Hamburg Nach Klassenerhalt: Wie sich der HSV sogar noch für den Europapokal qualifizieren kann
Gerade noch jubelt der Hamburger SV über seinen Klassenerhalt in der Bundesliga. Feiern die Rothosen am Ende vielleicht sogar die Teilnahme am Europapokal? Rein rechnerisch ist das nämlich möglich – sofern viele Dinge optimal zusammenlaufen. Unter diesen Umständen klappt es.
Mit der 1:2-Niederlage des FC St. Pauli gegen den 1. FSV Mainz 05 und dem Remis des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg hat der Hamburger SV vorzeitig seinen Klassenerhalt gefeiert. Nach seinem langersehnten Wiederaufstieg im vergangenen Jahr ist das bereits ein großer Erfolg. Sieben Jahre lang hing der einstige Bundesliga-Dino in der 2. Liga fest – der Verbleib in der Bundesliga hatte also absolute Priorität. An eine Teilnahme am internationalen Wettbewerb wurde kein Gedanke verschwendet.
Doch diese Möglichkeit ist überraschenderweise noch nicht vom Tisch: Rein rechnerisch kann sich der HSV sogar noch für den Europapokal qualifizieren. Dafür müssen allerdings einige Dinge optimal zusammenlaufen. Worauf müssen die Hamburger jetzt hoffen?
Weil beide Finalisten des DFB-Pokals – FC Bayern und VfB Stuttgart – auch sicher unter den ersten sechs Tabellenplätzen der Bundesliga landen werden, qualifiziert sich der siebte Platz ebenfalls für Europa:
Allerdings kann die Bundesliga unter Umständen noch weitere Plätze erhalten – für die kommende Saison kann im besten Fall noch Platz neun der Bundesliga auf europäischer Ebene mitmischen.
Für den HSV, der zwei Spieltage vor Schluss auf Tabellenplatz zwölf steht, ist eben der neunte Platz die bestmögliche Platzierung.
Aktuell liegt der HSV bei 34 Punkten. Platz neun hält derzeit der FC Augsburg mit 40 Punkten.
Der HSV muss also die beiden verbleibenden Spiele gegen den SC Freiburg und gegen Bayer Leverkusen gewinnen sowie darauf hoffen, dass Augsburg gegen Borussia Mönchengladbach und die TSG Hoffenheim verliert, damit der HSV und Augsburg zum Saisonende punktgleich sind. Zudem brauchen die Hamburger dann die bessere Tordifferenz.
Und auch Mainz (aktuell Platz zehn/37 Punkte) und Gladbach (aktuell Platz elf/35 Punkte) müssen mitspielen und dürfen nach dem letzten Spieltag nicht mehr als 40 Punkte haben.
Damit der neunte Tabellenplatz international spielen darf, müssen noch weitere Bedingungen erfüllt werden. So bekommen die beiden Länder, deren Klubs über die UEFA-Saisonwertung die meisten Punkte holen, einen zusätzlichen fünften Platz in der Champions League. Dadurch würden die Qualifikationsplätze für die Europa League und für die Conference League entsprechend herunterrücken.
In dem Fall würde es bedeuten:
Aktuell liegt Deutschland hier auf Platz drei hinter Spanien. Es ist also von Bedeutung, dass die beiden verbleibenden deutschen Vereine – FC Bayern und SC Freiburg – auf europäischer Bühne gute Leistungen zeigen, damit Deutschland noch den zweiten Platz der UEFA-Saisonwertung übernehmen kann.
Damit einhergehend muss Freiburg die Europa League gewinnen. Denn: Der Sieger der Europa League ist automatisch für die Champions League in der Folgesaison qualifiziert. Allerdings würde diese Regel nur einen internationalen Extra-Platz bringen, wenn Freiburg in der Bundesliga nicht auf einem bereits vorgesehenen Qualifikationsplatz für die Champions League oder Europa League landet.
Somit muss Freiburg die Bundesliga auf dem achten Tabellenplatz beenden – dann rückt der Qualifikationsplatz für die Conference League auf Platz neun. Aktuell befindet sich Freiburg auf Platz sieben mit einem Punkt Vorsprung zum Achtplatzierten, Eintracht Frankfurt.
Die letzte Teilnahme des HSV an einem europäischen Wettbewerb ist schon eine Weile her. In der Saison 2009/2010 spielte der HSV in der Europa League und schied im Halbfinale gegen den FC Fulham aus.
Das letzte Mal in der Champions League liegt noch weiter zurück: In der Saison 2006/2007 stand der HSV noch einmal in der Gruppenphase der Königsklasse, schied allerdings als Gruppenletzter aus.
Der größte internationale Erfolg des HSV geht auf das Jahr 1983 zurück. Damals gewann der Klub den Europapokal der Landesmeister – der Vorgänger der Champions League – durch ein 1:0 im Finale gegen Juventus Turin in Athen.