Emder Behördenviertel Parken kostet bald was – Arbeiten starten
Nach vielem Hin und Her wird das Parken im Behördenviertel in Emden, also rund um die Ringstraße, jetzt kostenpflichtig. Die ersten Arbeiten starten Anfang April.
Emden - Fast in der gesamten Emder Innenstadt können Autofahrer nicht mehr kostenlos parken – ab 1. Mai 2026 kommt auch das Behördenviertel hinzu. Rund um die Ringstraße werden dann montags bis samstags Gebühren fällig. Damit das Ganze umgesetzt werden kann, starten am 7. April erste Arbeiten. Das teilt die Stadt jetzt mit. „Zur Vorbereitung der neuen Parkregelung wird auch der Mittelstreifen in der Ringstraße angepasst, um das bisher unsortierte Parken zu ordnen“, heißt es aus der Pressestelle.
Demnach werden sämtliche Betonpoller entfernt und neue robustere, sogenannte WPC-Poller aufgestellt. Tauwerke werden zwischen den Pollern gespannt, um Abgrenzungen sichtbarer zu machen. Pflegearbeiten werden an den Bäumen durchgeführt und die gesamte Schotterfläche der langen Verkehrsinsel wird aufgearbeitet. „Die Arbeiten erfolgen so, dass jeweils nur eine der drei Parkflächen zeitweise gesperrt werden muss“, teilt die Stadt mit.
Das ist konkret für das Behördenviertel geplant
Ab dem 1. Mai ist der Bereich zwischen Cirksenastraße, südlich der Ringstraße und Nesserlander Straße eine grüne Parkzone. Eine Stunde Parken kostet dann einen Euro, ein Tagesticket gibt es für sechs Euro. Anwohner, die auf öffentlichen Parkplätzen stehen möchten, können einen Anwohner-Parkausweis für 90 Euro im Jahr ab jetzt bei der Straßenverkehrsbehörde beantragen. Die Hoffnung ist, dass viele Behördenmitarbeiter ins Parkhaus am Wasserturm gehen und die Anwohner sowie Besucher der Behörden mehr Platz für ihre Autos haben. Dazu hatte es allerdings starke Kritik von Verantwortlichen des Finanzamts und des Amtsgerichts gegeben.
Die Stadtverwaltung und Politik hatten sich 2025 gemeinsam für ein neues Parkraumkonzept in der Innenstadt entschieden. Weil es sehr viele kostenlose Parkplätze gab, wurden das Parkhaus und kostenpflichtige Parkplätze bis dato weniger genutzt. Der Parkdruck in den kostenlosen Bereichen war zwischen Anwohnern der Viertel und Besuchern groß – insbesondere im Behördenviertel und in den Stadtteilen Groß und Klein Faldern. Während die meisten Parkplätze in Bereichen innerhalb des Wallrings jetzt kostenpflichtig sind, gab es zuletzt für Behördenviertel und Faldern keinen konkreten Zeitplan für die Umsetzung.
Weiterhin keine Entscheidung zum Parken in Faldern
Für Faldern ist das auch weiterhin so. Daher parken jetzt deutlich mehr Fahrzeuge hier. Fremdparker machen bis zu 30 Prozent der Parkenden aus, hat ein Gutachten festgestellt. Es könnte auch sein, dass es ab 1. Mai noch mehr werden, wenn auch Behörden-Mitarbeiter und andere hierhin ausweichen. Die Stadtverwaltung habe dem Rat empfohlen, die hier vom Rat vorgesehene Zurückstellung der Quartiere Groß und Klein Faldern aufzugeben und ebenfalls in die Bewirtschaftung zu gehen, teilt die Stadt mit. Eine Rückmeldung dazu stehe noch aus.
Die Meinung von Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) zu der Sache ist klar: Einen Bereich in der Innenstadt auszusparen, wäre nicht sinnvoll. Insbesondere im Stadtteil Klein Faldern leiden die Anwohner bereits durch verstärkten Autoverkehr, haben sie immer wieder betont. Kommen noch mehr Parkplatz-Suchende dazu, wird es nur schlimmer.