Osnabrück  Präsidentin weg, Vize weg: So bereitet die Uni Osnabrück den doppelten Führungswechsel vor

Sebastian Stricker
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Von Sebastian Stricker
| 20.02.2026 09:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Präsidentin Susanne Menzel-Riedl wechselt im Herbst nach Münster, und der einzige hauptamtliche Vizepräsident Wilfried Hötker geht zum Jahresende in Ruhestand. Wie die Uni Osnabrück die Nachfolge regelt.

An der Universität Osnabrück steht ein doppelter Wechsel an der Spitze bevor. Präsidentin Susanne Menzel-Riedl wird zum 1. Oktober neue Rektorin der Uni Münster. Und der hauptamtliche Vizepräsident für Personal und Finanzen, Wilfried Hötker, geht Ende 2026 in den Ruhestand. Zwei Findungskommissionen machen sich jetzt auf die Suche nach geeigneten Nachfolgern.

Beide Gremien bestehen aus je drei Mitgliedern des Senats und des Hochschulrats. Hinzu kommt ein Vertreter des niedersächsischen Wissenschaftsministeriums. Den Vorsitz übernimmt ein Mitglied des Hochschulrats. So regelt es das niedersächsische Hochschulgesetz.

Die Findungskommissionen schlagen Kandidaten vor. Anschließend entscheidet der Senat über die Besetzung.

Für die Nachfolge von Menzel-Riedl beschließt der Senat am 25. Februar das Anforderungsprofil. Anfang März will die Findungskommission den Text für die öffentliche Ausschreibung festlegen. Die Kandidatensuche beginnt, sobald das Ministerium die Stelle freigegeben hat. „Ziel ist es, das Präsidentenamt zum 1. Oktober neu zu besetzen“, betont Unisprecher Oliver Schmidt.

Menzel-Riedl steht seit 2019 als Nachfolgerin von Wolfgang Lücke an der Spitze der Universität Osnabrück. Sie war damals als einzige Kandidatin von der Findungskommission zur Wahl vorgeschlagen worden. Insgesamt hatte es nach einer bundesweiten Ausschreibung 13 Bewerbungen gegeben. Drei kamen in die engere Auswahl.

Im Herbst 2024 gewährten Senat und Hochschulrat Menzel-Riedl eine zweite Amtszeit von acht Jahren. Doch kaum ein Jahr später stellte sie sich in Münster zur Wahl – und gewann diese im November 2025, abermals als einzige Kandidatin, mit klarer Mehrheit.

In Münster tritt die 49-Jährige die Nachfolge von Rektor Johannes Wessels an, der nicht erneut vorgeschlagen wurde. Die Universität Münster zählt rund 42.000 Studierende und ist damit fast dreimal größer als die Uni Osnabrück. Für Menzel-Riedl bedeutet der Wechsel auch eine Rückkehr. Sie lebt mit ihrer Familie in Münster und hat dort selbst studiert.

Nach ihrer Wahl sagte sie: „Ich bin Präsidentin der Uni Osnabrück – und zwar mit vollem Herzen bis zum letzten Tag.“ Zugleich sprach sie von einer großen persönlichen Chance.

Für die ebenfalls vakant werdende Stelle des einzigen hauptamtlichen Vizepräsidenten der Uni Osnabrück – zuständig für Personal und Finanzen – hat das Auswahlverfahren bereits begonnen. „Die Bewerbungsfrist endete am 25. Januar“, erklärt Sprecher Schmidt. Die Findungskommission wählt nun Bewerber für ein Vorverfahren aus. Danach folgt ein Assessment, also ein strukturiertes Auswahlverfahren. Die Besetzung der Stelle soll zum 1. Januar 2027 erfolgen.

Wilfried Hötker füllt sie seit 1. Januar 2005 aus. Der 1961 geborene Mathematiker hat 1996 in Osnabrück promoviert. Vor seinem Wechsel an die Universität leitete er unter anderem das Finanzmanagement der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld und war Geschäftsführer der Handwerkskammer Münster. Ende 2026 geht er nach mehr als 20 Jahren im Amt in den Ruhestand.

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