Aurich
Konkurrenz für den Friedwald in Aurich
Die Stadt Aurich will Bestattungen im Wald ermöglichen. Die Firma Friedwald aus Hessen war bereits im vergangenen Jahr mit dieser Idee an die Öffentlichkeit getreten. Nun hat sie Konkurrenz aus der Region bekommen.
Aurich - Die Stadt Aurich soll einen Bestattungswald bekommen. Doch wer ihn betreiben wird, ist offen. Die Friedwald GmbH aus Hessen hat Konkurrenz bekommen. Nun legt auch die Gräflich von Wedelsche Verwaltung Schloss Gödens ein Konzept vor. Familie von Wedel betreibt einen Gedächtniswald in Leer-Logabirum. Beide Konzepte werden am Donnerstag, 2. Juli, im Auricher Rathaus öffentlich vorgestellt. Dort tagt ab 17 Uhr der Finanzausschuss.
Es geht auch um unterschiedliche Standorte. Während der Friedwald im Sandhorster Forst angelegt werden soll, bezieht sich das von Wedelsche Konzept auf das Eschener Gehölz. Dort sollte bereits vor mehr als zehn Jahren ein Bestattungswald entstehen. Daraus wurde jedoch nichts. Der Plan der Stadt stieß in der Politik auf Ablehnung und zerschlug sich. Mittlerweile hat sich der Wind gedreht. Bestattungen im Wald werden immer beliebter. Bestattungswälder gibt es unter anderem in Leer-Logabirum und in Lütetsburg.
Der Sandhorster Wald müsste durchforstet werden
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Friedwald GmbH ihr Konzept für den Sandhorster Wald öffentlich vorgestellt und war auf Zustimmung gestoßen. Im Februar berichtete die OZ dann, dass das zuständige Forstamt Neuenburg das betroffene Waldstück zunächst durchforsten wird – also Bäume fällen wird. Damit sich die für die Bestattungen ausgewählten Bäume ungestört entwickeln können, müssen sie von sogenannten Bedrängern befreit werden. Gemeint sind damit benachbarte Bäume, deren Kronen in absehbarer Zeit im Weg sein werden. Außerdem müsse der Boden entwässert werden, teilte die Forstverwaltung seinerzeit mit.
Das alles stieß bei Naturschützern und Politikern auf Kritik. Daher wolle man sich nun ein alternatives Konzept vorstellen lassen, sagte der städtische Fachbereichsleiter Kai-Michael Heinze am Mittwoch auf Anfrage. Für den Sandhorster Wald komme aber nur das Konzept der Firma Friedwald infrage. Diese arbeite exklusiv mit den Landesforsten zusammen.
Welches Konzept den Zuschlag erhält, darüber werde nächste Woche noch nicht entschieden, sagte Heinze. Es gehe nur um die Grundsatzfrage, ob überhaupt ein Bestattungswald angelegt wird. Dazu muss die Friedhofssatzung der Stadt geändert werden. Bis die ersten Urnen im Wald bestattet werden können, werden nach Heinzes Einschätzung noch anderthalb bis zwei Jahre vergehen.