Innenstadtentwicklung
Wirte sollen sich auf dem ganzen Emder Marktplatz ausbreiten
Der Umbau des Neuen Marktes biegt auf die Zielgerade ein – und in der Gastronomie ist viel Bewegung. Nur eine wichtige Frage ist noch offen.
Emden - Der Umbau des Neuen Marktes in Emden biegt auf die Zielgerade ein. Mehr als ein Jahr nach dem Beginn der Verjüngungskur nimmt der zentrale Platz immer mehr Gestalt an. Fertig sein soll alles im Herbst – „voraussichtlich“, schränkt die Stadt auf Anfrage ein.
Natürlich lasse sich der Zeitraum bei einer so großen Baumaßnahme nicht genau auf einen Tag eingrenzen, heißt es. Bisher bewegten sich die Arbeiten aber „absolut im Zeitplan“. Es könne schon bald mit dem letzten der insgesamt sieben Bauabschnitte begonnen werden.
Entschieden wird nach der Sommerpause
Die Politik werde darüber nach der Sommerpause entscheiden, so die Verwaltung. Eine Rolle wird dabei auch spielen, ob das Parkhaus an den Neutor-Arkaden gebaut wird. Das ist derzeit noch ungewiss.
Stadtverwaltung schafft neue Fakten
Die Verwaltung hält sich mit einer eigenen Bewertung der Parkplatzfrage auf dem Neuen Markt zwar noch zurück, schafft aber schon neue Fakten, die Einfluss auf die Entscheidung haben können. Denn nach OZ-Informationen gibt es Pläne, die Außenplätze der umliegenden Restaurants, Cafés und Bars auf große Flächen des Platzes auszuweiten. Darüber soll bei einem ersten Treffen zwischen den Gastronomen sowie Innenstadt-Koordinatorin Martje Merten und Stadtplaner Johannes Amman gesprochen worden sein.
Die Stadt hatte schon im Februar bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung für Anlieger das Ziel gesteckt, die Außengastronomie nach dem Umbau des Neuen Marktes einheitlich zu gestalten und damit das Gesamtbild des Platzes aufzuwerten. Dafür wollen Stadt und Wirte gemeinsam einen Gestaltungsleitfaden entwickeln. Darin soll es unter anderem um die Materialien bei der Anschaffung etwa von Tischen, Stühlen, Windschutz- und Dekoelementen gehen.
Erster Schritt: Einheitliche Sonnenschirme
Nicht nörgeln!
Ein Kommentar von Heiko Müller
Das war in Emden nicht anders zu erwarten: Der Neue Markt ist noch nicht einmal ganz fertig, da gibt es auch schon die ersten Stimmen, die an dem neuen Aussehen des Platzes etwas zu nörgeln haben. Das kennen wir aus der Vergangenheit von vielen anderen Projekten der Stadt. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen am Ende alle zufrieden waren – etwa beim Roten Siel. Die Mäkler sollten erst einmal abwarten, bis der letzte Bagger verschwunden, der letzte Bauzaun gefallen, der letzte Baum gepflanzt ist und das Wasser auf dem Fontänenfeld sprudelt. Dann erst wird zu erkennen sein, wie der zentrale Platz in seinem Gesamtbild wirkt. Verstummen werden die kritischen Stimmen womöglich, wenn der Neue Markt erst einmal mit Leben gefüllt wird. Geht der Plan von Stadt und Wirten auf, die Außengastronomie außerhalb der Wochenmarktzeiten auf große Teile des Platzes auszuweiten, erübrigen sich auch weitere Diskussionen um das Parken. Mit dem Kompromissvorschlag, im Winter ein paar Stellplätze mehr auszuweisen, müssten alle leben können. Mal abwarten! @ Den Autor erreichen Sie unter h.mueller@zgo.de
Unterdessen ist die Gastronomie-Szene rund um den Neuen Markt in Bewegung geraten. Belebt wird sie durch das vor gut einer Woche im ehemaligen „Sam’s“ eröffnete „Störtebeker“ mit einem modernen Mix aus Bar, Bistro und Café. Ein paar Häuser weiter machte vor einigen Woche einige Syrer das Restaurant „Mr. Orient“ mit arabischer und europäischer Küche auf.
Eine alte Kneipe hat geschlossen
Im Winter soll auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes ein weiteres Lokal hinzukommen. Der Italiener Santino la Tona, der in den vergangenen sechs Jahren ein kleines Gastronomie-Imperium am Neuen Markt errichtete, will dort sein fünftes Lokal eröffnen: Das „La Casa della Pasta“ wird auf selbst gemachte Nudeln spezialisiert sein. Ursprünglich wollte la Tona damit schon im Mai an den Start gehen, der Ausbruch der Corona-Pandemie wirbelte die Pläne aber durcheinander.
Gerne weitermachen würde dort auch die Emderin Gaby Janssen. Die 58-Jährige stand 18 Jahre lang für verschiedene Pächter hinter der Theke und ist so etwas wie das Gesicht dieses Bier-Lokals, das zuletzt viele Stammgäste hatte.