaben informieren. Die Bürgerinitiative (BI) „Kein Maststall in Wrisse“ will über Gemeindegrenzen hinweg auf ihre Sorgen rund um das geplante Bauvorhaben aufmerksam machen.

Die Bürgerinitiative lädt aus der Landespolitik Frauke Patzke, Staatssekretärin im niedersächischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ein. Sie besucht den Ort am Freitag, 27. März. Das teilt Heiko Onnen von der Bürgerinitiative mit. Geplant sind von 13 bis 15 Uhr unter anderem ein Besuch des Grundstücks vor Ort und eine Möglichkeit zum Gespräch im Museum „Oll Reef Hus“. Landrat Olaf Meinen, SPD-Landtagsabgeordneter Wiard Siebels und weitere lokale Politiker haben für den Termin ebenfalls ihren Besuch angekündigt. Meinen hatte schon damals als Bürgermeister der Gemeinde Großefehn die Wrissmer unterstützt.

Déjà-vu für das Dorf

Für die Wrissmer ist dies eine wichtige Gelegenheit, ihre Sorgen zu äußern. Denn inmitten des Ortskerns soll ein Masthähnchenstall für 29.999 Tiere errichtet werden. Das Gebäude wäre nach den im vergangenen Mai bekannt gewordenen Plänen nur 100 Meter von den nächsten Wohnhäusern, einer vielgenutzten Bushaltestelle und einer Kindertagesstätte entfernt. Vor allem die Geruchs- und Keimbelastung, die von einer Anlage in dieser Dimension ausgeht, sehen die Einwohner des Ortes kritisch. Deswegen hatte sich kurz nach dem Bekanntwerden der Pläne die Bürgerinitiative gegründet. Dazu kommt, dass der Investor in Wrisse kein Unbekannter ist. Schon vor 15 Jahren hatten die Dorfbewohner sich gegen ein Projekt für Geflügelhaltung in ihrer Mitte ausgesprochen. Dem damaligen BI-Sprecher Wolfgang Dirksen, der später auch Ortsbürgermeister in Wrisse wurde, hatte der Investor damals per Handschlag versprochen, künftig keine derartigen Pläne für den Ort mehr zu verfolgen. Die jetzigen Pläne sind für die Bewohner in Wrisse also eine Art Déjà-vu.

Der Besuch der Staatssekretärin ist nicht der einzige Termin, der für die Wrissmer von Bedeutung ist. Sie haben auch aus der Landwirtschaft zwei Vertreter eingeladen. Friedrich Otto Ripke, Vorsitzender des Landesverband der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), sowie Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LHV) für Ostfriesland sowie stellvertretender Vorsitzender der Landwirtschaftskammer Niedersachsen haben ihren Besuch in Wrisse angekündigt. Sie wollen sich am Dienstag, 3. März, ab 15 Uhr im Museum „Oll Reef Hus“ ein Bild machen und sich den Fragen der Bürger stellen. „Das freut uns natürlich riesig“, sagt Heiko Onnen, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, gegenüber der Redaktion. Mit diesem Besuch wolle die BI zeigen, dass Wrisse nicht gegen die Landwirtschaft an sich sei. Sie gehöre zur Region, müsse aber verträglich sein. Landwirtschaft dürfe nicht auf Kosten der Lebensqualität und Gesundheit der Dorfgemeinschaft erfolgen, schreibt die Initiative in ihrer Einladung an die Wrissmer. Die Veranstaltung solle Gelegenheit bieten, sich mit den beiden Vertretern auszutauschen.

Und diese beiden Besuche sind auch noch nicht das Ende der Fahnenstange. Um ihr Anliegen weiter voranzubringen, hat die BI auch noch bis in die Bundespolitik hinein die Fühler ausgestreckt. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Pewsum soll im Frühling ebenfalls nach Wrisse kommen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

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