Lesermeinung Ärztemangel | Cannabis | Trump

| 25.03.2026 06:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 10 Minuten
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Bei der OZ reden die Leserinnen und Leser mit. Hier haben wir Leserbriefe der vergangenen Tage gesammelt.

Telefone stehen nicht still

Hoffnung auf Besserung der Erreichbarkeit. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt. Nicht der Mangel an medizinischen Fachangestellten ist Schuld an der schlechten Erreichbarkeit der wenigen verbliebenen Facharztpraxen. In den letzten sieben Jahren sind zum Beispiel schlicht fünf HNO-Ärzte weniger im Versorgungsgebiet Aurich/Emden vorhanden, verblieben sind Fünf. Besserung ist nicht in Aussicht. Nun ringen also faktisch doppelt so viele Patienten pro Arzt um Termine. Die Telefone stehen nicht still. Man könnte eine Vollzeitkraft damit beschäftigen, die Telefonannahme sowie E-Mail-Beantwortung zu übernehmen. Dies würde für den Arzt puren betriebswirtschaftlichen Verlust bedeuten, denn die Sprechstunden sind bereits voll. Jeder Arzt behandelt sowieso schon ca. jeden vierten Patienten kostenlos. Das nimmt/nehmen die KV/die gesetzlichen Kassen so gerne billigend in Kauf. Dass nun auch noch mehr Personal her soll, ist also eine irrsinnige Wunschvorstellung. Die guten Zeiten sind schlicht vorbei. Ein politischer Sinneswandel ist nicht in Sicht und somit auch kein Grund zur Hoffnung.

Dr. Susanne Modemann

Norden

Radikaler Kahlschlag

Mit großem Unverständnis habe ich die Pläne zur Fällung der Bäume für die Sanierung der Moormerland Straße/Dorfstraße in Klein-Hesel gelesen. Es ist ein fatales Signal, gesunde alte Bäume der Motorsäge zu opfern, nur um die Bauarbeiten vermeintlich schneller oder günstiger zu gestalten. Jeder Baum, der fällt, reißt eine Lücke in den Lebensraum von Vögeln und Insekten und nimmt uns Schatten in heißen Sommern. Es ist kurzsichtig, jahrzehntealtes Grün zu vernichten, dessen Ersatz Jahrzehnte braucht – wenn überhaupt. Moderne Stadtplanung muss Bäume in die Sanierung integrieren, anstatt sie als Hindernisse zu betrachten. Wir brauchen ein Umdenken: Planen mit Bäumen, nicht gegen sie! Wir in Hesel holzen unnötig ab, stattdessen wird in Berlin 300 Millionen für neue Bäume ausgegeben. Finde den Fehler.

Friedhelm Christoffers

Moormerland

Donald Trump

Beim Lesen und Hören mancher Aussagen von Donald Trump kann man nur für ihn hoffen, dass es so ist, denn sonst müsste man stark an seinem Verstand zweifeln. Seit Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen den Angriff Russlands. Tausende Soldaten und Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, sind bereits gestorben. Vor diesem Hintergrund zu sagen, die Ukraine solle Putin doch einfach geben, was er wolle, um Frieden zu erreichen, wirkt krank. Ein Vergleich macht das Problem deutlich: Es wäre, als würde eine Bande eine Bank überfallen, dabei aber nur einen Teil des Geldes erbeuten. Und anschließend würde ein Richter sagen: „Gebt ihnen doch einfach den Rest auch noch, dann ist endlich Ruhe.“ Ein solcher Gedanke widerspricht einfach dem grundlegenden Verständnis von Recht und Unrecht eines jeden Normal denkenden Menschen. Trump hat zudem kurz vor der Präsidentenwahl wiederholt erklärt, er könne, wenn er Präsident wäre, den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden. Geworden ist aus diesem Versprechen natürlich nichts. Zugleich betonte Trump immer wieder, er würde als Präsident nie einen Krieg beginnen. Auch das stimmt leider nicht: Nachdem er zunächst sein Verteidigungsministerium zum Kriegsministerium umbenannt hat, hat er nun den Krieg im Iran begonnen. Ist er ein Lügner oder ist er ernsthaft krank? Seine Nichte Mary Trump, hat ein Buch über ihn geschrieben und ihn darin als sehr gefährlichen Menschen beschrieben. Ich fürchte, sie hat so oder so Recht.

