Ukraine-Krieg Zeit von Moskauer Waffenruhe läuft

dpa
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Von dpa
| 08.05.2026 00:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Russland wird traditionell am 9. Mai an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland erinnert, auch mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau. (Archivbild) Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik K
In Russland wird traditionell am 9. Mai an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland erinnert, auch mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau. (Archivbild) Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik K
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Russland will am Samstag den Sieg der Sowjet-Union über Nazi-Deutschland feiern. Dafür hat Moskau einseitig eine zeitlich begrenzte Feuerpause ausgerufen. Schweigen die Waffen tatsächlich?

Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie gelte von Freitag 0.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) bis zum 10. Mai, teilte das Ministerium mit.

Es war nicht sofort klar, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden. Um Mitternacht Ortszeit herrschte in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo. Sie berief sich dabei auf die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija. 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seiner Videobotschaft am Abend mit Blick auf die Siegesparade in Moskau Vertreter Russland nahestehender Staaten davor gewarnt, in die russische Hauptstadt zu kommen. Kiew habe entsprechende Anfragen bekommen. Selenskyj sprach von einem seltsamen Wunsch zu dieser Zeit. „Wir raten davon ab.“

Angespannte Lage in Moskau

Russland feiert traditionell am 9. Mai mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Davor ist die Lage in Moskau besonders wegen ukrainischer Drohnenangriffe angespannt. Der Kreml lud kurzfristig ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz aus. Kiew hat in den vergangenen Monaten seine Gegenangriffe auf das russische Hinterland ausgeweitet. Die Folgen werden immer sichtbarer. Anfang der Woche schlug eine Drohne in ein Wohnhochhaus nur etwa sechs Kilometer vom Roten Platz entfernt ein.

Die Ukraine hatte in einer Reaktion auf die von Moskau zuerst Anfang der Woche angekündigte Feuerpause für Freitag und Samstag in einem überraschenden Vorstoß einseitig eine Waffenruhe schon ab Mittwoch festgesetzt. Kiew gab diese allerdings nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer bisher größten Drohnenangriffe.

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