Norden Norder Imker suchen das Vereinsheil in Schulungen
Das Interesse an Bienen ist gesunken, sagt Vorsitzender Thorsten de Buhr. Neuimker sollen die Existenz des Vereins sichern. Der Vorstand bleibt im Amt.
Norden – Die Mitglieder des Imkervereins Norden haben auf ihrer Jahresversammlung den Vorstand bestätigt. An der Spitze steht weiterhin Thorsten de Buhr aus Hage, sein Stellvertreter ist Walter Schadt aus Norden. Weiter im Amt sind auch Schriftwart Richard Fransen, Kassenwartin Melissa Nannen, Kassenprüfer Walter Ehmen und Wanderwart Eberhard Janssen.
Nach Darstellung des Vorsitzenden war das Jahr 2025 für den Imkerverein Norden erneut facettenreich. „Trotz wechselhafter Wetterbedingungen und klimatischer Herausforderungen war es ein sehr gutes Honigjahr“, resümierte Thorsten de Buhr. Unterm Strich seien alle mit der Honigernte mehr als zufrieden. „Das trifft sowohl für die Früh- beziehungsweise Sommertracht als auch für den Rapshonig zu.“
Nicht unter den Top Ten der Hobbys vertreten
Die größte Herausforderung ist die Mitgliederentwicklung, so de Buhr: „Davon hängt die Existenz unseres mehr als 100 Jahre bestehenden Vereins ab“. Die Imkerei sei nicht unter den Top Ten der Hobbys vertreten, sondern weit abgeschlagen. „Der Hype um die Bienen ist längst Geschichte. Das Insektensterben hält an, es ist den Menschen jedoch nicht mehr präsent“, sagte der Vorsitzende. Die Imkerei sei kein Hobby für zwischendurch. Sie beanspruche viel Zeit, Platz und finanzielle Investitionen.
Eine Chance, die Mitgliederzahlen zu stabilisieren oder zu steigern, sehen die Verantwortlichen in den Neuimkerschulungen. Vereine Norden und Marienhafe bieten in diesem Jahr erstmals eine gemeinsame Schulung im Haus der Vereine am Norder Tief an. Bislang liefen die Kurse in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Norden. Weil die Arbeit der Imker dem Rhythmus der Natur folgt, läuft ein Kursus über mehrere Monate. Viel Wert wird dabei auch auf die praktische Ausbildung gelegt. Sie erfolgt nach den Richtlinien des Deutschen Imkerbundes und des Imker-Landesverbandes Weser-Ems.
Baumchallenge bei den Imkern nicht beliebt
Die Norder Imker haben 2025 eine Streuobstwiese am Tief in Hage angelegt. Unter Anleitung des Norder Hobby-Pomologen Jupp Bohne pflanzten die Akteure verschiedene alte Sorten von Obstbäumen. Thorsten de Buhr dankte der Irma-Waalkes-Stiftung aus Emden für die Finanzierung der Bäume sowie dem Ort Hage, der die Fläche zur Verfügung gestellt hatte.
Als kritisch sieht Thorsten de Buhr die sogenannte Baumchallenge an, die im vergangenen Jahr vielfach in den sozialen Netzwerken gefeiert wurde. „Auch wir wurden damals nominiert und aufgefordert, bei sommerlichen Temperaturen einen Baum zu pflanzen. Nach reichlicher Abwägung haben wir uns entschlossen, an dieser Challenge nicht teilzunehmen, da hier von Nachhaltigkeit keine Rede sein kann.“ Er fände es interessant, zu erfahren, wie viele Bäume überlebt haben und in diesem Frühjahr noch stehen. „Der Zeitpunkt zur Pflanzung war einfach falsch“, so de Buhr.
Asiatische Hornisse auf dem Vormarsch
Für das Vordringen der Asiatischen Hornisse in Europa konnte der Vorsitzende des Imkervereins zumindest für das Norderland etwas Entwarnung geben. „Die Hornisse konnte noch keine signifikanten Schäden an den Bienenvölkern anrichten. Es wurden zwar einige Sichtungen gemacht, dabei blieb es aber“, so de Buhr, der auch Wespenbeauftragter im Raum Norden/Hage ist. Er mahnte dennoch zu höchster Vorsicht, das Insekt sei sehr angriffslustig. „Ein Stich sollte unbedingt vermieden werden, da dieser in Verbindung mit Bienenstichen zur Allergie führen kann.“