Fußball-Bundesliga Leipzig in der Königsklasse, St. Pauli in großer Not
RB Leipzig sichert sich mit einem Heimsieg die Champions-League-Teilnahme. St. Pauli bleibt nach einer vergebenen Großchance auf einem Abstiegsplatz.
RB Leipzig ist sicher in der Champions League, der FC St. Pauli steht vor dem Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Mit einem Sieg vor den Augen der früheren und aktuellen Club-Granden Ralf Rangnick und Jürgen Klopp siegten die Sachsen im letzten Heimspiel der Saison 2:1 (1:0), was vor allem in der ersten Hälfte äußerst mühevoll war. Während Leipzig sein Saisonziel erreicht hat, bleibt St. Pauli Vorletzter. Am letzten Spieltag kommt es für die Kiezkicker zum Showdown mit dem VfL Wolfsburg.
Vor 47.800 Fans erlöste Xaver Schlager (45. Minute) die Leipziger Anhänger mit seinem wohl letzten Tor für RB. Der Österreicher wird den Club verlassen, der sich seit dem Aufstieg vor zehn Jahren nur einmal nicht für einen Europapokal qualifizierte. Abwehrchef Willi Orban (54.) erhöhte - ebenfalls nach einer Ecke. Kurz vor Schluss sorgte Abdoulie Ceesay (86.) noch einmal für Hamburger Hoffnung.
Schweigeminute und eine Fahne
Leipzigs letztes Heimspiel begann mit einem Moment der Stille. In Gedenken an die zwei Todesopfer der Amokfahrt in der Innenstadt am Montag sowie die zahlreichen Verletzten versammelten sich beide Teams zu einer Schweigeminute am Mittelkreis. Der Fanblock verzichtete auf seine Fahnen, nur eine schwarz-weiße Leipzig-Fahne wurde geschwenkt. Auf einem großen Banner war zu lesen: „Leipzig steht zusammen - in jeder noch so dunklen Stunde.“
Kurz zuvor war die Stimmung noch prächtig. Der Club hatte die Mannschaft von 2016 eingeladen, die vor zehn Jahren in die Bundesliga aufgestiegen war. Auch RB-Architekt Ralf Rangnick zeigte sich, wurde von dem mit ihm nicht immer auf einer Wellenlänge liegenden Aufsichtsrat Oliver Mintzlaff mit warmen Worten bedacht: „Ralf Rangnick hat den Grundstein gelegt, ihm gebührt besonderer Dank.“
Den Grundstein für einen dringend benötigten Sieg im Abstiegskampf wollte St. Pauli damit legen, so lange wie möglich ohne Gegentor zu bleiben. Das tat man fast die gesamte erste Hälfte lang famos. Um den eigenen Strafraum herum baute man zwei Fünferketten auf, die dicht gestaffelt nahezu alle Gefahr vom eigenen Tor weghielten. Leipzig überspielte die Reihen nicht, legte auch nicht das nötige Tempo an den Tag. Eine einzige Chance sprang heraus, die Ridle Baku (8.) verstolperte.
Kaars trifft die Latte
St. Pauli setzte hingegen gefährliche Konter. Den besten hätte Martijn Kaars (34.) mit der Führung krönen müssen, doch der Stürmer drosch den Ball an die Latte. Da aus dem Leipziger Spiel nichts lief, half wie so oft ein Standard. Christoph Baumgartner erwischte eine Ecke per Flugkopfball, traf jedoch nur die Hinterbeine von Schlager. Der drehte sich fix um die eigene Achse und der Ball schlug im Winkel ein. Ein Tor wie ein Abschiedsgeschenk, Schlager verweigerte die Verlängerung seines auslaufenden Vertrags und wurde vor der Partie verabschiedet.
Die Führung half Leipzig natürlich, die Räume wurden üppiger. Asan Ouedraogo (54.) traf zwar nur den Pfosten, doch noch in derselben Minute erhöhte RB. Wieder nach einer Ecke. Orban hielt den Kopf hin, der Ball flog am langen Pfosten gegen den selbigen und ins Tor. Neun Minuten später traf der zunächst zurück nach Brighton gehende Brajan Gruda zum 3:0, doch im Vorfeld gab es eine Abseitsposition. St. Paulis Anschluss durch einen sehenswerten Volley von Ceesay kam indes zu spät.