Osnabrück  Raus aus den Containern: Kita St. Wiho in Hellern nach Sanierung und Neubau eröffnet

Jakob Rüter
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Von Jakob Rüter
| 05.05.2026 11:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Kita St. Wiho hat ab Sommer alle verfügbaren Erzieherstellen besetzt. Foto: Tobias Saalschmidt
Die Kita St. Wiho hat ab Sommer alle verfügbaren Erzieherstellen besetzt. Foto: Tobias Saalschmidt
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Lange mussten die Kinder in Containern auf dem Parkplatz spielen. Nun ist die Sanierung der Kita St. Wiho in Osnabrück-Hellern abgeschlossen. Die Einrichtung bietet deutlich mehr Plätze – und hat trotz des allgemeinen Fachkräftemangels keine Personalsorgen.

In den Fluren der Kita St. Wiho wird wieder gelacht, gerannt und gemeinsam gegessen. Das lange Warten hat ein Ende: Seit Anfang März haben die Kinder die Container auf dem Parkplatz verlassen und sind in ihr saniertes Gebäude zurückgekehrt. „Vorher waren die Gruppen voneinander getrennt. Jetzt treffen sie sich wieder, was auch die Eltern freut“, sagt Julia Schindler. Sie leitet die Einrichtung seit Februar.

Zwar arbeiten fast täglich noch Handwerker im Haus, doch der Alltag ist eingekehrt. Im Obergeschoss bereiten die Arbeiter gerade einen „Snoozle-Raum“ vor. Dort sollen bald eine Diskokugel und eine Wassersäule für Entspannung sorgen. Im Krippenbereich fehlt noch ein Spielturm.

Durch den Umbau wuchs die Kita deutlich. Statt 65 Kinder können nun 105 Jungen und Mädchen die Einrichtung besuchen. Sie verteilen sich auf drei Regelgruppen – den Fuchsbau, das Spatzennest und die Bärenhöhle – sowie die zwei Krippengruppen der Krabbelkäfer und Krabbelmäuse.

Für den kommenden Sommer konnte Julia Schindler allen Familien eine Zusage geben, die St. Wiho als Erstwunsch für eine Regelgruppe angegeben hatten. Das ist besonders erfreulich angesichts der Tatsache, dass die Kita Lüttenhütt in Hellern zum Sommer schließen muss.

Alle Kinder, die in der St. Wiho demnächst zu alt für die Krippe werden, ziehen zudem direkt in eine der hauseigenen Gruppen für Über-Dreijährige um. Während in den Regelgruppen jeder einen Platz findet, führt die Kita für die Krippe aktuell noch eine Warteliste. Die meisten Kinder stammen dabei direkt aus der Nachbarschaft in Hellern.

Ein neuer Mittelpunkt ist das Bistro. Hier essen die Gruppen nicht nur gemeinsam, der Raum verwandelt sich auch regelmäßig in eine Bücherei. Eltern organisieren diese Aktion ehrenamtlich, damit sich die Kinder selbst Lesestoff ausleihen können. Auch das Aquarium ist zurück: Eine Familie hatte die Fische während der Bauzeit bei sich aufgenommen.

Die Stadt Osnabrück investierte 181.529 Euro in den Neubau. Zudem sanierte sie den Altbau, um Energie zu sparen. Zusätzliche Spielsachen finanziert der Förderverein. Personell steht die Kita stabil da. Während viele Einrichtungen händeringend Erzieher suchen, besetzt St. Wiho ab Sommer alle verfügbaren Stellen. Das ermöglicht eine gute Betreuung.

Trotz der Freude über das neue Haus blickt Julia Schindler mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Kurz nach ihrem Amtsantritt erfuhr sie, dass die benachbarte St.-Wiho-Kirche 2029 aufgrund geringer Mitgliedszahlen und Finanzmittel schließen soll. Zudem werden die Krippenplätze in Osnabrück ab August 2026 beitragsfrei. Schindler sorgt sich, dass Eltern ihre Kinder deshalb künftig länger in der Krippe lassen. „Je jünger sie sind, desto schöner ist es für die Kinder, auch viel zu Hause zu sein“, sagt Schindler.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies am Freitag, 29. Mai, zwischen 15 und 17 Uhr an der Wihokirche 12 in Hellern tun. Dann feiert die Kita ihre offizielle Einweihung und die Kirchengemeinde lädt zeitgleich zum „Gemeinsamfest“ der Kirchengemeinde St. Wiho ein.

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