Osnabrück  Fantasiewörter und Missverständnisse: Die kuriosen Geschichten hinter Markennamen

Christian Satorius
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Von Christian Satorius
| 16.02.2026 15:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Heute ist Textilhersteller Adidas ein Weltgigant, doch die Anfänge des Unternehmens waren bescheiden. In der GEschichte liegt auch die Herkunft des Namens. Foto: Christophe Gateau/dpa
Heute ist Textilhersteller Adidas ein Weltgigant, doch die Anfänge des Unternehmens waren bescheiden. In der GEschichte liegt auch die Herkunft des Namens. Foto: Christophe Gateau/dpa
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Die Namen großer Marken kennt fast jeder aus dem Supermarkt, doch ihre Entstehungsgeschichte wohl die wenigsten. Dabei ist diese oftmals kurios. Wie Edeka, Adidas, Em-eukal und weitere Produkte ihre Namen erhielten.

Von Adidas bis Zippo: Viele Markennamen sind clevere Abkürzungen oder das Ergebnis kurioser Zufälle. Ihre Ursprünge sind oft überraschender als die Produkte selbst.

In den 1950er-Jahren brachte das Unternehmen Beiersdorf Deodorants auf den Markt, die den Schweißgeruch nicht einfach nur mit einem starken Duft überdeckten, sondern das Wachstum der dafür verantwortlichen Bakterien hemmten.

Der Wirkstoff, der das ermöglichte, nannte sich Hexachlor-Dihydroxy-Diphenyl-Methan. Da dieses Wort ziemlich lang und sperrig war, bürgerte sich intern die Bezeichnung B32 ein, wobei das B für die Firma Beiersdorf stand und die 32 für die 32 Buchstaben der Substanz. Als dann für die Vermarktung ein passender Name gesucht wurde, entschied man sich dafür, die 32 in 8 × 4 (achtmal vier) aufzulösen.

Die Brüder Adolf und Rudolf Dassler fertigten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinsam Sportschuhe und gründeten 1924 die Gebrüder Dassler Schuhfabrik im mittelfränkischen Herzogenaurach. Allerdings kam es zwischen den Brüdern zu Meinungsverschiedenheiten, sodass beide nach dem Zweiten Weltkrieg ihren jeweils eigenen Weg gingen.

1948 rief Rudolf Dassler sein Unternehmen Puma ins Leben und im Folgejahr Adolf Dassler Adidas. Rudolf wollte seine Firma zuerst Ruda benennen, eine Zusammensetzung aus den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Nachnamens, entschied sich dann aber doch für Puma. Sein Bruder wählte hingegen die Bezeichnung Adidas, die aus seinem Spitznamen Adi und dem Nachnamen Dassler zusammengesetzt war.

Es lässt sich schon erahnen, dass es sich bei dem Wort Edeka um eine Abkürzung handelt, nur um was für eine?

Im Jahr 1898 schlossen sich einundzwanzig Kaufleute zur Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin zusammen. Damals wurde die lange Bezeichnung noch mit E. d. K. abgekürzt. Im Jahr 1911 wurde aus E. d. K. dann der heutige Begriff Edeka, indem die in der Aussprache ohnehin vorhandenen Laute als Buchstaben ausgeschrieben wurden.

Sein erstes Hustenbonbon erfand der Apotheker Carl Soldan im Jahr 1923.

Zu diesem Zeitpunkt war schon bekannt, dass Menthol und Eukalyptus eine positive Wirkung auf erkrankte Atemwege haben konnten, aber es fehlte noch eine passende, alltagstaugliche Anwendungsform. Ein Bonbon, das sich lutschen ließ, bot sich dafür natürlich geradezu an.

Der Name Em-eukal steht dabei für die zwei wichtigsten Wirkstoffe, Menthol (Em-) und Eukalyptus (-eukal), und schrieb sich anfangs noch nicht wie heute Em-eukal, sondern Emeukal. In den 1950er-Jahren bekamen die Bergleute im Ruhrgebiet die Bonbons sogar gegen Bronchialbeschwerden auf Rezept verschrieben.

