Radsport Alle Grand Tours gewonnen: Vingegaard bejubelt Giro-Sieg
Der Däne Jonas Vingegaard erreicht den nächsten Meilenstein: In Rom bejubelt er zum ersten Mal den Triumph beim Giro. Und steigt in einen erlesenen Kreis auf.
Jonas Vingegaard radelte beschwingt mit seinen Teamkollegen über die Straßen Roms und genoss bei seiner Triumphfahrt unweit des Circus Maximus seinen nächsten Meilenstein. Der Däne bejubelte in der italienischen Hauptstadt seinen erstmaligen Triumph beim Giro d’Italia nach 21 kräftezehrenden Etappen. Doch nicht nur das.
Er darf sich nun als Gewinner aller drei großen Rundfahrten im Radsport bezeichnen. 2022 und 2023 hatte er jeweils den Gesamtsieg bei der Tour de France gefeiert. Im vergangenen Jahr holte er sich den Sieg bei der Vuelta.
„Es ist unglaublich. Es ist etwas, von dem ich mein ganzes Leben geträumt habe“, sagte der sichtlich berührte Profi, der im Zielbereich von seiner Familie begrüßt wurde. „Es ist ein besonderer Tag für mich“, sagte er.
Vingegaard nun in illustrer Runde
Erst sieben anderen Radprofis war dieses Kunststück zuvor gelungen. Vingegaard gehört jetzt zur illustren Runde um Jacques Anquetil, Felice Gimondi, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Alberto Contador, Vincenzo Nibali und Chris Froome, die alle mindestens einmal die drei großen Rundfahrten gewannen.
Nach der finalen 21. Etappe in Rom lag Vingegaard in der Gesamtwertung mit deutlichem Vorsprung von 5:22 Minuten vor dem Österreicher Felix Gall und 6:25 Minuten vor dem Australier Jai Hindley aus dem deutschen Red-Bull-Team. Der Italiener Jonathan Milan holte sich den Tagessieg im Sprint und feierte einen Heimerfolg.
Vingegaards großem Dauerrivalen Tadej Pogacar, der in diesem Jahr nicht beim Giro dabei war, fehlt noch der Erfolg bei der Vuelta. Die beiden treffen erst wieder bei der am 4. Juli beginnenden 113. Auflage der Tour de France beim Grand Départ in Barcelona aufeinander. Neben dem Dauerduell wird auch spannend zu beobachten, inwiefern der letztjährige Tour-Dritte Florian Lipowitz aus Deutschland und das französische Talent Paul Seixas den beiden Superstars gefährlich werden können.
Vingegaard in den Bergen nicht zu schlagen
Die letzte Etappe startete der im Rosa Führungstrikot fahrende Vingegaard gebührend, als er aus einem Begleitfahrzeug ein paar Fruchtgummis erhielt und genüsslich naschte. Die Süßigkeiten wurden anschließend unter den Radprofis aufgeteilt.
Bei der anspruchsvollen Berghatz nach Piancavallo am Vortag hatte Vingegaard seine starke Form bestätigt. In den Bergen konnte ihm beim Giro keiner wirklich folgen. Im nordöstlichen Zipfel des Lands holte er seinen fünften Etappensieg bei der 109. Italien-Rundfahrt - der fünfte Bergsieg. Nur sein Teamkollege Sepp Kuss schaffte den einzigen anderen Bergankunftssieg in diesem Jahr.
Wie geht es für Vingegaard generell weiter? „Ich sehe mich auch nicht vor meinem 35. Lebensjahr noch fahren“, sagte Vingegaard zuletzt am Ruhetag. „Ich werde 30, das dauert also noch eine ganze Weile. Außerdem sehe ich mich nicht das Team wechseln. Ich gehe sogar davon aus, meine Karriere in diesem Team zu beenden“, sagte der Fahrer des Visma-Teams.