Bernhard Steffen

Neukamperfehn

Milchbauern ringen um höhere Preise

Die Milchbauern fordern die Umsetzung des Artikels 219 Gemeinsamer Marktordnung. Zuletzt angewendet im März 2022 als es zu Marktverwerfungen durch den Angriff Russlands auf die Ukraine kam. Die EU stellte damals 60 Millionen zur Verfügung. Der Milchpreis liegt zur Zeit bei 0,15 Euro pro Kilogramm unter Vorjahrespreis - nicht mehr kostendeckend. 219 würde sofort greifen. Der DBV setzt auf Verdrängung sonst kann man sich deren Einstellung zu Artikel 148 GMO nicht erklären. Es gibt ja jetzt schon Biomolkereien, die es anwenden und genaue Mengenplanung machen mit Laufzeit und Preisen. Wer im letzten Herbst (wurde ja angeboten, bei konventionellen) einen Teil seiner Liefermenge zum damaligen Preis abgesichert hat, hat richtig gehandelt. So lange die Landwirtschaftlichen Verbände nicht mit einer Stimme sprechen- so lange kann die Politik sie schön gegeneinander ausspielen- funktioniert seit 40 Jahren schon.

Gerd Uken

Rysum

Kolumne „Alles Kultur“

Wunnerbaar, dat du seggst, dat wi dat Waddenmeer bruken. Dat UNESCO-Weltkulturerbe gifft uns Schuul tegen Störmfloten, nimmt CO2 up un hört siet uns Vörollen to uns Leven un maakt uns Kultuur an uns Küst ut. Dat Waddenmeer is de Kinnerstuuv för Millionen van Deren, de wi bruken. Dat Waddenmeer gifft uns Minsken up dat Fastland Schuul un toallereerst de Minsken up de Eilannen. Dat Waddenmeer dürt neet kött maakt worden, so dat de Husen van de Bewohners up de Eilannen ok fast blieven.

Angelika Seidel

Leer-Loga

„Sicherheit ja, aber sinnvoll und bezahlbar“

Anlass dieses Leserbriefs ist der Bericht vom 2. Februar 2026 mit der Überschrift „Wie sicher sind Emder Behörden?“. Der Messerangriff im Verwaltungsgebäude III hat viele Bürgerinnen und Bürger erschüttert – zu Recht. Gewalt gegen städtische Mitarbeiter darf nicht hingenommen werden. Schutz für Beschäftigte ist notwendig und selbstverständlich. Gerade deshalb sollte jetzt sachlich geprüft werden, welche Maßnahmen tatsächlich wirksam sind, und welche eher symbolischen Charakter haben. Wer sich die Situation am Verwaltungsgebäude 1und 2 vor Ort ansieht, erkennt schnell, eine echte Zugangskontrolle findet dort nicht statt. Am einen Fenster wird geprüft, ob ein Termin besteht, am anderen meldet man sich an, dennoch sind beide Gebäude weiterhin auch ohne Anmeldung zugänglich. Ein vollständiger Schutz ist so nicht gegeben. Gleichzeitig kostet der externe Sicherheitsdienst die Stadt über 113.000 Euro jährlich (Stand 2024). Das sind nur die Kosten für das Objekt Verwaltungsgebäude 1-2! In Zeiten knapper Haushaltsmittel, in denen überall gespart werden muss und wichtige Investitionen in Schulen, Kitas, Straßen oder Digitalisierung anstehen, ist diese Ausgabe erklärungsbedürftig. Sicherheit ist wichtig – aber sie muss wirksam, verhältnismäßig und finanzierbar sein. Der Vorfall im Verwaltungsgebäude III zeigt zudem: Solche Taten sind häufig Ausdruck gesellschaftlicher Probleme – zunehmender Aggressivität, psychischer Ausnahmesituationen und wachsender Respektlosigkeit. Dieses Problem betrifft nicht nur Rathäuser, sondern auch Schulen, Krankenhäuser und viele andere öffentliche Einrichtungen. Wollen wir deshalb künftig alle Gebäude komplett absperren? Oder braucht es klügere Lösungen? Denkbar wären bauliche Verbesserungen mit klarer, aber konsequenter Zugangsfunktion, bessere Terminsteuerung. Vor allem aber braucht es eine ehrliche Debatte über ein stimmiges Gesamtkonzept statt einzelner Maßnahmen mit fraglicher Wirkung. Der Schutz der Mitarbeiter darf kein politisches Schlagwort sein, sondern muss durchdacht umgesetzt werden. Deshalb sollte das Sicherheitskonzept erneut transparent im Rat diskutiert und kritisch überprüft werden.

Peter Hartema

Emden

Mehr Sozialwohnungen

Es ist ein Trauerspiel, wenn man diese Zahlen liest und sieht. Da kommt die Frage auf: Wie will die Stadt Emden dieses Problem endlich mal angehen und gerade diesen Menschen helfen?

