Osnabrück  Kaltmieten zwischen 6,10 und 7,50 Euro in Osnabrück: So groß ist die Nachfrage bei der Wio

Sandra Dorn
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Von Sandra Dorn
| 18.02.2026 05:48 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Günther-Kittelmann-Straße 1 und 3 im Landwehrviertel baut die Osnabrücker Wio 54 Wohnungen, die am 20. und 21. Februar besichtigt werden können. Das Foto enstand im September 2025. Foto: Sandra Dorn
An der Günther-Kittelmann-Straße 1 und 3 im Landwehrviertel baut die Osnabrücker Wio 54 Wohnungen, die am 20. und 21. Februar besichtigt werden können. Das Foto enstand im September 2025. Foto: Sandra Dorn
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Am 20. und 21. Februar können Menschen auf Wohnungssuche in Osnabrück den nächsten Neubau besichtigen, den die städtische Wohnungsgesellschaft Wio zurzeit im Landwehrviertel fertigstellt. Die Vermarktung läuft schon – mit einer klaren Tendenz.

Die Osnabrücker Wohnungsgesellschaft Wio ist einer der wenigen Vermieter in der Stadt, die noch Wohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein (WBS) anbieten. Geringverdiener und Menschen mit mittlerem Einkommen haben so die Chance auf eine Neubauwohnung, die 6,10 Euro (mit WBS-1) oder 7,50 Euro pro Quadratmeter (mit WBS-2) kalt kostet.

Am 20. und 21. Februar bietet die Wio wieder einen „Tag der offenen Baustelle“ an, und zwar in ihrem Neubau an der der Günther-Kittelmann-Straße im Landwehrviertel. Es ist das dritte größere Neubauprojekt der Wio. 54 Neubauwohnungen sollen ab dem dritten Quartal dieses Jahres bezugsfertig sein und sind seit kurzem in der Vermarktung.

Vor allem die Nachfrage nach kleinen Wohnungen für Singles mit geringem Einkommen sei bei der Wio hoch, sagt deren Sprecher Sebastian Philipp auf noz-Anfrage. Um so eine kleine Sozialwohnung zu einem Quadratmeterpreis von nur 6,10 Euro pro Quadratmeter (kalt) beziehen zu dürfen, benötigen die Mieter einen WBS-1.

Die Wio erhält im Gegenzug für den Bau zinsvergünstigte Darlehen von der niedersächsischen NBank – so funktioniert der soziale Wohnungsbau im Wesentlichen. Die Stadt hatte die Wio 2020 als 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Osnabrück gegründet, um bezahlbare Wohnungen zu bauen.

Die Wio führt eine Interessentenliste, auf der mittlerweile rund 1800 Einträge zu verzeichnen sind, sagt Philipp. Das vermittelt einen Eindruck von der hohen Nachfrage, aber so richtig aussagekräftig sei die Zahl nicht. Manche hätten sich mehrfach angemeldet, andere hätten kein Interesse mehr und reagierten nicht, wenn die Wio sie anschreibe, erläutert der Sprecher.

Die WBS-1-Wohnungen seien stets sehr schnell vergeben, so Philipp. Das ist wenig verwunderlich, da in Osnabrück ein Mangel an Sozialwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen herrscht. Die Auswahl trifft der Mieterbeirat der Wio.

Aber die Wio bietet auch geförderte Wohnungen für Mieter mit mittlerem Einkommen und WBS-2 an, damit es in den Wohngebäuden zu einer sozialen Durchmischung kommt. Hier liegt der Quadratmeterpreis bei 7,50 Euro (kalt). „Auch läuft die Vermarktung immer besser, auch wenn hier im Vergleich zu den WBS-1-Wohnungen noch eine weniger große Nachfrage besteht“, so Philipp. Im Vergleich zum Vorjahr würden jedoch mittlerweile mehr Wohnberechtigungsscheine für mittlere Einkommen (WBS-2) eingereicht.

„Sicherlich besteht hier weiterhin noch Informationsbedarf“, so Philipp. Viele Normalverdiener wissen nicht, dass sie einen WBS-2 bei der Stadt beantragen können. Ein Paar mit zwei Kindern etwa hat bis zu einem Bruttojahreseinkommen von 101.230 Euro einen Anspruch darauf.

„Gerade der sogenannte zweite Förderweg bietet vielen Normalverdienenden – etwa Pflegekräften, Handwerkern oder Angestellten – die Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum in attraktiver Lage zu finden“, so fasst es die Wio in einer Pressemitteilung zusammen. Die Stadt hat unter www.osnabrueck.de/wohnraumfoerderung einen Einkommensrechner und eine Tabelle mit den Einkommensgrenzen veröffentlicht

Interessierte können sich am Freitag, 20. Februar, von 13 bis 15.30 Uhr ein Bild von den geförderten Wohnungen an der Günther-Kittelmann-Straße im Landwehrviertel machen und sich direkt vor Ort von der Wohnraumförderstelle der Stadt Osnabrück beraten lassen.

Am Samstag, 21. Februar, stehen von 10 bis 12.30 Uhr die frei finanzierten Wohnungen im Fokus. Es ist der geringste Anteil der Wohnungen in den Neubauprojekten der Wio. Sie werden zu marktüblichen Mieten an Menschen ohne Wohnberechtigungsschein vermietet.

In unmittelbarer Nachbarschaft des Wohnblocks an der Günther-Kittelmann-Straße hat die Wio an der Quebecallee noch ein weiteres Wohnprojekt realisiert. Das erste von zwei Häusern ist bereits bewohnt, im zweiten sind laut Philipp noch zehn Wohnungen frei. Es soll im April bezugsfertig sein.

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