Fußball-Bundesliga Mainz bejubelt Klassenerhalt - Pauli muss richtig zittern
Mainz jubelt am Millerntor: Die Rheinhessen feiern durch den Sieg beim FC St. Pauli den Klassenerhalt in der Bundesliga. Die Hamburger dagegen müssen nach einem schwachen Auftritt weiter bangen.
Pauli-Trainer Alexander Blessin tobte am Rand und wollte noch mehr Nachspielzeit, am Ende jubelte sein Kollege Urs Fischer. Der Schweizer feierte mit dem 1. FSV Mainz 05 die vorzeitige Rettung im Kampf gegen den Abstieg und vergrößerte gleichzeitig Sorgen des FC St. Pauli um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga.
Tietz: „Heute feiern wir schön“
Die Rheinhessen gewannen bei den seit Februar sieglosen Hamburgern mit 2:1 (2:0) und dürfen sich auf die 18. Saison in Serie in der deutschen Spitzenklasse freuen. „Ich glaube, wir haben eine super schöne Rückrunde gespielt“, sagte FSV-Torschütze Phillip Tietz bei DAZN: „Heute feiern wir schön.“ Danach gehe die Vorbereitung auf die letzten beiden Saisonspiele los.
Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion erzielten Tietz (6. Minute) und Phillipp Mwene (40.) die verdienten Tore für den FSV. „Ich denke, ich hätte heute noch ein, zwei Tore mehr machen können“, meinte Mwene. Auf die Reeperbahn gehe es nicht, aber auf der Rückfahrt werde schon gefeiert.
Abdoulie Ceesays Treffer in der 87. Minute kam für die enttäuschenden Gastgeber zu spät. „Wir haben verdient verloren“, sagte Paulis Hauke Wahl: „Uns fehlt halt das erste Tor.“
Kraftlos, ideenlos und kampflos: Die Hamburger legten einen ganz schwachen Auftritt hin. Die Fans pfiffen den Kiez-Club nach 45 Minuten aus. Seit acht Spielen warten die Hanseaten auf einen Sieg und drohen mit ähnlichen Leistungen auch den Relegationsrang zum Ende der Saison zu verpassen.
Smith bei Startelf-Comeback gleich im Fokus
Der Mainzer Retter-Trainer Urs Fischer rechnete vor der Partie mit einem engen Spiel. Zuletzt holte der FSV aus den vorangegangenen Partien nur einen Punkt - das sollte sich bei bestem Frühlingswetter im Norden ändern.
St. Paulis Eric Smith war wieder in der Startelf nach seinem Comeback am vergangenen Wochenende. Der Schwede, der schmerzlich vermisst wurde, stand beim ersten Gegentor direkt im Fokus. Die druckvollen Mainzer unterbrachen eine Passkombination des Duos um Smith und Wahl. Sheraldo Becker erhielt den Ball und bediente Torjäger Tietz, der flach zur Führung traf.
Insgesamt viel zu schlecht verteidigt von den Gastgebern. „Was uns gerade killt, ist das Momentum“, betonte Blessin. Der beteiligte Wahl räumte entnervt auf Nachfragen ein: „Es ist doch scheißegal, ich hätte einfach zurückspielen sollen, dann entsteht so eine Situation nicht.“
Schwache erste Halbzeit des Kiez-Clubs
Die Hamburger ließen danach vieles vermissen. Blessins mangelte es an Ideen und Wucht gegen einen kaltschnäuzigen Gegner. Insbesondere den Zuspielen in der Offensive fehlte die nötige Qualität, um in der Bundesliga zu bestehen. Die Gastgeber leisteten sich teils unerklärliche Ballverluste.
Die Mainzer verpassten nach 30 Minuten den nächsten Treffer, als nach einem erneuten schwerwiegenden Fehler der Schussversuch von Nadiem Amiri gerade noch vereitelt wurde.
St. Pauli weiter zu ungefährlich
Wenige Minuten vor der Pause machten sie es besser: Wieder wirkten die Gastgeber nicht sattelfest. Nach einem langen Ball behauptete Tietz den Ball, spielte ihn auf Silvan Widmer, der viel zu viel Platz bekam. Der Kapitän passte im Strafraum flach nach hinten auf Mwene, der mühelos erhöhte. Vollkommen verdient.
Blessin reagierte mit zwei Wechseln auf die erste Hälfte. Doch das Bild änderte sich nicht. St. Pauli spielte nicht ebenbürtig mit. Becker verpasste es, die Führung auszubauen. Sein Kopfball nach einer Flanke parierte St. Paulis Torwart Nikola Vasilj stark mit dem Fuß.
Die Mainzer überließen den Hamburgern danach zwar den Ball, aber die Gastgeber wussten damit kaum etwas anzufangen. Auch eine aussichtsreiche Konterchance mit zwei Offensiven gegen einen Mainzer Verteidiger ließen die Hamburger ungenutzt. Als kaum jemand mehr damit rechnete, gelang Ceesay der Anschlusstreffer. An der bitteren Niederlage änderte sich aber nichts mehr, auch weil der Referee sehr zum Unwillen von Blessin an der vorgegeben Nachspielzeit festhielt.