Eines muss man dem Wort Häagen-Dazs lassen: Es fällt auf, auch wenn man es sich nicht auf Anhieb in der richtigen Schreibweise merken kann. Das ist aber vielleicht auch gar kein Wunder, denn das dänisch klingende Wort gibt es überhaupt nicht. Vielmehr handelt es sich um ein erfundenes Kunstwort, das einfach nur dänisch klingen sollte.

Um den Eindruck des skandinavischen Qualitätsprodukts noch zu verstärken, fügte der Firmengründer Reuben Mattus der Produktverpackung anfangs noch einen Ausschnitt der Landkarte Dänemarks hinzu.

Doch darauf legte man in den USA, wo das Unternehmen heimisch ist, anscheinend ebenso wenig Wert wie auf den Umstand, dass es den Buchstaben Ä im Dänischen gar nicht gibt. Die Landkarte musste später wieder gehen, das Ä ist bis heute geblieben.

Wäschewaschen war noch nie ein großer Spaß, früher allerdings noch weniger als heute. Jahrhundertelang wurde die Wäsche mit Seife gewaschen, gekocht, gerieben, gescheuert, gebürstet und anschließend noch gebleicht.

Mit dem neuen Waschpulver Persil, das 1907 angekündigt wurde, sollte das alles einfacher werden. Dafür sorgten die damaligen Hauptbestandteile Perborat (Natriumperborat als Bleichmittel) und Silikat (Natriumsilikat als Schmutzlöser).

Aus den Anfangsbuchstaben der Wirkstoffe wurde der Name Persil zusammengesetzt. Die Registrierung dieses Namens als Wortmarke erwies sich anfangs allerdings als schwierig, denn Persil ist auch das französische Wort für Petersilie. Erst mehrere Jahre nach Einführung des Produktes auf dem Markt lenkte das Kaiserliche Patentamt ein und registrierte Persil als Wortmarke.

Der Japaner Satoshi Tajiri interessierte sich schon als Kind für Insekten, und zwar so sehr, dass ihn seine Freunde Dr. Insekt nannten. Als er 1991 den Game Boy für sich entdeckte, kam er auf die Idee, beides zu verbinden.

Zuerst sollten die neugeschaffenen Kreaturen Capsule Monsters (dt. Kapselmonster) heißen, aber dieser Name war bereits vergeben. So wurden aus den Capsule Monsters die Pokémon, abgeleitet von Pocketmonster (dt. Taschenmonster).

Der Erfolg der Spiele war überwältigend, und so folgten bald Sammelkarten, Kinofilme, eine Anime-Serie, Stofffiguren und Co. Heute sind die Pokémon praktisch allgegenwärtig und aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken.

Der Detmolder Kaufmann und Getränkefachmann Franz Hartmann entwickelte in Zusammenarbeit mit dem Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz Anfang des 20. Jahrhunderts ein alkoholfreies Fruchtgetränk, das ab 1902 als Bilz-Brause verkauft wurde.

Einige Jahre später entschloss sich Hartmann, einen anderen Namen für das Getränk zu suchen, und lobte diesbezüglich einen Wettbewerb aus. Daraus ging der Name Sinalco hervor. Das Wort ist zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben des lateinischen Ausdrucks für alkoholfrei, sine alcohole (dt. ohne Alkohol).

George Grant Blaisdell sah Anfang der 1930er-Jahre im Bradford Country Klub zu, wie sich einer seiner Freunde mit einem groben österreichischen Sturmfeuerzeug die Zigarette anzündete. Da dieser Freund offenbar großen Wert auf ein elegantes Erscheinungsbild legte, wunderte ihn das, und so fragte er ihn, warum er kein repräsentativeres Feuerzeug benutze.

Die Antwort seines Freundes imponierte ihm: „Weil dieses immer funktioniert.“ Blaisdell importierte daraufhin das österreichische Sturmfeuerzeug in die USA, sicherte sich die Patentrechte und überlegte, wie er es noch verbessern könne. Das besagt zumindest die Entstehungslegende des heutigen Zippo-Feuerzeugs.

Den Namen wählte Blaisdell in Anlehnung an das englische Wort Zipper (dt. Reißverschluss) lediglich aus dem Grund, weil es ihm gut gefiel.