Iran-Krieg Aufatmen nach Nahost-Rückholflug – Kreuzfahrtgäste erwartet

dpa
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Von dpa
| 05.03.2026 07:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Am Morgen landete am Frankfurter Flughafen die erste Evakuierungsmaschine im Auftrag der Bundesregierung. Foto: picture alliance/dpa
Am Morgen landete am Frankfurter Flughafen die erste Evakuierungsmaschine im Auftrag der Bundesregierung. Foto: picture alliance/dpa
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Tausende Deutsche sitzen wegen des Iran-Kriegs im Ausland fest. Doch es winkt Hoffnung: Erste Rückholaktionen der Bundesregierung laufen, Außenminister Wadephul stellt weitere in Aussicht.

Erleichterung für Hunderte gestrandete deutsche Touristinnen und Touristen, Hoffnung für viele weitere: Am Morgen ist der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung mit Reisenden aus dem Nahen Osten am Flughafen in Frankfurt am Main gelandet. Zudem sollen heute zunächst 500 Kreuzfahrtgäste aus der Krisenregion ausreisen können, wie Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen Mihai Popsoi in Berlin sagte. Von Tui Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ mit einer Kapazität für insgesamt gut 5.000 Reisende wegen des Iran-Krieges in der Region fest. 

Am Morgen war eine Lufthansa-Maschine im Auftrag der Bundesregierung aus Omans Hauptstadt Maskat gelandet. An Bord des Fluges LH345 waren Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren wie zehntausende andere infolge des US-Angriffs auf den Iran in der Golf-Region gestrandet und mussten nun über den Landweg nach Maskat gebracht werden. Nach Wadephuls Worten sollten vorrangig Angehörige besonders verwundbarer Gruppen ausgewählt werden, wie Schwangere, Kranke oder Kinder. 

„Wir arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, Urlauberinnen und Urlauber sicher wieder zurück nach Hause zu ihren Freunden und Familien zu bringen“, sagte Wadephul. Demnach sind in der Region mindestens rund 30.000 deutsche Touristinnen und Touristen gestrandet. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es, jene deutschen Staatsbürger, die mit den von der Bundesregierung gecharterten Flugzeugen nach Deutschland gebracht würden, müssten sich mit einer Pauschale von jeweils 500 Euro an den Kosten beteiligen.

Auch weitere Flüge geplant

Wadephul zeigte sich nach der erfolgreichen Rückholung optimistisch zu steigenden Ausreisekapazitäten. „Ich bin sehr froh, dass heute der erste vom Auswärtigen Amt organisierte Flug aus Maskat mit mehr als 250 Personen sicher in Frankfurt gelandet ist“, sagte er und betonte, dass es heute und morgen zwei weitere Flüge mit ähnlicher Kapazität aus Maskat geben werde. Dafür würden Transporte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman organisiert. Damit wolle man denjenigen helfen, „die unsere direkte Hilfe unbedingt benötigen“. Das Auswärtige Amt prüfe fortlaufend weitere Unterstützungsangebote.

Gleichzeitig sehe die Bundesregierung glücklicherweise auch eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr, sagte der Außenminister. „Die Kapazitäten für die Ausreise werden von Tag zu Tag größer.“ Allein heute sollten aus Dubai und Abu Dhabi, wo der Großteil der deutschen Urlauber sich aktuell aufhalte, etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt gehen, davon über 60 nach Europa und einige auch nach Deutschland. 

Zum Beispiel die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways kündigte an, eine begrenzte Zahl von Hilfsflügen für gestrandete Passagiere anzubieten. Geplant seien unter anderem Verbindungen aus der saudischen Hauptstadt Riad nach Frankfurt am Main oder aus der omanischen Hauptstadt Maskat nach Berlin, wie aus der Mitteilung auf X hervorging. Die Airline kündigte weitere Informationen für Freitag an. 

Der Lufthansa-Konzern bleibt bei Flügen ins Krisengebiet Naher Osten vorsichtig. Als Erstes werden die Flüge nach Larnaca auf Zypern an diesem Samstag wieder aufgenommen. In dem EU-Staat war ein britischer Stützpunkt von einer mutmaßlich iranischen Drohne angegriffen worden. Ausgesetzt bleiben die Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien bis einschließlich Dienstag, den 10. März, wie das Unternehmen mitteilte.

Linienflüge nach Amman in Jordanien und Erbil im Nord-Irak soll es bis einschließlich 15. März nicht geben, nach Tel Aviv bis einschließlich 22. März, Beirut bis einschließlich 28. März, in die iranische Hauptstadt Teheran mindestens bis zum 30. April. 

Söder bringt Einsatz von Bundeswehrmaschinen ins Spiel

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) brachte bei Welt-TV den Einsatz von Bundeswehrmaschinen zur Rückholung von Touristen ins Spiel. Er würde jetzt alle Kräfte darauf konzentrieren, „unsere Urlauber heimzuholen“. Was jetzt passiere, sei ihm „noch alles ein bisschen zu wenig, das könnte noch verstärkt werden“. So seien zu wenige Flugzeuge im Einsatz und daher wäre es gut, wenn Deutschland überlegen würde, mit Bundeswehrmaschinen dort zu helfen - insbesondere auch in Dubai. 

Francesca Matić und ihre Eltern vielen sich am Frankfurter Flughafen in die Arme. Foto: Hannes P. Albert/dpa
Francesca Matić und ihre Eltern vielen sich am Frankfurter Flughafen in die Arme. Foto: Hannes P. Albert/dpa

Emotionale Szenen am Frankfurter Flughafen

Wie froh die Menschen sind, wieder zu Hause zu sein, konnte man am Frankfurter Flughafen miterleben. Nachdem die Lufthansa-Maschine aus Maskat mit fast zwei Stunden Verspätung gelandet war, lagen sich zum Beispiel Eltern und ihre Kinder wieder in den Armen. Eine von ihnen war die 28 Jahre alte Francesca Matić aus Bad Kreuznach, die nach einem Urlaub in Sri Lanka auf der Rückreise im Oman gestrandet war. Sie habe sich nicht allzu viele Sorgen gemacht, sagte sie. „Man wollte trotzdem einfach nur nach Hause.“

Seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran am Wochenende sind viele Reisende im Nahen Osten und anderen Weltregionen gestrandet. An Flughäfen und auch auf Kreuzfahrtschiffen vor allem in der Golfregion ging zeitweise nichts mehr.

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