Wiesmoor/Großefehn Elf Gemeinden unter einem Hut
Der neue Verband der Großefehner und Wiesmoorer Kirchen nimmt seine Arbeit auf. Auf der ersten Sitzung wurde ein Vorsitzender gewählt.
Wiesmoor / Großefehn - Offiziell besteht der Gemeindeverband seit dem 1. Januar 2026, jetzt kamen die Vertreter der elf Kirchengemeinden aus Großefehn und Wiesmoor zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Dass sie gemeinsame Sache machen, sei ein bedeutender Schritt für die lutherischen Gemeinden in der Region, heißt es in einer Mitteilung.
Zusammengeschlossen haben sich die Kirchengemeinden Marcardsmoor, Wiesmoor, Hinrichsfehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn, Strackholt, Bagband, Aurich-Oldendorf, Timmel und Mittegroßefehn sowie Holtrop.
Faire und ausgewogene Vertretung
Etliche Gebäude, viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende und jede Menge Gläubige mit ganz unterschiedlichen Prägungen und Erwartungen sind unter einen Hut zu bringen. Deshalb legen die Kirchenvorstände großen Wert auf eine faire und ausgewogene Vertretung. Jede Gemeinde entsendet ihre Pastorin oder ihren Pastor sowie ein gewähltes Mitglied aus dem Kirchenrat in den Vorstand des Gemeindeverbandes.
Dem gehören darüber hinaus alle in der Region tätigen Diakoninnen und Diakone an. So werde sichergestellt, dass jede Gemeinde, unabhängig ihrer Größe, gehört wird.
Engpässe nehmen zu
„Uns war wichtig, dass auch die kleineren Gemeinden gut vertreten sind und nicht das Gefühl haben, von den größeren ‚geschluckt‘ zu werden“, sagt Gerhard Oldemeinen. Er ist Kirchenvorstand in Marcardsmoor und wurde von der Versammlung zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Pastor Tom Betten aus Spetzerfehn.
In den kommenden Jahren werden sowohl personelle als auch finanzielle Engpässe spürbar zunehmen, hieß es auf der Sitzung. Das habe Kürzungen von Stellen und Veränderungen in gewachsenen Strukturen zur Folge.
Kirchen bündeln Ressourcen
Der Gemeindeverband soll dazu beitragen, Ressourcen zu bündeln, Aufgaben gemeinsam zu planen und sich gegenseitig zu unterstützen. Schon in den vergangenen Jahren sind neue und erfolgreiche Projekte, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich entstanden. Gerade in diesen Bereichen macht Zusammenarbeit besonders viel Sinn.
Trotz aller Vernetzung, Zusammenarbeit und struktureller Veränderung bleibe die persönliche Nähe vor Ort bestehen, so die Verbandsvertreter. „Uns ist wichtig, dass die persönliche Bindung nicht verloren geht“, erklärt Pastor Tom Betten aus Spetzerfehn. „Die Menschen sollen wissen, wer sie begleitet – in schweren Zeiten und in schönen Momenten.“
Der Gemeindeverband verstehe sich daher nicht als Ersatz für die einzelnen Gemeinden, sondern als unterstützende Struktur im Hintergrund, die das Gemeindeleben vor Ort stärkt.