Rückkehr nach Phantásien  Stehende Ovationen für das Tanztheater der Kunstschule Norden

Rebecca Kresse
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Von Rebecca Kresse
| 22.02.2026 08:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Ende siegt die kindliche Kaiserin und Phantàsien ist gerettet. Foto: Rebecca Kresse
Am Ende siegt die kindliche Kaiserin und Phantàsien ist gerettet. Foto: Rebecca Kresse
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24 Tänze, flirrende Irrlichter und eine Massenszene zu Enno Bungers „Renn“ – und am Ende der Appell: „Die Kunstschule ist unser Phantásien“ soll geschützt werden.

Norden - Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum die diesjährigen Aufführungen des Tanztheaters der Kunstschule im Theatersaal der Stadt Norden.

Zweimal vor ausverkauftem Haus zeigten die Tänzer und Schauspieler das Stück „Zurück nach Phantásien“, geschrieben und inszeniert von Katharina Ihnen und Cornelia Kruse – auf die Bühne gebracht, aber als Gemeinschaftsproduktion der gesamten Kunstschule. Eine Produktion, die gezeigt hat, was Kunstschule kann. Auch deshalb ging es am Ende nicht nur um Kunst, sondern auch ein bisschen um Politik. Es gelte, die Institution Kunstschule zu schützen, so Katharina Ihnen in ihrer Dankesrede nach der Premiere. „Die Kunstschule ist unser Phantásien und unbedingt schützenswert, damit unser Phantásien niemals vom Nichts bedroht wird“, machte sie deutlich.

Katharina Ihnen und Cornelia Kruse freuten sich über die erfolgreiche Premiere. Foto: Rebecca Kresse
Katharina Ihnen und Cornelia Kruse freuten sich über die erfolgreiche Premiere. Foto: Rebecca Kresse

Denn genau darum ging es in dem Tanztheater: Die Bühnengeschichte schreibt den Roman von Michael Ende „Die unendliche Geschichte“ von 1979 weiter. Bastian, der im Roman Phantásien gerettet hat, ist mittlerweile erwachsen geworden. Er hat zwar seinen beiden Kindern Arvid und Luna, gespielt von Bela Groeneveld und Chiara Remmers, von Phantásien erzählt, ist mittlerweile aber in den Routinen der Arbeits- und Menschenwelt versunken. Doch das Nichts ist nach Phantásien zurückgekehrt und droht es zu verschlingen.

Für die Zuschauer, die wohl alle „Die unendliche Geschichte“ kannten, war das Stück auch ein Wiedersehen mit der kindlichen Kaiserin (Pauline Brau), dem mutigen Atréju (Nika Boidel), dem fröhlichen Glücksdrache Fuchur (Ida Carstens), dem starken Felsenbeißer Björk, dem geheimnisvolle Nachtalb Wuschwusul (Liz Kristandt), dem kleinen Winzling Ückück (Letizia Hochheiser) und der Magierin Xayíde (Frieda Johanne Pieper).

Lina Habben (von links), Letizia Hochheiser, Bela Groeneveld, Ida Carstens, Pauline Brau und Liz Kristandt versuchten Phantásien zu retten. Foto: Rebecca Kresse
Lina Habben (von links), Letizia Hochheiser, Bela Groeneveld, Ida Carstens, Pauline Brau und Liz Kristandt versuchten Phantásien zu retten. Foto: Rebecca Kresse

Doch was wäre ein Tanztheater ohne Tanz? Insgesamt 24-mal machten die zahlreichen Gruppen von den Kleinsten im Alter von etwa vier Jahren über die Jugendlichen bis hin zur Erwachsenen-Ballett-Gruppe aus dem Theaterstück erst eine wahrhaft fantastische Reise. Sie entführten das Publikum in bunten Bildern, mit viel Rhythmus und zum Teil überraschender Musik weit weg aus der Norder Oberschule, hinein in eine Welt der Fantasie.

Massenszene in der Menschenwelt: Überall laufen die Menschen gehetzt und gestresst durch die Straßen. Foto: Rebecca Kresse
Massenszene in der Menschenwelt: Überall laufen die Menschen gehetzt und gestresst durch die Straßen. Foto: Rebecca Kresse

Besonders beeindruckend waren aber die Brüche der Welten. Etwa als die Bewohner Phantásiens erstmals auf die Menschenwelt stoßen. Eine Massenszene, untermalt von Enno Bungers „Renn“, die für Gänsehaut sorgte. Da flirrten gerade noch die zehnjährigen Ballettmädchen von Katharina Ihnen als freundliche, umherschwirrende Irrlichter über die Bühne und sorgten für das erste Raunen im Publikum. Kurz darauf marschierten eben diese gerade freundlichen Wesen als ernste Soldaten von Magierin Xayíde auf. Für eine wahrhaft dunkle Stimmung sorgte auch Hannah Küpper als Nichts – unterstützt von den ganz kleinen Tänzerinnen von Cornelia Kruse.

Als „Nichts“ brilliert Hannah Küpper. Foto: Rebecca Kresse
Als „Nichts“ brilliert Hannah Küpper. Foto: Rebecca Kresse

Am Ende gab es für alle Tänzer und Darsteller tosenden Applaus – verbunden mit der Hoffnung, dass es wie auch sonst in zwei Jahren wieder einen solchen Abend von und mit der Kunstschule Norden geben wird.

Gemeinsam holen sich Tänzer und Schauspieler den großen Applaus des Publikums ab. Foto: Rebecca Kresse
Gemeinsam holen sich Tänzer und Schauspieler den großen Applaus des Publikums ab. Foto: Rebecca Kresse

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