Emden Jetzt sind die Bäume beim Schwanenteich gefällt
Für den Umbau der historischen Parkanlage Schwanenteich in Emden sind die ersten Bäume gefallen. Wie sieht es vor Ort jetzt aus und wie geht es weiter?
Emden - Erst einmal muss man beim Anblick ganz schön schlucken: Zahlreiche Bäume wurden seit Donnerstag, 12. Februar 2026, beim historischen Schwanenteich-Gelände in Emden gefällt. Die Baumreihen bei den beiden Teichen gibt es nicht mehr. Bäume und Äste liegen teilweise im Wasser. Auch einige dicke Riesen auf der Seite zum Roten Siel sind gefallen und zerstückelt. Die Stämme lagen am Montagmorgen noch an den Wegen. Die Zuwegung zum Gelände ist zwar abgesperrt, doch davon lassen sich viele Spaziergänger nicht abhalten. Auch am Sonntag, vor dem erneuten Schnee, spazierten einige durch den Park, staunten über die gefällten Bäume. Auch Montagmorgen blieben hier immer wieder Menschen stehen. „Was soll das denn?“, fragte ein Mann diese Redakteurin. „Wo soll ich denn jetzt im Sommer im Schatten liegen?“
Bäume und Rodungen sind immer wieder ein emotionales Streitthema in Emden. Schon als die Pläne für den großen Umbau des Schwanenteich-Geländes 2022 vorgestellt und dabei auch Fällungen angesprochen wurden, gab es einen Aufschrei. Die Stadt erklärte seitdem immer wieder: Die Baum-Entnahmen seien notwendig, unter anderem auch wegen eines Baumgutachtens. Auch aktuell gibt es eine ausführliche Pressemitteilung, in der die Stadtverwaltung auf die sachlichen Argumente hinweist – und diese mehrfach betont. Der Stadtverwaltung ist die Emotionalität des Themas natürlich bewusst und sie will offensichtlich Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Ob das in Zeiten von Social Media gelingt, ist offen.
Warum wurden die Bäume beim Schwanenteich gefällt?
In der Pressemitteilung und auch in Videos der Stadt in den sozialen Medien wird erklärt, dass ein Teil des Baumbestands – insbesondere entlang der Teichufer – erhebliche Vitalitäts- und Standsicherheitsdefizite aufweise. Die Wurzeln der Bäume stünden immer in Staunässe, weil das Ufer über die Jahres zurückgewichen ist und der Park insgesamt meist zu nass ist, sagt Wolfgang Fecht, Abteilungsleiter „Öffentlicher Raum“ beim Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE), in dem Erklär-Video. „Das mögen Bäume nicht, es sei denn man nimmt Mangroven.“
Für die Wiederherstellung der historischen Teichlinien seien außerdem umfangreiche Erdarbeiten erforderlich, die tief in bestehende Wurzelräume eingriffen. „Ein fachgerechter Erhalt dieser Bäume ist unter diesen Bedingungen nicht möglich“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Sanierung werde deshalb gezielt genutzt, um den Baumbestand standortgerecht, klimaresilient und zukunftsfähig neu aufzubauen. Vorgesehen seien umfangreiche Ersatz- und Neupflanzungen mit langlebigen, klimaangepassten Baumarten.
„Entlang der Teiche entstehen Baumreihen aus Resista-Ulmen, die gegen die Holländische Ulmenkrankheit resistent sind. Ergänzend werden unter anderem Lärche, Tulpenbaum, Tupelobaum, Sumpfeiche, Immergrüne Eiche und Küstenmammutbaum gepflanzt“, erklärt die Stadt. Diese Arten seien an feuchte, schwere Böden angepasst, gelten als widerstandsfähig gegenüber Klimastress und schaffen langfristig stabile Lebensräume für Insekten und Vögel.
Wie geht es jetzt beim Schwanenteich weiter?
Nach den Baumfäll-Arbeiten soll es ab Ostern 2026 mit der eigentlichen Baumaßnahme losgehen, schreibt die Stadt. Etwa anderthalb Jahre soll der Umbau dauern, bei dem insbesondere die historischen Teichlinien wiederhergestellt und die historische Wegeanlage instandgesetzt werden sollen. Durch eine großflächige Drainage soll verhindert werden, dass sich zu viel Nässe in dem tiefer gelegenen Park bildet. Bislang ist das Gelände meist sumpfig – es sei denn, es gab eine längere Trockenperiode.
Auf der Seite vom Roten Siel soll ein Sonnenhang mit Sitz- und Liegemöglichkeiten entstehen. „Neue Parkmöblierung, eine Boulebahn sowie eine zurückhaltende, artenschutzgerechte Beleuchtung der Hauptwege erhöhen Aufenthaltsqualität und Sicherheit. Auch hier orientiert sich die Gestaltung an historischen Vorbildern“, heißt es von der Stadt. Die Baumaßnahme soll insgesamt rund 2,4 Millionen Euro kosten, wobei die Förderung aus dem Topf „Grünes Band“ knapp die Hälfte der Kosten deckt.