Lesermeinung Schwarzfahren | SPD | Saatkrähen
Bei der OZ reden die Leserinnen und Leser mit. Hier haben wir Leserbriefe der vergangenen Tage gesammelt.
Straffreies Schwarzfahren
Burkhard Ewert hat mit seiner Meinung zum straffreien Schwarzfahren vollkommen richtig argumentiert. Ein gesetzeswidriges Verhalten darf man nicht ignorieren, egal in welchem Bereich. Die Beispiele, die er anführt, um mal zu zeigen, in welchen Bereichen man die Straffreiheit noch einführen könnte, sollte der Vorschlag in Bezug auf das „Schwarzfahren“ eingeführt werden, sind genau richtig gewählt. Das Argument für „straffreies Schwarzfahren“ ist nicht haltbar. Er führt verschiedene Bereiche an, wie z.B. „Schwarzarbeit“, Parkgebühren, Tempoverstöße sowie auch Ladendiebstähle. Wofür brauchen wir noch Gesetze, wenn sie nicht angewandt werden müssen, auch wenn es sich um sogenannte Bagatellen handelt? Das Argument, dass Menschen mit geringem Einkommen davon betroffen sind, ist nicht hinzunehmen. Diesen Personen könnte mit eventuell günstigeren Beträgen, wie es in anderen Bereichen möglich ist, geholfen werden. Aber grundsätzliche Straffreiheit für gesetzwidriges Verhalten wie „Schwarzfahren“ ist abzulehnen und wäre ein schlechtes Beispiel und Anreiz zum Nachahmen, nicht nur von „Minderbemittelten“. Unsere Jugend könnte so auf die Idee kommen, dieses Verhalten als sogenannte Mutprobe anzusehen und es selber auszuprobieren. Frei nach dem Motto: Ich darf das ja!
Monika Reinders
Bunde
Saatkrähen
Ich möchte mich zum Thema der Saatkrähen in Stapelmoor zu Wort melden. Da stehen knapp 30 Personen, die wahrscheinlich zu 90 Prozent nichts mit Stapelmoor zu tun haben, in der Leeraner Innenstadt und protestieren gegen die Krähen. Solche großen Kolonien muss man definitiv beseitigen, egal mit welchen Mitteln. Jede Menge Lärm und nur Dreck im Umfeld dieser Krähenplage. Ist auch absolut verständlich, dass man das als Anwohner überhaupt nicht schön findet und dagegen vorgeht. Diese kleine Gruppe Protestierender spiegelt das aktuelle Bild von Deutschland wieder. Da wird lieber wieder über einen Piepmatz, einen Baum oder Ähnliches diskutiert als die wirklichen Probleme anzupacken. Da bekommt wieder eine unnütze Gruppe von Grünenwählern die Bühne, wo das hinführt, sehen wir ja die letzten Jahre. Nichts läuft mehr! Politische Wahlversprechen, tagtäglich werden die Deutschen nur verarscht. Aber anscheinend wacht man langsam auf, sieht man ja an den Ergebnissen der zurückliegenden Wahlen. Mit dieser Politik werden andere Parteien umso stärker.
Christian Nilles
Südbrookmerland
Schluss mit Verdrängung
Na sowas. Ein Wissenschaftler spricht von der Aberkennung einer Medaille, die nie hätte verliehen werden dürfen, und plötzlich gibt es neue historische Erkenntnisse? Andreas Wojaks Buch ist 1992 erschienen (und in der Landschaftsbibliothek ausleihbar), in der „Zeit“ gab es einen Artikel darüber, diverse Gedenkstätten, Bücher, Wikipedia-Einträge usw. dokumentieren die nationalsozialistische Vergangenheit Arend Langs. Seit Jahren auffindbar. Da ist „sollten die Vorwürfe bestätigt werden…“ müßig. „Die Auseinandersetzung zu begrüßen“, kommt lächerliche achtzig Jahre zu spät, und sich heute mit einer „bereits“ 1995 erschienenen Studie zur Geschichte der Landschaft 1918-49 zu brüsten, ist absurd. Zur Einordnung: Moordorf steht exemplarisch für ca. 400.000 Menschen, die hierzulande bis 1945 zwangssterilisiert wurden. Weil Verbrecher wie Lang entschieden, dass Nachkommen zum Beispiel von Asozialen oder politisch Missliebigen (die Liste der „Gebrechen“ war ausufernd und einfach zu recherchieren) lebensunwert waren. Die Formulierung „Lang vertrat eine sehr strenge Auslegung des Erbgesundheitsgesetzes“ ist fast so verniedlichend, wie propagierte „Remigration“. Was seinerzeit mit Zwangssterilisation begann, endete mit Gaskammern, der Rauch der Krematorien war weithin sichtbar. In Zukunft werden Endlösungen dann ausgelagert. Selbstverständlich in demokratische Staaten. Es wäre also mal an der Zeit, sich ehrlich zu machen, statt weiterhin zu verdrängen. Das hat nämlich Folgen.
