Wrisse

Hühner-Investor bekommt Konkurrenz

Bernd-Volker Brahms
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Von Bernd-Volker Brahms
| 15.04.2011 10:00 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Drei Landwirte in Wrisse wollen ihrerseits Ställe bauen. Das Großprojekt könnte scheitern, denn die Bürgerinitiative möchte weiter aktiv bleiben. Ende Mai soll eine Unterschriftenliste im Landwirtschaftsministerium in Hannover abgegeben werden.

Wrisse - Dass Bürgermeister Olaf Meinen (parteilos) sich über die veränderte Situation beim geplanten Industriehühnerstall in Wrisse diebisch freut, kann er offiziell nicht zugeben. "Ich kann nur beurteilen, was jetzt passiert ist", sagt Meinen. In den vergangenen Wochen haben drei Landwirte eine Bauvoranfrage beim Landkreis Aurich für den Bau von Hühnerställen eingereicht. Alle drei wollen in unmittelbarer Nähe aktiv werden, wo Investor Elfried Rieken in Wrisse seit längerer Zeit eine Hennenaufzuchtanlage für rund 85 000 Tiere plant und dort nach eigenen Angaben rund fünf Millionen Euro investieren möchte (die OZ berichtete). Eine Bürgerinitiative (BI) ist seit Dezember im Ort aktiv und wettert gegen das Großprojekt.



Da Rieken bislang noch keinen Bauantrag gestellt hat, müssen vom Landkreis zunächst die Bauvoranfragen der drei anderen Landwirte bearbeitet werden. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sagt Bürgermeister Meinen. Er hatte sich bereits mehrfach öffentlich gegen die groß dimensionierte Anlage in Wrisse ausgesprochen und dabei auch betont, dass die Gemeindeverwaltung nichts gegen eine solche privilegierte landwirtschaftliche Anlage ausrichten könne. "Uns sind die Hände gebunden", so Meinen. Wenn die rechtlichen Voraussetzungen in Bezug auf die Privilegierung sowie die Emissionen eingehalten werden, müsse vom Landkreis eine Genehmigung erteilt werden.



"Jetzt müssen allerdings erst einmal die kleineren Anlagen geprüft werden", so Meinen. Die drei Landwirte aus Wrisse, die nun dazugekommen sind, wollen Anlagen für 1500, 9000 sowie 12000 bis 18000 Tiere bauen. Die Landwirtschaftskammer in Oldenburg muss nun zunächst die rechtlichen Voraussetzungen prüfen. Elfried Rieken sagte am Donnerstag auf OZ-Anfrage, er könne derzeit noch nicht sagen, wie er mit der veränderten Situation umgehen werde. Er müsse die Angelegenheit noch prüfen.



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