Stadtbibliothek Norden saniert Vossenhus und baut gläsernen Anbau
Rund 7,5 Millionen Euro sind eingeplant, der Rat entscheidet am 25. Februar. Baubeginn könnte im Frühjahr 2027 sein. Wie dringend der Platz gebraucht wird, zeigte der Tag der offenen Tür am Sonntag.
Norden - Norden bekommt eine neue Stadtbibliothek. Der Plan: Das Alte wird erhalten und durch Modernes ergänzt. Das Vossenhus wird komplett saniert und durch einen gläsernen Zwischenbau inklusive neuem Eingang mit einem neuen Anbau verbunden, um endlich mehr Platz zu bekommen. Wie sehr dieser zusätzliche Platz gebraucht wird, zeigte auch der Tag der offenen Tür am Sonntag im Übergangsquartier der Stadtbibliothek im Neuen Weg. Dort machte Bürgermeister Florian Eiben noch einmal deutlich, wie sehr er sich auf die neue Bibliothek freut.
„Ich denke, keiner von uns hat sich gedacht, dass die Stadt Norden knapp acht Millionen Euro investiert, um ein großes Haus zu bauen, um zu erweitern, um Orte zu schaffen, für alle Generationen“, so Eiben. Viele hätten die Bücherei heute noch immer als einen Ort im Kopf, an dem man sich nur Bücher ausleihen kann. Das sei aber schon seit rund zwanzig Jahren nicht mehr die Realität. Neben Büchern gibt es längst neue Medien und Spiele auszuleihen, und die Bibliothek sei ein dritter Ort. „Ich bin immer ein Freund einer Bibliothek gewesen, weil sie Gleichheit schafft. Wenn man sie richtig ausstattet, hat jeder die Chance, teilzuhaben. Es ist ein Ort, wo Wissen vermittelt wird, unabhängig davon, woher man kommt und wie viel Geld zur Verfügung steht“, betonte Eiben.
Noch in dieser Woche soll der Rat entscheiden
Das Vorhaben, die Stadtbibliothek Norden umzubauen und zu erweitern, ist mittlerweile ein gutes Stück weitergekommen: Der Bauausschuss und der Ausschuss für Jugend, Bildung, Sport und Soziales haben bereits grünes Licht gegeben – der Rat will noch in dieser Woche die endgültige Entscheidung für das Projekt fällen. (Ratssitzung am 25. Februar, 17 Uhr, in der Oberschule Norden.)
Mit dem Projekt soll die Bibliothek zu einem modernen Bildungs-, Lern- und Begegnungsort weiterentwickelt werden. Geplant ist ein offener Treffpunkt als „dritter Ort“ neben Zuhause und Arbeitsplatz. Bildungsangebote sollen ausgebaut werden, zugleich soll ein zentraler Anlaufpunkt für Familien, Kinder und Jugendliche entstehen. Vorgesehen sind Arbeits- und Lernräume ebenso wie Flächen für Veranstaltungen, Events und kulturelle Angebote. Wie das Konzept konkret aussehen könnte, stellte das Büro Angelis & Partner Architekten in der Ausschusssitzung vor.
Vossenhus stößt an räumliche Grenzen
Das Problem: Im historischen Vossenhus stößt die Bibliothek wie berichtet räumlich an ihre Grenzen. Außerdem ist das Gebäude nicht barrierefrei. Neben Sanierung und Umbau im Bestand sind daher auch eine Erweiterung und ein Neubau vorgesehen. Das Vossenhus soll über einen gläsernen Zwischenbau mit dem Neubau verbunden werden. Zudem wird das Gebäude Osterstraße 158 in die Planungen einbezogen. Insgesamt soll die neue Stadtbibliothek Norden 730 Quadratmeter Nutzfläche bekommen.
Im Obergeschoss des Vossenhus sollen unter anderem die Jugendbibliothek, ein Non-Book-Bereich sowie Spiele- und Gaming-Angebote entstehen, außerdem Mitarbeiterbereiche. Der Neubau ist für einen Multifunktionsraum, Lagerflächen und Sanitärbereiche vorgesehen. In der Osterstraße 158 sollen eine Kinderbibliothek und eine „Kreativschmiede“ untergebracht werden. Optisch soll sich das Gebäude an der Osterstraße am Vossenhus orientieren.
Stadt will Übergangsquartier weiter nutzen
Die Kosten werden derzeit auf rund 7,5 Millionen Euro beziffert: etwa 2,4 Millionen Euro für Sanierung und Umbau des Vossenhus, rund 3,6 Millionen Euro für die Maßnahmen in der Osterstraße 158 und etwa 1,5 Millionen Euro für den Neubau. Für die Sanierung des Vossenhus steht eine Förderung aus dem Programm „Historischer Marktplatz“ zur Verfügung – zwei Drittel, maximal 1,5 Millionen Euro. Weitere Fördermittel für das Gebäude Osterstraße 158, den Zwischenbau und die Ausstattung sind laut Stadtverwaltung in Aussicht; insgesamt bis zu 2,8 Millionen Euro. Wenn alles nach Zeitplan läuft, könnte im Frühjahr 2027 Baubeginn sein.
Dann, so machte Florian Eiben am Wochenende deutlich, will die Stadt das bisherige Übergangsquartier im Neuen Weg weiter nutzten werden. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das nutzen können, für Begegnungen, für Kinder. Ich merke jetzt schon und höre das auch aus der Kaufmannschaft, dass die Belebung der Innenstadt durch das Quartier einfach da ist“, sagte Eiben.