Beate Sommer
Leer
Falsche Fakten
Wenn die Ostfriesen-Zeitung interessante Artikel überregionaler Zeitungen übernimmt, geht das völlig in Ordnung und dient der breiten Meinungsbildung der Leser. So auch im Fall des Berichts der NZZ über eine öffentliche Berliner Diskussion zum Konflikt zwischen Israel und Palästina. Problematisch wird es aber, wenn Falschinformationen einfach übernommen werden. Die NZZ bestreitet nämlich das Apartheid-Regime Israels in der Westbank mit dem Hinweis, dass auf Schildern an der Grenze Israels zur Westbank israelischen Staatsbürgern die Einreise in die Palästinensergebiete untersagt sei. Wer aber als deutscher Tourist jemals in Hebron war und dort das Unwesen der israelischen Siedler erlebt hat, fragt sich, ob die Reporter der NZZ nicht wahrgenommen haben, dass sich trotz der berichteten Schilder israelische Staatsbürger in der Westbank aufhalten, dass die Siedler eigene Straßen benutzen, die Palästinenser nicht befahren dürfen, dass die israelischen Besatzungstruppen ganze Stadtviertel absperren, wenn die Siedler in großen Gruppen durch die Stadt ziehen, dass die Siedler der Zivilverwaltung unterstehen, während die Palästinenser der Militärverwaltung unterworfen sind, dass palästinensische Kinder ins Gefängnis kommen, israelische Kinder aber nicht. Weshalb die NZZ solch falsche Fakten darbietet, weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass auch die NZZ kritisch gelesen werden muss.
Wolfgang Henkelmann
Hinte
„Leid wird verharmlost“
Das gültige Strafrecht reicht zur Verfolgung von Internetkriminalität aus, ohne dass irgendein populistischer - feministischer Aktionismus nötig wäre. Solcher ist zwar zeitgeistig, hilft aber den Betroffenen nicht. Begriffe wie „virtuelle Vergewaltigung“ verharmlosen das Leid von Frauen, die eine Vergewaltigung im eigentlichen Sinne erlebt haben und darunter ihr ganzes Leben leiden. Der beste Schutz vor Kriminalität ist doch, sich im Gebrauch moderner Technik zurückzuhalten. Man kann das Smartphone sichern und Frau braucht auch keine „Alexa“.
Andreas Vogt
Krummhörn
Es rumort an Ostfrieslands SPD-Basis
Die politische Anerkennung der SPD durch den Wähler kann nicht nach dem Motto „Augen zu und durch“ zurück gewonnen, noch verbessern werden. Die SPD muss akzeptieren, dass seit der Regierung Schröder sind ca. 500 000 Mitglieder ausgetreten sind. Die letzten Wahlen in BW und Rheinland-Pfalz zeigen, wie der Bürger das Renommee der SPD bewertet. Eine „neoliberalen Politik, die Ökonomisierung der Sozialsysteme, die schleichenden Schritte zur Abschaffung der Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft zugunsten eines liberalen Finanzmarkt-Kapitalismus kann nicht einfachen durch die Formel „Mehr Markt, weniger Staat“ verschleiert werden. Diese Politik von New Labour unter Tony Blair haben schon die britischen Sozialisten von ihren angestammten Wählern entfremdet. Der Genosse Schröder mit seiner Agenda-Politik die „seiner“ SPD. Die Bürger erleben eine Politik, in der die Regierung zur Rettung von Unternehmen und Banken Milliarden Euro ausgeben will, die Kosten für die grundgesetzlich garantierte soziale Daseinsvorsorgen sollen die Bürger selber bezahlen. Das Gefühl für die Fragen und Ängste der Bürger ist verloren gegangen. Eine bloße Personalrochade an der Parteispitze dürfte das Problem in der SPD kaum lösen. Seit Schröder hat die SPD keinen charismatischen Vorsitzenden mehr an die Spitze vorgelassen. Für viele Beobachter und auch für mich steht fest: Die Signale von außen werden von der Parteiführung schon lange nicht mehr beachtet.
