Wrisse
"Die Anlage ist so nicht möglich"
Wrisser Einwohner hörten unerwartete Worte von Bundespolitiker Michael Goldmann. Der FDP-Bundestagsabgeordnete befürwortete zwar große Hühnerställe. Er möchte jedoch auch, dass Kommunen die Ansiedlung steuern können. Er nahm einen Vorschlag von Bürgermeister Meinen für eine Gesetzesänderung mit nach Berlin.
"Im Beteiligungsverfahren werden sie genügend Klagemöglichkeiten haben"
"Es ist ohnehin eine Änderung des Baugesetzbuches geplant", sagte Goldmann in Wrisse. Er selbst wolle als Vorsitzender des Landwirtschafts- und Verbraucherschutzausschusses des Bundestages seinen Einfluss für eine derartige Änderung geltend machen. Der Bundestagsabgeordnete ließ sich im Beisein von rund 130 Einwohnern die Situation zum geplanten Großhühnerstall erklären. "Sie haben Glück mit mir", sagte der 64-jährige gelernte Veterinärmediziner, "andere Ausschussmitglieder wissen gar nicht, wie ein Hühnerstall aussieht."
"Es liegen 39 Häuser in einem Radius von 500 Metern um den geplanten Stall herum", sagte Wolfgang Dirksen, der Vorsitzende der Bürgerinitiative gegen den Stall. Der Bundestagsabgeordnete Goldmann ließ sich zu der Aussage hinreißen, dass die Anlage auch nach der bereits bestehenden Gesetzesgrundlage nicht genehmigungsfähig sei. "Im Beteiligungsverfahren werden sie genügend Klagemöglichkeiten haben", so Goldmann.
Dem widersprach Bürgermeister Meinen, der darauf hinwies, dass die Landwirtschaftskammer bei einer rechtlichen Vorprüfung insbesondere hinsichtlich der Emissionen grünes Licht gegeben habe.