Berlin Sarah Engels beim ESC: Warum das die richtige Entscheidung für Deutschland ist
Sarah Engels ist mit DSDS zum Star geworden und mit der Liebe zu ihrem Ex-Mann Pietro Lombardi zum Medienphänomen. Spricht das gegen ihren ESC-Erfolg? Ganz sicher nicht.
Beim ESC-Vorentscheid zündet Sarah Engels eine Pyro-Show, als ob das Gas nichts kosten würde. Ein kleines bisschen Wirklichkeitsverlust tut diesem Musikwettbewerb vielleicht ja ganz gut. Mit dem Streit um die Teilnahme Israels ist er politisiert genug. „I’m on fire“, singt Engels jetzt für Deutschland. Und auch das passt. „On Fire“ sind beim Thema ESC sowieso alle. Wenn im Ersten der Song Contest läuft, brennt der Baum.
Und das natürlich zuallererst im Feuilleton. Eine „Enttäuschung auf ganzer Linie“ beklagt „T-Online“. Bei „TV Spielfilm“ sind die „Fans empört“, „Focus.de“ lässt Engels’ Song von Experten „zerlegen“. Und die „Welt“ schickt die ganze Branche auf die Couch („Der deutsche Schlager hat ein Therapieproblem.“) Nirgendwo motzt es sich entspannter als im Fernsehsessel.
Hier und da hört man auch die Frage, ob Sarah Engels in der Vorrunde nicht einen unfairen Vorteil hatte. Mit ihrer großen Fangemeinde war sie in der Zuschauerabstimmung schließlich heillos überlegen. Stimmt: Die 33-Jährige hat auf Instagram satte 1,8 Millionen Follower. Fünf ihrer acht Konkurrenten haben nicht mal einen Wikipedia-Eintrag.
Hier können Sie Sarah Engels’ Auftritt mit dem ESC-Song „Fire“ ansehen:
Aber – warum um Gottes willen spricht das gegen Sarah Engels? Mit ihr tritt zur Abwechslung ein echter Star an. Schon das wertet den Wettbewerb auf. Aus hiesiger Sicht ist der ESC oft genug eine Parallelwelt, in der eigens für die Show designte Newcomer ins kalte Wasser springen. Eine Lena Meyer-Landrut entdeckt man auf diese Weise wohl leider nur einmal.
Sarah Engels ist schon berühmt und – wie zu besten ESC-Zeiten – auch eine Entertainerin, die viele Sparten bedient: Singen, Tanzen, Musical und natürlich den Boulevard. Schauspielerfahrung hat sie auch. Und nebenbei beherrscht sie den Humor, der auf Instagram funktioniert. Mit all dem kann sie der Welt jetzt zeigen, was vielleicht nicht bei allen Deutschen gut ankommt, aber zumindest bei vielen. Wenn wir wieder ganz hinten landen, haben wir es diesmal wenigstens verdient. Und wenn sie siegt, dann lieben wir sie alle. In diesem Sinne: Sarah, viel Glück!