Kultur in Leer Kein Geld fürs Ticket? So will das Zollhaus helfen

| | 15.05.2026 08:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach einer Umfrage führt das Zollhaus ein Soli-Ticket ein. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Nach einer Umfrage führt das Zollhaus ein Soli-Ticket ein. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Das Zollhaus fragte: „Warum kommt ihr nicht?“ Kein Geld war ein viel genannter Grund. Nun kommt das Soli-Ticket.

Leer - Vor ein paar Wochen stellte das Zollhaus die Frage, warum weniger Menschen Karten für ihre Veranstaltung kaufen. Marco Hanneken sagte im Gespräch: „Wir suchen nach Dingen, die wir ändern können.“ Einen Lösungsansatz hat der Zollhausverein nun ins Leben gerufen: das Soli-Ticket. Damit ermögliche das Zollhaus künftig Menschen mit geringem Einkommen den kostenlosen Besuch von Veranstaltungen, teilt der Verein am Dienstag, 12. Mai 2026, mit.

„Kultur ist mehr als Unterhaltung – sie schafft Begegnung, Austausch und Teilhabe. Gerade für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen ist das enorm wichtig“, so der Verein. Der Fonds, aus dem sich die Tickets finanzieren, basiere auf dem Gedanken: Menschen, die es sich leisten können, unterstützen andere.

Spenden beim Ticketkauf

Wer eine Karte für eine Veranstaltung kauft, wird gefragt, ob gleichzeitig auch eine Spende in den Fonds gewünscht wird. Per Paypal und Überweisung kann mit dem Betreff „Soliticket“ gespendet werden. Aus diesem Topf würden dann die Tickets finanziert werden. Die ersten 60 bis 80 Gratistickets sind bereits finanziert, durch Engel und Völkers.

Das Startkapital für den Fonds wurde am 12. Mai überreicht. Mit dabei: Maike Nordholt (Vorstand Zollhausverein), Andreas Baum (Engel und Völkers), Marco Hanneken (Team Zollhausverein), Marie Gronimus (Team Zollhausverein), Bastian Lorey (Engel und Völkers), Jannes Bakker (Engel und Völkers), Lisa-Marie Bley (Vorstand Zollhausverein) Foto: Jasmin Oltmanns
Das Startkapital für den Fonds wurde am 12. Mai überreicht. Mit dabei: Maike Nordholt (Vorstand Zollhausverein), Andreas Baum (Engel und Völkers), Marco Hanneken (Team Zollhausverein), Marie Gronimus (Team Zollhausverein), Bastian Lorey (Engel und Völkers), Jannes Bakker (Engel und Völkers), Lisa-Marie Bley (Vorstand Zollhausverein) Foto: Jasmin Oltmanns

Soli-Ticket per Anfrage

Das Soli-Ticket kann nach Angaben des Vereins unkompliziert angefragt werden. Interessierte sollen sich mindestens 14 Tage vor der Veranstaltung per E-Mail melden – mit dem Betreff „Soliticket-Anfrage“. In die Mail gehören Name, Veranstaltung und Datum. Nach einer Prüfung, ob im Soli-Fonds noch Mittel vorhanden sind, werden Ticket und alle Informationen zugesendet.

Dabei ist ein zentraler Punkt: Es werden keine Nachweise verlangt. Das System basiert ausdrücklich auf Vertrauen. Marco Hanneken formuliert es so: „Wir vertrauen hier auf eure Ehrlichkeit und eure eigene Einschätzung, ob ihr euch Tickets gerade leisten könnt oder nicht. Gleichzeitig möchten wir bewusst keine zusätzlichen Hürden schaffen, die mit unangenehmen Gefühlen oder Hemmschwellen verbunden sein können.“

Klare Regeln, damit das System fair bleibt

Gleichzeitig gebe es feste Rahmenbedingungen, um Missbrauch zu verhindern und die begrenzten Mittel möglichst vielen zugänglich zu machen, so der Verein. Dazu gehört, dass nur ein Ticket für eine Veranstaltung pro Person möglich ist. Die Anzahl der Soli-Tickets insgesamt hängt vom Stand des Fonds ab. Die Karten sind personalisiert und nicht übertragbar. Am Einlass gebe es eine Ticket-Kontrolle mit Ticket und Personalausweis.

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