Baltrum/Aurich/Spiekeroog
Experten stellen 7500 Jahre alten Kiefer vor
Ein halbes Jahr ist es her, dass auf Baltrum ein 5500 Jahre alter menschlicher Unterkiefer entdeckt wurde. Im November wollen Experten näher über ihn und einen noch viel älteren Knochen informieren.
Baltrum/Aurich/Spiekeroog - Die Ostfriesische Landschaft will am 12. November näher über zwei Unterkiefer aus der Steinzeit informieren. Einerseits geht es um den Knochen, der im März am Baltrumer Strand entdeckt wurde und auf ein Alter von etwa 5500 Jahren datiert wurde (im Juli war noch von 7000 Jahren die Rede). Andererseits steht ein weiterer rund 7500 Jahre alter Kiefer im Fokus, der bereits 2016 auf Spiekeroog auftauchte.
Kieferfinder will Fund in Baltrumer Museum ausstellen
In der Steinzeit habe der Meeresspiegel an der Nordseeküste noch tiefer gelegen. „Die ostfriesischen Inseln gab es da noch nicht und die Lebensweise der Menschen war ganz anders als heute“, so Kegler. In dieser Region seien jedoch nur wenige Zeugnisse von damals erhalten. Funde wie die beiden Unterkiefer bezeichnete der Archäologe als „extremst selten“. Das habe mit den hiesigen Sandböden zu tun, die gut belüftet seien und in denen Knochen schlecht konversiert würden.
Der Knochenfinder Christian Groger wünscht sich, dass sein Unterkiefer im kommenden Jahr im Baltrumer Heimatmuseum als Dauerleihgabe ausgestellt wird, wo es weitere Informationen zur Besiedlungs- und Entwicklungsgeschichte der ostfriesischen Inseln geben soll. „Dieser Vorschlag wurde bisher von allen Stellen positiv befürwortet“, schreibt der Remscheider in einer Pressemitteilung.
Bei dem Informationstermin am 12. November sind neben Kegler und Groger unter anderem die Anthropologin Dr. Silke Grefen-Peters, Landschaftspräsident Rico Mecklenburg und Baltrums Bürgermeister Berthold Tuitjer vor Ort. Gerade der Inselgemeinde sei man zu Dank verpflichtet. Sie habe die kompletten Kosten für die 14C-Altersbestimmung beider Kiefer übernommen, sagte Kegler. Das Verfahren beruht darauf, dass in abgestorbenen Organismen die Menge an radioaktiven 14C-Atomen mit der Zeit immer weiter abnimmt. Lebende Organismen hingegen nehmen immer wieder neue dieser Atome auf.