Osnabrück  Badjie bringt den Sieg: VfL Osnabrück schafft mit 1:0 Distanz auf Cottbus

Malte Artmeier, Susanne Fetter
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Von Malte Artmeier, Susanne Fetter
| 12.04.2026 15:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Matchwinner: Ismail Badjie erzielte den Siegtreffer für den VfL Osnabrück gegen Cottbus. Foto: osnapix/Hirnschal
Der Matchwinner: Ismail Badjie erzielte den Siegtreffer für den VfL Osnabrück gegen Cottbus. Foto: osnapix/Hirnschal
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Der VfL Osnabrück hat sein Heimspiel gegen Energie Cottbus mit 1:0 gewonnen und damit einen wichtigen Sieg im Aufstiegsrennen der 3. Liga gefeiert. Ismail Badjie erzielte das Goldene Tor. Der Spielbericht.

„Wollitz hat gesagt, wir steigen auf...“ - diesen alten Gassenhauer holten die Fans des VfL Osnabrück nach dem 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus mal wieder aus der Mottenkiste. Es war eine Replik auf die Sticheleien des Ex-Trainers im Vorfeld des Spitzenspiels, das fast 100 Minuten lang auf Messers Schneide stand, letztlich aber einen verdienten Sieger fand - mit einem Matchwinner, der auch schon das Hinspiel gegen Cottbus entschied.

VfL-Trainer Timo Schultz wechselte in seiner Startelf im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Duisburg auf drei Positionen: Frederik Christensen kehrte zurück auf die linke Seite, David Kopacz spielte in der offensiven Dreierreihe neben Lars Kehl und Robin Meißner. Tony Lesueur und Ismail Badjie rotierten dafür auf die Bank. Für den verletzten Robin Fabinski verteidigte Yigit Karademir rechts in der Dreier-Abwehr. Die Gäste von Trainer Claus-Dieter Wollitz traten in Bestbesetzung an - der Ex-VfLer rotierte zwar ebenfalls teilweise, setzte aber auf seine Topscorer Tolcay Cigerci und Ex-Osnabrücker Erik Engelhardt sowie Henry Rorig rechts hinten, der ebenfalls von 2022 bis 2024 das lila-weiße Trikot trug. Für den 19-fachen Torschützen Engelhardt war es die erste Rückkehr an alte Wirkungsstätte, die er vor 16 Monaten mit einigen Nebengeräuschen verließ.

Eine lange Anlaufphase brauchte die Partie nicht: Der VfL begann mit starker Unterstützung von den Rängen durchaus schwungvoll, den ersten Abschluss verzeichnete aber Energie. Eine Freistoßflanke von Rorig köpfte Engelhardt aus kurzer Distanz über das VfL-Tor (8.). Kurz darauf mussten die Osnabrücker einen schmerzhaften Ausfall hinnehmen: Kehl wurde bei einem Befreiungsschlag der Cottbuser vom Ball getroffen, knickte wohl um und musste dann ausgewechselt werden; Badjie ersetzte ihn (13.).

Nur drei Minuten später die nächste Möglichkeit für die Gäste: Spielmacher Cigerci probierte es aus 17 Metern, VfL-Torwart Jonsson wehrte zur Ecke ab. Die Lila-Weißen hatten zwar mit den spielstarken und temporeichen Gästen zu kämpfen, bissen sich aber anschließend wieder etwas besser ins Spiel -unterstützt vom Publikum, das die Lage im Saisonendspurt und die Bedeutung dieses Spitzenspiels erkannte und jeden gewonnenen Zweikampf feierte.

So kam der VfL nach 27 Minuten auch zu seiner erste Chance: Nachdem ein schöner Angriff überliks zur Ecke geklärt wurde, landete der Ball nach der Hereingabe von Christensen bei Kopacz am zweiten Pfosten, dessen Direktabnahme am Außennetz landete. Zwei Minuten später hatte Patrick Kammerbauer nach starkem Dribbling von Badjie die nächste Schusschance, wurde aber von Rorig im letzten Moment geblockt. Wieder zwei Minuten später wurschtelte Meißner nach einer Kopacz-Hereingabe in Fünfmeterrraum, bekam aber keinen richtigen Abschluss zustande. Badjie probierte es im nächsten Angriff von halblinks, zielte aber zu zentral - spätestens jetzt war der VfL im Spiel angekommen, das aktivere und aggressivere Team.

Den entsprechenden Lohn gab es vor der Pause aber nicht mehr: Vielmehr hatten die Osnabrücker noch eine kurze Cottbuser Drangphase zu überstehen, die Schiedsrichter Patrick Ittrich mit zwei falschen Eckball-Entscheidungen begünstigte, bevor es mit 0:0 in die Kabinen ging.

Der Spielstand änderte sich in der zweiten Hälfte schnell - weil der VfL mit dem ersten Angriff zustach. Christensen hatte auf links Platz und bediente aus dem Halbfeld Badjie mit einem perfekten flachen Zuspiel. Der Flügelstürmer setzte den Ball direkt neben den linken Pfosten zur Führung und ließ damit die Bremer Brücke explodieren (50.). Schon im Hinspiel hatte das 20-jährige Eigengewächs zum 1:0-Siegtor getroffen.

Energie war nun gefordert und suchte Lücken in der Osnabrücker Defensive, fand diese aber zunächst nicht, weil der VfL die vielen Flanken von außen konzentriert verteidigte. Während Wollitz offensiv wechselte, brachte Schultz Lesueur für Vorlagengeber Christensen, der gelb verwarnt war (64.). Die erste Torchance der Gäste war allerdings brandgefährlich: Innenverteidiger King Manu kam nach einer Ecke frei zum Kopfball, legte ihn aber knapp neben das Tor (68.).

Die Gäste schafften es zwar nur begrenzt, Druck auf das Osnabrücker Tor aufzubauen, dem VfL gelang es aber in dieser Phase auch nicht konstant, Entlastung zu schaffen und den Ball mal länger in den eigenen Reihen zu halten. Es war nach dem Führungstor etwas zu wild, auf beiden Seiten - für die Gastgeber aber grundsätzlich ein zufriedenstellendes Szenario, weil Energie bis in die Schlussminuten zu keinem weiteren Torschuss kam.

Dabei blieb es auch in der sechsminütigen Nachspielzeit, die alle 15.741 Zuschauer stehend verbrachten: Die beste Defensive der 3. Liga verrichtete ihren Job einmal mehr herausragend gut und sicherte damit einen eminent wichtigen Sieg im Aufstiegsrennen, der bei Möglichkeiten von Bryan Henning und Niklas Wiemann sogar noch höher hätte ausfallen können. Nach dem Stimmungsdämpfer von Duisburg hat sich der VfL nicht verunsichern lassen, den Tabellendritten aus Cottbus mit seinen Mitteln bekämpft und verdientermaßen besiegt. Dieser Sonntag kann ein Meilenstein Richtung Aufstieg sein: Der VfL hat Cottbus auf sieben Punkte distanziert, fünf Spiele sind es noch bis Saisonende.

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