AOK-Gesundheitsnavigator: Alle deutschen Krebszentren auf einen Blick

| 26.02.2026 14:06 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Behandlung in Krebszentren erhöht nach Angaben der AOK die Überlebenschancen der Betroffenen. Das Bild zeigt eine Patientin im Computer-Tomographen. Foto: AOK
Die Behandlung in Krebszentren erhöht nach Angaben der AOK die Überlebenschancen der Betroffenen. Das Bild zeigt eine Patientin im Computer-Tomographen. Foto: AOK
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Das kostenlose Online-Portal hilft krebskranken Menschen bei der Suche nach einer zertifizierten Klinik.

Ostfriesland / OTS - Im aktuellen AOK-Gesundheitsnavigator sind 3426 Krebszentren gelistet, gut 200 Einrichtungen mehr als vor einem Jahr. Sowohl Ärzte als auch Patienten können das kostenlose Online-Portal vor einer anstehenden Krebsbehandlung für die Suche nach einer geeigneten Klinik nutzen und sich außerdem über die Fallzahlen sowie die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Mindestmengen zur Behandlung von Brust- und Lungenkrebs informieren.

Kliniken, die Zertifikate der Deutschen Krebsgesellschaft erhalten, müssen besonders hohe fachliche Anforderungen erfüllen. Zudem zeichnen sich diese Zentren allesamt dadurch aus, dass verschiedene Abteilungen und niedergelassene Experten vernetzt zusammenarbeiten. „Die Zertifizierung einer Klinik als Krebszentrum sollte das entscheidende Kriterium bei der Auswahl des Krankenhauses für eine Behandlung sein“, betont die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann.

Die mit Unterstützung der AOK durchgeführte Studie zur „Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“ hat nach Angaben von Carola Reimann deutlich gezeigt, dass die in Krebszentren behandelten Patienten eine höhere Überlebenschance haben als in nicht zertifizierten Kliniken. „Die Behandlung von Krebs sollte im Zuge der Krankenhausreform auf diese Zentren konzentriert werden“, fordert die Bundesvorsitzende der AOK, denn: „Dann müssen sich Menschen mit Krebserkrankungen in ihrer ohnehin schweren Situation nicht mehr selbst darum kümmern, eine optimale Behandlung zu erhalten.“

Im Gesundheitsnavigator sind laut AOK-Bundesverband insgesamt 1.430 onkologische Zentren verzeichnet, die auf die Versorgung von Krebserkrankungen mehrerer Organe spezialisiert sind.

Das Pius-Hospital in Oldenburg ist zertifiziertes Krebszentrum für Tumorerkrankungen von Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lunge und Brust sowie für den Fachbereich Gynäkologie. Foto: Pius-Hospital
Das Pius-Hospital in Oldenburg ist zertifiziertes Krebszentrum für Tumorerkrankungen von Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm, Lunge und Brust sowie für den Fachbereich Gynäkologie. Foto: Pius-Hospital
Bei den Zentren zur Behandlung einzelner Krebsarten liegen die Darmkrebszentren mit 307 Standorten an der Spitze, gefolgt von 291 Brustkrebszentren, 176 gynäkologischen Krebszentren und 164 Prostatakrebszentren. Seit Mitte 2025 werden erstmals auch zertifizierte Analkrebszentren (14) und Hodenkrebszentren (26) angezeigt.

Ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung als Krebszentrum ist übrigens die Zahl der Krebsbehandlungen, weil es einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Erfahrung des Ärzteteams und den Behandlungserfolgen gibt. Für die Versorgung von Brust- und Lungenkrebs gelten inzwischen sogar gesetzliche „Mindestmengen“, deren Einhaltung im Portal angezeigt wird. Aktuell weist der Navigator bundesweit 379 Kliniken aus, die die Mindestmengenregelung für Brustkrebs-Operationen erfüllen – 46 weniger als bei Einführung der Mindestmenge für diesen Eingriff vor zwei Jahren.

Um bei der Nutzung des Gesundheitsnavigators noch mehr Orientierung und Vergleichsmöglichkeiten zu bieten, werden die Fallzahlen der einzelnen Krankenhäuser im Portal zusätzlich in Relation zu den Werten anderer Kliniken gesetzt und als „niedrig“, „mittel“ oder „hoch“ eingeordnet.

Ganz neu: Für die vollständige Entfernung des Organs bei Prostatakrebs zeigt der Gesundheitsnavigator darüber hinaus exklusive Informationen zu Unterschieden in der Behandlungsqualität zwischen den einzelnen an der Versorgung beteiligten Krankenhäusern an. Basis ist das Verfahren zur „Qualitätssicherung mit Routinedaten“, das vom Wissenschaftlichen Institut der AOK entwickelt worden ist.

Das Klinikum Oldenburg in Kreyenbrück ist für zahlreiche Krebsarten als Onkologiezentrum gelistet: Dazu gehören Tumorerkrankungen von Kopf, Hals und Speiseröhre, Brust und Gynäkologie, Bauchspeicheldrüse, Darm, Niere, Penis und Prostata. Zertifiziert ist das Krankenhaus außerdem für Hautkrebs und Kinderonkologie sowie für sogenannte hämatologische Neoplasien (Blut, Knochenmark, Lymphe). Foto: Lukas Lehmann/Stadt Oldenburg
Das Klinikum Oldenburg in Kreyenbrück ist für zahlreiche Krebsarten als Onkologiezentrum gelistet: Dazu gehören Tumorerkrankungen von Kopf, Hals und Speiseröhre, Brust und Gynäkologie, Bauchspeicheldrüse, Darm, Niere, Penis und Prostata. Zertifiziert ist das Krankenhaus außerdem für Hautkrebs und Kinderonkologie sowie für sogenannte hämatologische Neoplasien (Blut, Knochenmark, Lymphe). Foto: Lukas Lehmann/Stadt Oldenburg
Laut aktueller Auswertung lag die Komplikationsrate im Fünftel der Kliniken, die in der Auswertung überdurchschnittlich abgeschnitten haben, bei 6,4 Prozent, während im Fünftel der schlechtesten Kliniken fast ein Viertel der Patienten (23 Prozent) von Komplikationen betroffen war. In die Auswertung sind rund 17.600 Fälle von AOK-Versicherten aus den Jahren 2021 bis 2023 einbezogen worden, die in 189 Kliniken operiert worden sind. Alle Fälle werden ein Jahr „nachbeobachtet“. So können auch später auftretende Komplikationen nach einer OP ermittelt werden.

Zur Krankenhaussuche geht es hier: www.aok.de/pk/gesundheitsnavigator/