Stuttgart Welche Rolle spielt Palmer künftig in Baden-Württemberg? Das sagt Grünen-Chef Banaszak
Eigentlich hätten die Grünen nach dem Sieg bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg allen Grund zu feiern. Doch die Personalie Boris Palmer bringt Unruhe in die Partei. Das zeigt auch ein Auftritt des Vorsitzenden Felix Banaszak bei „Hart aber fair“.
Vor allem der Grünen Jugend ist der Name Boris Palmer nach wie vor ein Dorn im Auge. Zwar ist der Oberbürgermeister von Tübingen seit rund drei Jahren kein Parteimitglied mehr. Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, bei der die Grünen den Sieg holten, rückt die umstrittene Personalie allerdings wieder in den Fokus.
Der Grund: Palmer gilt als enger Vertrauter von Spitzenkandidat Cem Özdemir. Entsprechend wäre es nicht unwahrscheinlich, dass der Ex-Grüne einen Posten im künftigen Landeskabinett bekommt.
Dieses mögliche Szenario war auch Thema in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ am Montagabend. Dort stellte Moderator Louis Klamroth dem anwesenden Grünen-Chef Felix Banaszak die Frage: „Der Sprecher der Grünen Jugend hat die Bundesspitze – also Sie – dazu aufgefordert, mit absoluter Klarheit dafür zu sorgen, dass Boris Palmer keine Rolle spielen darf bei der Regierungsbildung in Baden-Württemberg. Werden Sie dafür sorgen?“
Der Parteichef entgegnete zunächst entschieden: „Nein, das werde ich nicht. Es ist überhaupt nicht meine Aufgabe, Cem Özdemir zu erklären, wie er sein Kabinett zusammenzustellen hat.“ Klamroth setzte daraufhin nach und fragte, ob es Banaszak gut gefunden habe, dass Palmer eine zentrale Rolle im Wahlkampf der Grünen gespielt hat.
„Ich kann für mich ganz offen sagen, dass ich mich mit Boris Palmer in meinem Leben schon oft genug intensiv beschäftigt habe, dass ich das jetzt nicht in der gleichen Intensität weitermachen werde“, so der Grünen-Chef. Auch wenn Palmer kein Mitglied der Grünen mehr sei, habe sich Özdemir dazu entschieden, ihn in seinen Wahlkampf einzubinden. „Jetzt kann jeder daraus seine Schlüsse ziehen“, sagte Banaszak weiter.
Ob sich Banaszak eine Rückkehr von Palmer bei den Grünen vorstellen könne, bohrte Moderator Klamroth weiter nach. „Ich glaube, es gibt gute Gründe, warum er nicht mehr Mitglied bei den Grünen ist“, erklärte der Grünen-Vorsitzende. Es gebe offensichtlich eine Entfremdung zwischen dem Tübinger Oberbürgermeister und der Partei. Entsprechend wäre es „etwas überraschend, wenn jetzt ein neuer Mitgliedsantrag käme und alle sagen würden: ‚Ach komm, ist doch alles in Ordnung‘“, so Banaszak.