Bisher gab es nur Antworten die lauten: Wir finanzieren die „Alte Liebe“ und die Obdachlosenhilfe beim „Tagesaufenthalt“. Dafür sollten wir dem Andy Dannecker auch richtig danken. Menschen zu betreuen, die in schwierigen Situationen sind, ist nicht einfach. Kommt, dann noch die ungenügende Unterstützung hinzu wird es schwer den Betroffenen zu helfen. Die Stadt solle endlich vom „Privaten“ Wohnungsbau wegkommen und mehr Sozialwohnungen bauen oder Sanieren. Der letzte mir bekannte soziale Wohnungsbau liegt schon fast 10 Jahre zurück. Es war das Wohngebiet in Borssum, Wykhoffweg. Das selbst im bevorstehenden Neubau von Wohnungen in Transvaal nur ein geringer Anteil an „Sozialwohnungen entstehen soll, zeigt es ganz deutlich. Die Stadt arbeitet im Stil von Kanzler Merz. „Nur mal etwas den sozial Schwachen abgeben, damit sie die nächsten 10 Jahre die Klappe halten und wir sagen können, Ihr habt doch was bekommen“.

Wilfried Graf

Emden

Dank und Zustimmung

Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für den Beitrag von Julian Nida-Rümelin in der heutigen Printausgabe. Ich kann ihm voll inhaltlich zustimmen und wünsche mir, dass er von ganz Vielen gelesen wird. Schön wäre es, wenn er einiges Umdenken erreichen würde.

Robert Neumayer

Großefehn

Hindenburgstraße

Die Umbenennung der Hindenburgstraße ist mal wieder ein klassisches Beispiel. Es stimmt, Hindenburg hat Hitler zum Regierungschef ernannt, nachdem er ihn 3 mal abgelehnt hatte. Vielleicht hatte er keine andere Wahl, wenn das Land eine funktionierende Regierung bekommen sollte. Wenn bei einer künftigen Wahl die AfD so große Mehrheit bekommen sollte, dass ein Regieren ohne sie faktisch nicht möglich ist, und sie den Kanzler stellen will, wird auch der jetzige Bundespräsident Steinmeier oder sein Nachfolger einer Weidel oder einem Höcke den Regierungsaftrag erteilen. Dass Hindenburg an den Greueltaten der Nazis beteiligt war, hab ich nirgends gelesen. Mir persönlich ist es völlig egal, ob der Name „Hindenburgstraße“ bleibt oder nicht – viele Nachkommen sind es ja schließlich nicht, die darauf stolz sein könnten – außerdem ist das Ganze 90 Jahre her und weit vor meiner Zeit. Was für mich schlimmer wiegt, und das passiert im Hier und Heute, ist die Vorgehensweise der Politik. Da wird eine Anwohnerbefragung durchgeführt und eine Bürgerbeteiligung vorgegaukelt, aber als das Ergebnis nicht passt, wird anders entschieden. Genau solches Verhalten schafft kein Vertrauen.

Sweer Meinders-Otto

Leer

Cannabis

Als ich heute Morgen das Titelbild der OZ ansah, dachte ich, das kann nicht wahr sein. In meinen Augen zwei Nichtsnutze mit Hasch-Werbung! Mitglieder noch und nöcher! Und wer sagt, dass die Konsumenten nicht auch Auto fahren? Unfälle? Auf Seite 17 der Gipfel direkt daneben: Öfter mal was Neues ausprobieren! Das geht gar nicht!

Tilemann Schäffer

Hage

Altersdiskriminierung

Friedrich Merz ist 70 Jahre alt. Im vergangenen Jahr wurde er zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Dieses politisch wichtigste Amt der Republik darf er ausüben – hauptamtlicher Bürgermeister einer niedersächsischen Kommune jedoch dürfte er nicht werden. Das verbietet das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG). In § 80 Abs. 4 ist festgelegt, dass in dieses untergeordnete Amt nur gewählt werden kann, wer das 67. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Auch der erste deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, hätte kein hauptamtlicher Bürgermeister in Niedersachsen werden dürfen, weil zu alt. Zum Kanzler und Initiator der europäischen Einigung, der Westausrichtung der damaligen Bundesrepublik, zur Gestaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und Anderem reichte es aber. Adenauer war bei Amtsantritt 1949 sogar bereits 73 Jahre alt und gab die Kanzlerschaft erst 1963 im Alter von 87 Jahren auf. Sven Rogall, der in der Stadt Norden im Herbst zur Bürgermeisterwahl antreten möchte, hat mit seiner Kritik an der Altersdiskriminierung absolut recht. Es gibt keinerlei sachliche Gründe, älteren Mitbürgern ihres Alters wegen das passive Wahlrecht zu entziehen. Das ist ungerecht und wohl auch verfassungswidrig. Deshalb muss diese Regelung gestrichen werden – entweder vom Landesparlament, vom Niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg oder gar vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Und zwar noch rechtzeitig vor der Kommunalwahl im Herbst.

Alex Maria Siemer

Leer

Vielen Dank!

Vielen lieben Dank an die netten Ersthelfer bei meinem Unfall am 4. März bei der Handwerkskammer!

Wilhelm Borchers

Aurich

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