Visquard
Diakonie will Senioren-WG in Visquard bauen
In der Krummhörner Ortschaft Visquard soll eine Wohnanlage für Senioren entstehen. Zunächst soll dort Platz für sechs Bewohner sein, aber im Erfolgsfall könnte das Gebäude erweitert werden.
Visquard - In Visquard sei „etwas in der Krummhörn bisher Einmaliges geplant“, sagte Helmut Wilts von der Verwaltung am Donnerstagabend während der Sitzung des Umwelt-, Natur- und Planungsausschusses. In der Ortschaft wollen die Diakonie und die reformierte Kirchengemeinde eine Wohnanlage errichten, in der vor allem Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ein Zuhause finden sollen.
Vorgesehen sei eine zusammenhängende Anlage, die mehreren kleinen Gebäuden nachempfunden sei und sich an ihrem Standort am Oreertsweg in das Visquarder Ortsbild einfügen solle, erläuterte Dirk Terfehr vom zuständigen Büro Eden Architekten aus Leer: „Wir wollen keinen Fremdkörper in die Gemeinde stellen.“ Sechs ältere Menschen könnten in der Anlage in Einzelzimmern leben, zudem würden ein Gemeinschaftsbereich sowie ein zur Straße gelegener Hof eingerichtet. Mit einem Anbau könne die Kapazität bei Bedarf auch auf bis zu zehn Plätze erweitert werden. Zudem plane die Diakonie am Standort ein Tagespflege-Angebot mit zwölf bis 15 Plätzen, das auch die Bewohner nutzen könnten.
Ortsvorsteher hat viel Lob für das Projekt übrig
Alles solle „sehr familiär“ sein, so Terfehr. Mit der Anlage werde das Ziel verfolgt, dass Senioren nicht in ein größeres Pflegeheim ziehen müssten, wenn sie im Haushalt nicht mehr alleine zurechtkommen. „Sie sollen vor Ort in der Gemeinde bleiben“, sagte Terfehr.
Viel Lob für das Vorhaben gab es am Donnerstag nicht nur, aber vor allem von Tinus Baumann, KLG-Ratsherr und Ortsvorsteher von Visquard: „Ich bin sehr glücklich über dieses Projekt.“ Seinen Dank sprach er der Diakonie und der Kirchengemeinde aus. Bedenken, dass Visquard als Standort gerade im Hinblick auf die medizinische Versorgung der Bewohner schwer zu erreichen sein könnte, wischte die Pastorin Heike Schmid beiseite: Hinter der geplanten Einrichtung verberge sich auch der Gedanke einer pflegenden Gemeinschaft. Es gehe darum, dass die Wohnanlage durch ihren Standort mitten im Ort auch besser in das Dorfleben eingebunden werden könne. „Wir trauen auch den Visquardern da viel zu“, sagte Schmid während der Ausschusssitzung. Die Pastorin zeigte sich vom Konzept überzeugt. Schließlich habe sie während der Planungen gesehen, wie es nicht funktioniere – mit einer Seniorenwohnanlage mitten in einem Gewerbegebiet, die „eine Katastrophe“ sei.
Die Mitglieder des Umweltausschusses stimmten am Donnerstag geschlossen für die Aufstellung des Bebauungsplans, um den Bau der Wohnanlage auf den Weg zu bringen.