Lesermeinung Teilzeitarbeit | Ernährung | Eiszeit
Bei der OZ reden die Leserinnen und Leser mit. Hier haben wir Leserbriefe der vergangenen Tage gesammelt.
Teilzeitarbeit
Ob die von Friedrich Merz angestoßene Debatte über „Work-Life-Balance“ oder die undifferenzierten Aussagen von Frau Connemann zu angeblicher „Lifestyle-Teilzeitarbeit“: Aus einer bestimmten politischen Richtung findet gerade ein Überbietungswettbewerb darin statt, den Menschen pauschal Faulheit zu unterstellen. Sicher muss diskutiert werden, wie wir mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aus der Krise kommen. Aber die Arbeitsmoral, vor allem der jungen Generation, permanent infrage zu stellen und sie gleichzeitig durch Rentenpakete und unfinanzierbare Sozialsysteme immer mehr zu belasten, ist unredlich. Das eigentliche Problem ist nicht mangelnde Arbeitsbereitschaft, sondern dass Mehrarbeit in Deutschland durch steigende Steuern und Abgaben immer unattraktiver geworden ist.
Gerade beim Einstieg ins Berufsleben haben viele kaum noch das Gefühl, sich durch eigene Leistung etwas aufzubauen und sich etwa ein Eigenheim leisten zu können. Arbeitnehmer müssen heute oft mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Steuern und Lohnnebenkosten abgeben. Wer mehr Leistung einfordert, muss erst dafür sorgen, dass sich diese Leistung überhaupt lohnt. Nicht Faulheit der Arbeitnehmer ist das Problem, sondern dass sich Leistungsbereitschaft viel zu wenig auszahlt.
Moritz Cvoro
Leer
„Europa muss auf Augenhöhe auftreten“
Mögen die Kontinentaleuropäer erkennen, dass der Kampf gegen Russland ein Kuckucksei ist, das ihnen Angloamerikaner ins Nest gelegt haben, und Besinnung auf das Eigene nicht bedeutet, den ausgeschlüpften Kriegsvogel mit Aufrüstung zu füttern, sondern friedlich mit allen handeltreibend zwischen West und Ost zu vermitteln.
Robert Weber
Uplengen
Lifestyle Teilzeit
Das Recht auf Teilzeit hat zwei Seiten der Medaille. Arbeitgeber sehen zu Recht ein Problem, wenn ein dringend benötigter Mitarbeiter auf Teilzeit besteht und somit eine Lücke im Betriebsablauf entsteht. Für Alleinerziehende ist Teilzeit eine willkommene Alternative und auch für Menschen, die sich eher mehr Freizeit wünschen. Was sicherlich nicht geht, ist weniger Arbeiten und eine Aufstockung durch staatliche Leistungen, obwohl man Vollzeit arbeiten könnte.
Alfred Ulferts
Ditzum
„Eine Änderung ist überfällig“
Ich hatte Herrn Johann Saathoff schon ein wenig mehr Kollegialität und Achtung unter den Demokraten zugetraut. Ob diese flapsige Äußerung „Ein Vorschlag aus der gesellschaftspolitischen Mottenkiste“, bei den Wählern ankommt, ist fraglich. Ein Gesetz, welches im Jahr 2018 beschlossen wurde, braucht heute nicht mehr aktuell zu sein. Eine Änderung dieser Teilzeit-Regelung, die Frau Connemann zur Diskussion stellt, ist in dieser schwierigen Arbeitsmarktlage wohl angebracht, wenn nicht sogar überfällig. Hat Herr Saathoff in Berlin dieses noch nicht erkannt? Ich wundere mich immer, wie viele gleichzeitig mit Ablehnung, ja sogar mit bewusst falschen Argumenten, die Frau Connemann im Vorfeld schon ausgeräumt hatte, argumentiert wird. Das die OZ mit dem Bericht vom 29. Januar „Was Leser von Lifestyle-Teilzeit halten“, noch mehr von den unzähligen Lügen verbreitet, hat mit seriösem Journalismus und wie sich die OZ gerne nennt: „Unabhängige und überparteiliche Tageszeitung“, nichts zu tun. Ich sehe darin ein Aufwiegeln der Bevölkerung. Eine Spaltung der Gesellschaft lässt grüßen.
