Osnabrück VfL Osnabrück: Vier „Hot Takes“ zum Aufstiegsrennen mit Blick aufs Restprogramm
Acht Spieltage sind in der 3. Fußball-Liga noch zu spielen. Nun wird das Aufstiegsrennen entschieden - und der VfL Osnabrück hat mit sieben Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz drei die Pole Position. Vier „Hot Takes“ mit Blick auf das Restprogramm der acht Aufstiegskandidaten.
Acht Spieltage vor dem Saisonende kämpfen in der 3. Liga noch acht Mannschaften um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der VfL Osnabrück hat sich die mit Abstand beste Ausgangsposition erarbeitet und startet mit sieben Punkten Vorsprung auf Relegationsrang drei in den Endspurt. Im Restprogramm sind für fast alle Clubs noch diverse Topspiele enthalten, die über den Ausgang entscheiden könnten. Wir haben uns die letzten acht Spieltage angeschaut und mit Blick darauf vier kühne Prognosen erstellt. Achtung, Konjunktiv und Spekulation!
Hansa hat das leichteste Restprogramm aller acht Aufstiegskandidaten. Die durchschnittliche Platzierung der verbleibenden Gegner ist 13,125. Nur noch ein direktes Duell steht auf dem Plan, am 32. Spieltag beim SC Verl. Ansonsten geht es nur noch gegen Mannschaften von Rang zehn abwärts. Rostock befindet sich zudem in guter Form, hat in den letzten fünf Spielen 13 Punkte geholt und sich zuletzt gegen Cottbus (0:0), Duisburg (5:1) und Wehen Wiesbaden (1:0) äußerst stabil gezeigt.
Eben jene Topspiele der Konkurrenz kann sich Hansa weitestgehend aus der Ferne anschauen. Zudem hat Rostock seine vermeintlich schwersten Aufgaben auswärts - und dort tut sich die Elf von Trainer Daniel Brinkmann sogar leichter als daheim: Neben der Partie in Verl muss die „Kogge“ noch nach Aachen am 36. Spieltag und abschließend nach Saarbrücken. Für die Rostocker scheint alles angerichtet für einen starken Endspurt mit einer langen Siegesserie, die zum direkten Aufstieg führt.
Nach 20 von bislang 30 Spieltagen stand Energie Cottbus auf einem direkten Aufstiegsplatz. Aktuell ist die Mannschaft von Ex-Trainer Claus-Dieter Wollitz aber nur noch Fünfter, weil in der Rückserie die Form nicht mehr stimmt. In der Jahrestabelle 2026 ist Cottbus nur Zehnter. Hinzu kommt nun das schwerste Restprogramm aller Aufstiegsanwärter: 8,25 ist die durchschnittliche Platzierung der acht Gegner. Energie hat mit 1860 München, dem VfL und Rot-Weiss Essen vom 32. bis 34. Spieltag drei Topspiele in Folge, scheint aber aktuell nicht in der Lage zu sein, dort die nötigen Punkte zu holen. Insofern könnte es für Cottbus und seinen emotionalen Coach schon vor dem Endspurt vorbei sein, zumal am drittletzten Spieltag noch das Auswärtsspiel bei den so heimstarken Duisburgern ansteht. Spätestens nach dieser Partie dürfte der Abstand nach oben zu groß sein.
Aktuell belegt der SC Verl den Relegationsrang, ist aber punktgleich mit Duisburg und Cottbus. Neben Energie hat aber auch der MSV ein schweres Restprogramm: 9,125 ist die durchschnittliche Platzierung seiner acht Gegner. Mit der Partie in Essen, Mannheim und bei formstarken Aachenern haben die Zebras zudem noch drei harte Auswärtsspiele auf dem Programm - und auf fremdem Platz ist Duisburg nur Durchschnitt. Weil zudem Tabellenführer Osnabrück noch ins Wedaustadion kommt, könnte der MSV bei ungünstigem Verlauf Rang drei zum Ende hinterherlaufen.
Bleiben noch Essen und Verl, die die Relegation unter sich ausmachen - und das wahrscheinlich im direkten Duell: Am 37. Spieltag laufen die Ostwestfalen nämlich an der Hafenstraße auf. Es könnte das vorentscheidende Spiel um die Relegation werden, bevor RWE am letzten Spieltag zum SSV Ulm reist und Verl die Münchener Löwen empfängt.
1860 und Wehen Wiesbaden kommen zwar beide noch einmal leicht an den Relegationsrang heran, am Ende ist der aktuelle Abstand von fünf, bzw. sechs Punkten aber eine zu große Hypothek.
Um dem VfL schon zum Aufstieg oder gar der Meisterschaft zu gratulieren, ist es trotz sieben Punkten Vorsprung auf Rang drei acht Spiele vor Schluss noch zu früh. Die nach der Länderspielpause anstehende Englische Woche könnte das aber schon weitgehend verändern. Selbst wenn es rechnerisch dann noch nicht perfekt ist: Sieben bis neun Punkte zwischen dem 31. und 33. Spieltag wären aller Voraussicht nach schon die halbe Miete - zumal zwei Spitzenspiele anstehen. Zunächst muss der VfL gegen den Tabellenletzten aus Schweinfurt seine Hausaufgaben machen, dann aber geht es in Duisburg und anschließend gegen Cottbus schon um eine Vorentscheidung.
Mit einer entsprechenden Punkteausbeute hätten die Lila-Weißen ein Polster, das sie vergleichsweise entspannt in die restlichen Spiele gehen lässt, während die Konkurrenz noch einige direkte Duelle austrägt, in denen in jedem viel auf dem Spiel steht. Nach einer erfolgreichen Englischen Woche begänne also das Warten auf den Aufstieg, zu dem nach menschlichem Ermessen wohl zwischen 70 und 73 Punkte notwendig sind.