Heye Janssen
Rhauderfehn
Teurer Dünger
Teuren Dünger im Boden so festzuhalten, dass nur aktive Pflanzenwurzeln Nährstoffe aus dem Boden herauslösen können, ist bekanntes Verfahren. Der Schutz der Nährstoffe vor Auswaschung ins Grundwasser ist ein Weg, Düngerzukauf zu minimieren. Auf em-chiemgau.de hat Benjamin Bürg 2011 sein Meisterarbeitsprojekt zu Güllezusätzen veröffentlicht. Grundlage der Meisterarbeit ist der Güllezusatz von Biokohle Gesteinsmehl und effektiven Mikroorganismen mit Ertragssteigerungen bei Mais und Grünland (Seite 35/36/37). Bei der Holzkohle und Biokohleproduktion sind sehr hohe Temperaturen erforderlich, um die Bildung von polyzyklischen Aromaten zu minimieren. Juristisch ist nur in Niedersachsen wegen spezieller Vorschriften zum Einsatz behandelter Gülle die Zustimmung des Landwirtschaftsministeriums einzuholen, um die Zusätze rechtssicher anwenden zu können.
Harald Coners
Uplengen
Preisentwicklung an den Zapfsäulen
Die aktuelle Regelung, die nur eine Preiserhöhung aber beliebig viele Preissenkungen vorsieht, verfehlt ihr Ziel: Die Konzerne überziehen erstmal völlig unrealistisch den Preis, um dann ggf. je nach Verhalten der Konkurrenz verhalten zurückzurudern. Dies führt zwangsläufig insgesamt zu einer kontinuierlichen Erhöhung des Niveaus. Zielführend wäre m. E. eine Regelung, die lediglich einmal am Tag eine Änderung - egal in welche Richtung - zulassen würde. Der Betreiber, der dann seine Preise zu stark anhebt, würde für die nächsten 24 h von der Kundschaft gemieden werden und hätte erst dann wieder die Möglichkeit, auf das Kundenverhalten zu reagieren. Ich denke, kein Betreiber würde sich diesem Risiko des Boykottes aussetzen und daher, wenn überhaupt, maximal gemäßigt erhöhen. Sicherlich würden auch die Reduzierungen nur im Maße erfolgen, aber grundsätzlich würde man sich damit einem marktgerechten und vor allem planbaren Preisniveau annähern.
Sebastian Winter
Leer
Osterfeuer
Jetzt ist es bald wieder soweit. Ostern ist für viele Bürger ein Anlass um im heimischen Garten Osterfeuer abzubrennen. Es ist nun mal Tradition und Anlass für ein gemütliches Beisammensein. Doch dieses Brauchtum ist mittlerweile in die Kritik geraten, besonders von Naturschützern wie auch von Medizinern. Mittlerweile hat man erkannt, dass diese Art Ostern zu feiern eine Gefahr für Tiere in der freien Natur sein kann. Vor allen Dingen wenn man die Empfehlungen nicht beachtet und eine Umschichtung des „Abbrennhaufens“ für das Osterfeuer nicht kurz vorher umschichtet. Außerdem ist erwiesen, dass die Feuer erhebliche Mengen an Feinstaub und Schadstoffe frei setzen. Die Fachärzte warnen vor der Belastung für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Es gibt naturfreundlichere Alternativen wie zum Beispiel das Aufstellen von kleinen Feuerschalen und das Beisammensein beim gemeinsamen Grillen, was eine hohe Belastung der Umwelt verhindert. Dieses Thema zieht sich schon über viele Jahre hinweg, aber konkrete Lösungsvorschläge scheint es bis heute nicht zu geben. Das gemeinsame Zusammensein sollte an erster Stelle stehen. Ein großes Osterfeuer zentral wäre die Alternative. Parallel dazu mit Angeboten für Kinder, beispielsweise „Eierlaufen“ und „Sackhüpfen“ als lustige Beschäftigung. Aber in jedem Garten ein privates Osterfeuer sollte nicht mehr stattfinden.
Monika Reinders
Bunde