Religion und Politik Gebete, „Patriotismus“: Tausende bei Event in Washington

dpa
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Von dpa
| 17.05.2026 23:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
„Jesus mach Amerika wieder gottesfürchtig“, steht auf einem Banner bei der Gebetsveranstaltung. Foto: Julia Demaree Nikhinson
„Jesus mach Amerika wieder gottesfürchtig“, steht auf einem Banner bei der Gebetsveranstaltung. Foto: Julia Demaree Nikhinson
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US-Flaggen, Trump-Fans, Betende, die niederknien: Auf der National Mall kommen Tausende zu einer Gebetsveranstaltung zusammen. Die US-Regierung preist das Treffen. Doch es gibt auch Kritik.

Tausende sind im Herzen der US-Hauptstadt Washington für eine ganztägige Gebetsveranstaltung im Rahmen des 250. Geburtstags der USA zusammengekommen. Vielfach in den Farben der amerikanischen Flagge gekleidet versammelten sie sich auf der National Mall zu einem Event, dass das Weiße Haus auf der Plattform X als „beeindruckenden Tag des Gebets, des Lobpreises und des Patriotismus“ promotete. 

Viele Teilnehmer haben US-Flaggen bei sich. Foto: Julia Demaree Nikhinson
Viele Teilnehmer haben US-Flaggen bei sich. Foto: Julia Demaree Nikhinson

Bei den meisten Rednern handelt es sich US-Medien zufolge um politisch konservative, evangelikale Protestanten. Auch Vertreter der US-Regierung, darunter Präsident Donald Trump und sein Verteidigungsminister Pete Hegseth, und andere prominente Republikaner wie der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, wandten sich persönlich oder mit virtuellen Botschaften an die Menschenmenge. Trump-Anhänger waren dort etwa durch Kappen seiner MAGA-Bewegung (Make America Great Again) zu erkennen. 

Die Gebetsveranstaltung findet auf der National Mall mitten im Herzen Washingons statt. Foto: Rod Lamkey
Die Gebetsveranstaltung findet auf der National Mall mitten im Herzen Washingons statt. Foto: Rod Lamkey

Kritiker werfen der US-Regierung vor, nicht nur mit der Unterstützung von Events wie diesem ein Bild der USA als christliche Nation zu forcieren und die Grenze zwischen Kirche und Staat zunehmend zu verwischen.

Anlässlich der Veranstaltung sagte der Historiker der Princeton University, Kevin Kruse, der „Washington Post“: „Es ist ein Unterschied, ob man sagt, Amerika ist eine Nation mit vielen Christen, oder ob man sagt, Amerika ist eine Nation, die dem Christentum gewidmet und durch dieses definiert ist“. Der Zeitung zufolge wurde das Gebetsevent mit Millionen an öffentlichen Geldern finanziert.

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