Krieg mit Hisbollah Kreise: Libanons Präsident will kein Gespräch mit Netanjahu

dpa
|
Von dpa
| 16.04.2026 06:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Libanon wurden Hunderte Menschen getötet durch israelische Angriffe. Foto: Emilio Morenatti
Im Libanon wurden Hunderte Menschen getötet durch israelische Angriffe. Foto: Emilio Morenatti
Artikel teilen:

Eigentlich befinden sich Israel und der Libanon im Kriegszustand. Einige Zeichen deuten auf einen möglichen Durchbruch hin im Konflikt mit der Hisbollah. Aber Hürden bleiben.

Libanons Präsident Joseph Aoun ist gut informierten Kreisen in Beirut zufolge vorerst nicht bereit zu einem direkten Telefongespräch mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Aoun habe in einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio zwar über die Möglichkeit solch eines Telefonats gesprochen, lehne es bisher aber ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus libanesischen Regierungskreisen.

Ein Telefonat zwischen Aoun und Netanjahu wäre das erste Gespräch dieser Art seit Jahrzehnten. Die Nachbarstaaten Israel und Libanon sind verfeindet und befinden sich offiziell im Kriegszustand. US-Präsident Donald Trump hatte für diesen Donnerstag ein Gespräch der „Anführer“ beider Nachbarländer angekündigt, nachdem ihre Botschafter am Dienstag in Washington erstmals seit Jahrzehnten zu direkten politischen Gesprächen zusammengekommen waren. Eine israelische Ministerin wurde noch konkreter und kündigte am Donnerstagmorgen ein Gespräch zwischen Netanjahu und Aoun an.

Israel und die Hisbollah im Libanon bekämpfen sich im Zuge des Iran-Kriegs erneut. Die libanesische Regierung ist keine aktive Kriegspartei und bemüht sich um Deeskalation. Zugleich macht sie Israel schwere Vorwürfe wegen der anhaltenden Angriffe im Libanon, bei denen nach offiziellen Angaben seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mehr als 2.000 Menschen getötet wurden. Die Hisbollah lehnte Gespräche zwischen der Regierung und Israel bisher ab.

Ähnliche Artikel