Rudolf Hübner
Hinte
Bewusste Ernährung
Immer wieder mahnen Fachleute vor den Folgen der Fehlernährung in der heutigen Zeit. In seinem Talk mit der Redaktion wirft der Mediziner Herr Riedl den Lebensmittelherstellern vor, 80 Prozent der Produkte im Supermarkt seien dauerhaft für den Verzehr nicht geeignet! Wie kann es sein, dass solche Produkte den Weg in die Regale der Supermärkte finden? Hier müsste bereits vor der Markteinführung eine Tauglichkeitskontrolle stattfinden. Die Produkte müssten einer Unbedenklichkeitsprüfung bezüglich: Gesundheit, Nachhaltigkeit, Klimaneutralität usw., unterzogen werden. Dann hätten wir in vielen Bereichen, einen gewaltigen Schritt in Richtung Gemeinwohl geschafft. Da es sich bei der „Astronautenkost“, wie Herr Riedl die hochverarbeiteten Lebensmittel nennt, in den meisten Fällen um sogenannte Convenience(Bequemlichkeit)-Produkte handelt, könnten wir, würden wir auf sie verzichten, ganz nebenbei eine erhebliche Reduzierung des Verpackungsmülls erreichen. Ein bewusstes Einkaufen mit Fokus auf Gesundheit, Nachhaltigkeit, Saisonalität, Regionalität und Verpackung, gehören zu den wichtigen Zielen unserer Zukunft.
Uwe Buscher-Grönefeld
Ostrhauderfehn
Ärger mit den gelben Tonnen
Bei der Einführung der Mülltonnen vor einigen Jahren hat man seitens der Kreisverwaltung Aurich wohl nicht bedacht, dass es mit der Abfuhr des Plastikmülls, wegen des Leichtgewicht Schwierigkeiten geben könnte. Die geringe Standfestigkeit der Tonne ist bei sehr windigem oder stürmischen Wetter ein Problem, vor allem im Herbst und Winter. Bei der letzten Abfuhr in der Gemeinde Hinte am 3. Januar herrschte am Vortag und in der Nacht sehr stürmisches Wetter mit Schneetreiben. Da die Tonne bis 7 Uhr an der Straße stehen muss, ist anzunehmen, dass eine, vielleicht auch mehrere Tonnen umgekippt sind. Die Folgen sind aber erst augenscheinlich geworden, als der Schnee geschmolzen war. Hier im alten Teil des Finkenweges war es sichtbar. Sicher ist es in anderen Gemeinden auch schon vorgekommen. Man sollte vielleicht, wenn die Abfuhr des Plastikmülls ansteht, die Stellzeit auf 9 bis 10 Uhr festlegen, damit die Tonnen nicht schon die ganze Nacht vorher an der Straße stehen. Eine Alternative wäre für Plastikmüll metallene Tonnen mit einer Beschwerung im Boden anzuschaffen, um eine bessere Standfestigkeit herzustellen. Aber das wird wohl an der Finanzierung scheitern. Vielleicht weiß aber auch der eine oder andere Leser, wie man Abhilfe schaffen kann.
Wolfgang Kramp
Hinte
Glatteis
Wer an einer geräumten Hauptstraße wohnt, kann ein relativ normales Leben führen, wer an einer Nebenstraße ohne Winterdienst wohnt, kann dies nicht. Selbst das Schieben eines Fahrrades stellt ein lebensgefährliches Himmelfahrtskommando dar. Dabei auf „Tauwetter“ bei den Verantwortlichen zu setzen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Aus Respekt vor dem Leben.
Bernd Antes
Aurich
Eiszeit Emden
Mit großer Vorfreude fiebern viele Kinder und Jugendliche in Emden jedes Jahr der Eiszeit in der Nordseehalle entgegen. Schon Wochen vorher wird geplant, verabredet und gezählt, bis es endlich wieder aufs Eis geht. Die Eiszeit ist weit mehr als nur eine Eislaufbahn. Sie ist ein wichtiger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche – ein Ort, an dem sie sich begegnen, gemeinsam lachen, sich bewegen und einfach Kind oder Teenager sein dürfen. Gerade in der heutigen Zeit, in der viele junge Menschen viel Zeit allein zu Hause verbringen oder digital „beschallt“ werden, ist ein solches Angebot von unschätzbarem Wert. Statt herumzulungern oder sich zurückzuziehen, treffen sich die Jugendlichen aktiv und sinnvoll an einem Ort wo wir Eltern wissen das sie gut aufgehoben und sicher sind. Gleichzeitig ist die Eiszeit auch ein Treffpunkt für Jung und Alt. Familien, Freundesgruppen und sogar Großeltern drehen gemeinsam ihre Runden, treffen sich abends in geselliger Runde und feiern zu DJ’s oder Livebands. Besonders in den Wintermonaten bietet die Eiszeit eine wichtige Möglichkeit zur Bewegung und schafft einen sportlichen Ausgleich. Nicht jedes Kind ist im Verein organisiert – hier können alle unkompliziert teilnehmen. Umso trauriger ist es, wenn die Saison schon wieder endet, obwohl sie gefühlt gerade erst begonnen. Die Eiszeit ist eine tolle Aktion für unsere Stadt, die gerne verlängert oder sogar noch weiter ausgebaut werden dürfte. Sie bereichert Emden und Umgebung.
Claudia Huismann
Emden