Wrisse
Menschenkette gegen Hühneraufzuchtstall
Die Bürgerinitiative Wrisse lud zu einer Informationsveranstaltung im "Oll Reef Hus" ein. 120 Menschen nahmen teil und gingen anschließend auf die Straße. In Kürze fährt die BI mit Wiard Siebels (SPD) ins Landwirtschaftsministerium.
Mitglieder des Ortsrates und der BI hatten im Februar die Gelegenheit, sich vor Ort eine Anlage in Betrieb anzusehen, wie sie auch in Wrisse gebaut werden soll. "Wir waren erschrocken und völlig vor den Kopf geschlagen", so BI-Sprecher Wolfgang Dirksen. Nicht nur der Umgang mit den Tieren hinterließ bei den Besuchern aus Wrisse einen negativen Eindruck, auch die Dimensionen der Anlage. "Der Standort dort ist mit dem in Wrisse nicht zu vergleichen", sagte Dirksen, der sich über rund 120 Teilnehmer an der Infoveranstaltung freute. Dort in Cloppenburg habe die Industrieanlage einen Abstand von einem Kilometer zur Wohnbebauung. In Wrisse werde sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den umliegenden Häusern befinden.
"Mit Besorgnis haben wir auch die vielen Rattenfallen zur Kenntnis genommen"
Die Bürgerinitiative zeigte einige Bilder und Videos von dem Besuch in Cloppenburg, so dass sich die Besucher im "Oll Reef Hus" einen Eindruck von der tatsächlichen Größe und Optik machen konnten. Dazu wurden einige Bilder und Videos gezeigt. Die Anlage wird zum Beispiel von einem riesigen Sicherheitszaun umgeben. "Mit Besorgnis haben wir auch die vielen Rattenfallen zur Kenntnis genommen", so Dirksen.
Nach der Informationsveranstaltung stellten sich alle Beteiligten noch zu einer 140 Meter langen Menschenkette auf. Mit einem Flatterband verdeutlichten sie, in welcher Länge der Hühnerstall sich an der Straße "Moorlager Weg" präsentiert.
Laut Dirksen ist am Mittwochabend ein Gespräch mit Bürgermeister Olaf Meinen, mit Landratskandidatin Antje Gronewold und mit Wilhelm Strömer, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Freien Wähler, vorgesehen. Außerdem werde die Bürgerinitiative in Kürze in Begleitung des Landtagsabgeordneten Wiard Siebels (SPD) zu Gesprächen ins Niedersächsische Landwirtschaftsministerium nach Hannover fahren. "Wir haben ja nichts gegen hiesige Landwirte, die sich ein zweites Standbein schaffen wollen, aber nicht in dieser Größe", so Dirksen. Wie berichtet, plant Landwirt Elfried Rieken in Wrisse einen Stall mit 84999 Tieren. Ab 85 000 Tieren wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig.