Osnabrück  Statt Iburger Straße: Diese Ausweichroute schlägt die CDU Osnabrück für Radfahrer vor

Eva Marie Stegmann
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Von Eva Marie Stegmann
| 09.04.2026 10:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Iburger Straße von oben. Die von der CDU vorgeschlagene Ausweichroute soll durch mehrere kleinere Parallelstraßen bis zur Meller Straße führen. Foto: Sebastian Dannenberg
Die Iburger Straße von oben. Die von der CDU vorgeschlagene Ausweichroute soll durch mehrere kleinere Parallelstraßen bis zur Meller Straße führen. Foto: Sebastian Dannenberg
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Am Donnerstag, 9. April, berät die Lokalpolitik in Osnabrück erneut zur Iburger Straße. Denn Katharina Pötters Stadtverwaltung stoppte die geplante Umweltspur für Radfahrer und Busse aus rechtlichen Gründen. Die CDU schlägt nun eine Ausweichroute für Radler vor.

Die Debatte um den Radverkehr und Tempo 30 auf der Iburger Straße geht in die nächste kommunalpolitische Runde. Wie kann dort mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer geschaffen, der Verkehr beruhigt werden, auch ohne Umweltspur?

Am Donnerstagabend will der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt neu beraten, einige Vorschläge für die Strecke zwischen Nahner Feld und Rosenplatz liegen auf dem Tisch. Mit dabei eine Idee der CDU Osnabrück: nämlich, den Verkehr auf zwei Reifen von der vierspurigen Einfallstraße wegzulenken und „eine durchgängige und attraktive Ausweichroute“ zu schaffen.

So soll diese etwa 500 Meter längere Route aussehen: Beginnend ab der Straße Alte Bauernschaft unterhalb des Schölerbergs, entlang des Riedenbachs bis zur Miquelstraße, weiter über die Teutoburger Straße, den Ithweg, den Deisterweg und die Rosemannstraße bis zur Meller Straße. Entsprechend beschildert und markiert.

Eigentlich hatte der Stadtrat 2025 beschlossen, auf der Iburger Straße zwei eigene Spuren (eine je Richtung) exklusiv für Busse und Räder einzurichten – Autofahrer hätten dann ebenfalls nur noch eine Spur je Richtung zur Verfügung gehabt.

Doch die Stadtverwaltung sprach sich im März 2026 dagegen aus: Aus rechtlichen Gründen sei es nicht möglich, das Projekt gefährde sowohl die Verkehrssicherheit als auch den Verkehrsfluss.

Seither wird in der Kommunalpolitik debattiert. Schon im vergangenen Monat sollte der Stadtentwicklungsausschuss der „Rolle rückwärts“ der Stadtverwaltung zustimmen, doch es wurde vertagt. Es ist eine Debatte, die mehr ist als nur eine Diskussion um zwei Spuren zwischen, vornehmlich, der Mehrheitsgruppe aus Grüne/Volt und SPD sowie der CDU, FDP/UWG. Es geht auch um ein Versprechen. Mit überwältigender Mehrheit nahm die Lokalpolitik einst den Radentscheid an.

Das war eine Initiative von Bürgern, die tausende Unterschriften für mehr, bessere und sicherere Radwege gefordert hatte. Nicht zuletzt, weil in der Vergangenheit immer wieder Radfahrer auf Osnabrücks Straßen tödlich verunglückt waren.

Die Umweltspur auf der Iburger Straße hätte man, wäre sie gekommen, als ein deutlich sichtbares Symbol sehen können: Die Politik hält ihre Versprechen ein, auch wenn sie damit den ein oder anderen Bürger (und Autofahrer) verärgert.

Nun ist die Situation jedoch die, dass Oberbürgermeisterin Katharina Pötters Stadtverwaltung das Projekt für rechtlich nicht umsetzbar hält. Die Debatte so auf eine Ebene jenseits von Versprechen hebt. Denn wenn es Tatsache ist, dass die Iburger Straße gar keine Umweltspur bekommen kann, ohne dass die Stadt einen Rechtsverstoß begeht – dann gilt es, umzudenken, oder?

Auf der letzten Sitzung forderte die Mehrheitsgruppe, dass auf der Iburger Straße schnell für Sicherheit im Sinne des Radentscheids gesorgt werde, die Stadtverwaltung solle nicht erst lange prüfen, zu viele Unfälle habe es bereits gegeben, appellierte Volkmar Seliger (Grüne).

Dass es so nicht bleiben kann, da waren sich alle – Politiker wie auch Stadtbaurat Thimo Weitemeier – einig, über das Wie aber nicht. Vor diesem Hintergrund ist auch der neue CDU-Vorschlag zu sehen. Wie wohl die übrigen Fraktionen darauf reagieren werden? Bei der FDP/UWG kam die Reaktion bereits vor der Sitzung des Ausschusses. Nicht lange, nachdem der Vorschlag der CDU für die Ausweichroute online war, brachte sie einen Änderungsvorschlag zum Änderungsvorschlag vor. Die Ausweichroute hat die FDP/UWG darin übernommen, hält sie demnach für gut.

Und hat eine zusätzliche Idee, um die Verkehrssituation zu verbessern: Quartiersgaragen, um „an Gefahrenpunkten vorhandenen Parkraum zu entnehmen und den Radverkehrsraum zu verbreitern.“ Mögliche Standorte: der Parkplatz der BBS Schölerberg, der Parkplatz des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales oder der Parkplatz am Akyürekplatz.

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